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Nathaniel
Nervös mit dem Fuß auf den Boden tippend, blickte ich auf meine Armbanduhr und spürte, wie mir ein unsichtbarer Schweißtropfen die Stirn hinunterlief. „Mr. Lockwood, macht es Ihnen etwas aus, uns zu sagen, welche Arterie für die Versorgung des kortikalen Gewebes mit Blut und Nährstoffen verantwortlich ist?“ Die Augen des Professors richteten sich auf mich. Augenblicklich schnappten meine Gedanken zurück in die Gegenwart, und ich spürte eine unangenehm große Anzahl von Augen, die mich nun anstarrten. Ich wischte meine schwitzige Handfläche an meiner Hose ab und stand langsam auf. „Könnten Sie die Frage bitte wiederholen?“ Ich rückte meine Brille leicht zurecht. „Ich habe nicht die ganze Frage mitbekommen.“ Professor Leo bedachte mich mit einem nicht sonderlich beeindruckten Blick. „Ich habe gefragt, welche Arterie die Großhirnrinde mit Blut und Nährstoffen versorgt.“ Mein Hals schnürte sich zu, mein Verstand arbeitete wie ein defekter Motor. Ich wusste das, ich hatte es gestern gelernt, aber mein Gehirn beschloss, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt war, mich zu verraten. „Ich… äh…“ Meine Stimme schwankte, kaum laut genug für ein Flüstern. Meine Klassenkameraden rutschten auf ihren Stühlen hin und her; die Stille lastete wie ein physisches Gewicht auf mir. Ich konnte jeden Herzschlag in meinen Ohren dröhnen hören. „Die… mittlere Gehirnarterie?“, platzte es schließlich aus mir heraus, wobei die Worte metallisch in meinem Mund schmeckten. Professor Leos Augenbrauen schossen in die Höhe, scharf und berechnend. „Richtig“, sagte er langsam, sein Tonfall eine Rasierklinge der Geduld. „Aber lassen Sie uns das Zögern nicht zur Gewohnheit werden, Mr. Lockwood. Präzision in der Medizin ist nicht optional, sie ist überlebenswichtig.“ Ich nickte hastig, versuchte in mich zusammenzusinken und wünschte mir, der Boden würde mich verschlingen. Um mich herum tauschten einige meiner Mitschüler subtile Grinsen oder hochgezogene Augenbrauen aus, obwohl einige auch beeindruckt aussahen. „Sehr wohl“, fuhr Professor Leo fort und gekritzelte etwas an die Tafel. „Die heutige Stunde ist beendet. Ich möchte, dass alle Aufgaben noch vor Ende des heutigen Tages eingereicht werden.“ Ein Gefühl der Erleichterung durchzuckte meine Brust, und im nächsten Moment schnappte ich mir meine Tasche, schwang sie über die Schultern und steuerte bereits auf die Tür zu – „Mr. Lockwood, eine Minute bitte.“ Die Worte des Professors erklangen, und es fühlte sich an, als würde ein Eimer Eiswasser über meinem Körper ausgeleert. Ich warf einen Blick auf meine Uhr: vier Minuten vor elf. Scheiße! Ich war wirklich spät dran. Ich versuchte mich zu fassen und meine Unruhe zu verbergen, drehte mich langsam um und machte mich auf den Weg zum Pult. Professor Leo hob kaum den Kopf von dem Stapel Papiere auf seinem Schreibtisch. „Ich habe bemerkt, dass Sie in den letzten Tagen unkonzentriert waren.“ Er hob schließlich den Kopf, wobei sein starker britischer Akzent signalisierte, dass er von meinem neuerlichen Verhalten keineswegs angetan war. Ich räusperte mich und hielt meine Tasche fest umschlungen. „Nur der Stress mit den Schularbeiten setzt mir zu. Ich verspreche, ich werde— “ Er ließ mich nicht ausreden und unterbrach mich mitten im Satz. „Sie sind einer meiner besten und liebsten Studenten, Nathaniel, und die Tatsache, dass Sie in letzter Zeit nicht fokussiert waren, ist etwas, das meine Aufmerksamkeit zutiefst in Anspruch nimmt.“ Er lehnte sich zurück, die Augen ernst auf mich gerichtet, und ich wäre unter seinem Blick fast zusammengezuckt. „Wenn Sie etwas beschäftigt, möchte ich, dass Sie wissen, dass meine Tür immer für Sie offensteht, Nathaniel.“ „Ich verstehe, Professor Leo.“ Unwillkürlich blickte ich wieder auf meine Uhr und biss mir auf die Innenseite meiner Wange. Er schüttelte den Kopf, obwohl er kaum überzeugt wirkte. „Am Montag werde ich einen unangekündigten Test schreiben lassen.“ Seine Stimme wurde leiser. „Und obwohl ich weiß, dass Sie nicht weniger als das Erwartete liefern werden, gebe ich Ihnen nur einen Hinweis im Voraus.“ Ich blinzelte, mein Herz stolperte bei diesen Worten. Ein unangekündigter Test. Am Montag. Mir rutschte das Herz in die Hose. Ich hatte es kaum geschafft, mich durch die Aufgaben der letzten Woche zu quälen, und jetzt das? Ich muss mein Leben wirklich auf die Reihe kriegen. „J-ja, Sir“, murmelte ich und versuchte, meine Stimme ruhig zu halten. Meine Finger gruben sich in den Riemen meiner Tasche, sodass die Knöchel weiß hervortraten. Er schüttelte den Kopf. „Das ist alles für den Moment. Sie können gehen.“ Mit einem gequälten Lächeln trat ich langsam rückwärts zur Tür und versuchte, meinen Körper davon abzuhalten, in den Fluchtmodus überzugehen. Leider beschleunigten sich meine Schritte sofort, nachdem ich den Saal verlassen hatte, und bald rannte ich und ließ den Sauerstoff durch meine Lungen brennen. Als ich an der verlassenen Bibliothek ankam, hielt ich auf halbem Weg an, hielt mir die Brust und versuchte, Atem zu holen. Ich betrat den Raum und sah mich um – Ein Tritt landete auf meinem Rücken, woraufhin ich ins Straucheln geriet und fast stürzte. „Was zur Hölle soll das?“ Und in der nächsten Sekunde wurde ich an den Haaren gezogen, und ein Schlag traf mein Gesicht, was mich aus dem Gleichgewicht brachte. Ich fiel flach auf den Boden. Meine Brille wurde mir von der Nase geschlagen. Ich stöhnte leise vor mich hin und spürte, wie ein scharfer Schmerz durch meinen Kiefer stach. „Es tut verdammt weh, nicht wahr? Nun, genau das ist mir passiert, als ich meine Hausarbeit nicht bekommen habe. Der verdammte Professor hat mir zwei Wochen Suspendierung aufgebrummt.“ Mcoy stand vor mir, ließ seine Knöchel knacken und strahlte eine Mordlust aus. „Es… es tut mir leid…“, brachte ich hervor, aber der Rest meiner Worte blieb mir im Hals stecken, als er auf meine Finger trat. Ein qualvoller Schrei entfuhr meiner Kehle. „Argghhhh!!!“ Tränen verschleierten meine Sicht. „Es tut dir verdammt noch mal leid? Du verdammter Stipendien-Parasit.“ Er trat fester zu, und ich wurde vor Schmerz, der durch mich hindurchrastete, fast ohnmächtig. „Mach seine hübschen Hände nicht kaputt, Mcoy. Ich habe gehört, die sind für Medizinstudenten wirklich wertvoll“, kommentierte Reina, und erst da wurde mir klar, dass Mcoy nicht alleine da war. Seine Clique war hier. Ich krümmte mich instinktiv zusammen und schützte meine Hände, während Mcoys Stiefel bedrohlich über meinen Fingern schwebte. Der Schmerz strahlte mein Bein hinauf, scharf genug, um mir Tränen in die Augen zu treiben. „B-bitte…“, keuchte ich mit zitternder Stimme, aber es war gegen das Lachen seiner Clique kaum wahrnehmbar. „Bitte? Oh, du klingst reizend, wenn du flehst“, verhöhnte mich Mcoy und beugte sich hinunter, sodass sein Gesicht gefährlich nahe war. Sein Atem roch schwach nach Minze und etwas Scharfem, als wollte er mich selbst mit so etwas Kleinem einschüchtern. „Aber Flehen wird nichts an der Tatsache ändern, dass du zu spät bist. Zwei Stunden zu spät. Und das sind zwei Stunden, in denen ich nicht bekomme, wofür ich bezahlt habe.“ Ich schüttelte heftig den Kopf und versuchte, die Worte herauszupressen. „Ich—ich konnte nicht… ich hatte Unterricht. Professor Leo— “ Mcoy schnaubte und unterbrach mich mit einem scharfen Lachen. „Professor Leo? Schert mich nicht. Ich bezahle für Ergebnisse, Nathaniel. Ergebnisse scheren sich nicht um Professoren.“ Er trat wieder zu, und der Schmerz schoss wie ein Blitz in meine Finger. „Hör auf—bitte, ich… ich habe es jetzt… lass mich…“, krächzte ich mit zusammengebissenen Zähnen. „Es scheint, als hätte dein Gehirn aufgehört zu funktionieren. Verstehst du nicht, dass ich deswegen suspendiert wurde? Ich brauche das scheiß Zeug nicht mehr, Nathaniel.“ Reina sprang vom Schreibtisch und kam auf uns zu. „Gib dem Kerl eine Pause, Mcoy. Es war nur eine einmalige Sache.“ „Ich wurde verdammt noch mal suspendiert, Reina, nur wegen dieses inkompetenten Bastards.“ „Als ob dich der Unterricht des Professors oder sein Kurs überhaupt gekümmert hätten, Mcoy, also hör auf, den armen Kerl zu schikanieren.“ Reina schenkte mir ein Lächeln, und ich schüttelte den Kopf, augenblicklich dankbar für ihr Eingreifen. Leider war meine Erleichterung von kurzer Dauer. „Ich habe eine bessere Idee für eine Bestrafung für ihn, bei der ihm nicht die Finger abgehackt werden müssen.“ Als ich sie das sagen hörte, wich das Blut aus meinem Gesicht. Der Klang ihrer Aussage gefiel mir gar nicht. Sie ließ sich auf den Boden nieder, woraufhin Mcoy mich von seinem Tritt befreite. Meine Finger liefen blau an, weil die Blutzufuhr unterbrochen gewesen war. Reina packte mich am Kinn und richtete meinen Blick auf sich. „Ich habe die perfekte Bestrafung und den perfekten Job für dich, Stipendien-Kid, und es geht um eine Menge Geld, was bedeutet, dass du fürstlich dafür entlohnt wirst.“ „Zieh ihn da nicht rein, Reina. Er ist viel zu nerdig dafür und könnte die Sache für uns ruinieren.“ „Weshalb er auch unser Sündenbock sein wird, Mcoy. Denke doch mal mit deinem trägen Gehirn nach.“ „Was… was ist das für ein Job?“ Sie lächelte unheimlich. „Das ist die richtige Einstellung, Stipendien-Kid. Siehst du, er hat kapiert“, sie ließ ihren Blick zu Mcoy wandern, bevor sie sich wieder auf mich konzentrierte. Sie lächelte wieder unheimlich, sodass sich mir der Magen umdrehte. „Heute Nacht“, sagte sie sanft, fast süßlich. „Gibt es einen Club in der Innenstadt, in dem eine private Veranstaltung stattfindet.“ Ihre Finger tippten leicht gegen meine Wange. „Du wirst jemandem etwas ins Getränk mischen.“ Mein ganzer Körper wurde kalt. „Ich—was?“ Das Wort formte sich kaum. Mcoy richtete sich auf. „Es ist ganz einfach. Du gehst hin, tust ganz schüchtern und harmlos, stotterst vielleicht ein bisschen. Niemand wird einen Nerd wie dich verdächtigen.“ Er grinste spöttisch. „Du bist perfekt dafür.“ „Ich kann nicht— “ Sein Gesichtsausdruck änderte sich auf der Stelle. Die Belustigung verschwand. Seine Hand schoss nach unten, packte meine verletzten Finger und drückte gerade so fest zu, dass ich vor Schmerz zischte. „Du kannst.“ Reina hockte sich wieder näher heran und senkte die Stimme. „Es ist kein Mord. Entspann dich. Nur etwas, das ihn… kooperativ macht. Wir brauchen Informationen. Er redet zu viel, wenn er nüchtern ist.“ Dann stand sie auf. „Und dann musst du ein Paket an jemanden ausliefern.“ Mein Herz klopfte wild in meinen Ohren. „Ein Paket?“, flüsterte ich. „Ja“, antwortete sie glatt. „Ein kleines Paket. Du übergibst es, du wirst bezahlt. Du öffnest es nicht. Du stellst keine Fragen. Du lieferst es einfach ab.“ Mcoy legte den Kopf schräg und musterte mich, als wäre ich etwas Zerbrechliches und Amüsantes. „Du willst dein Stipendium doch behalten, oder?“ Seine Lippen verzogen sich langsam. „Stell dir vor, was passieren würde, wenn jemand herausfände, dass du Hausarbeiten gegen Geld machst.“ Das Blut wich mir komplett aus dem Gesicht. Sie hatten mich in der Hand. Meine Hände zitterten, pochten immer noch von vorhin. Ich starrte auf den staubigen Bibliotheksboden und versuchte, mich zu fassen. „Ich…“ Meine Stimme brach. Ich hasste es, wie kleinlaut ich klang. „Wer ist es?“ Reinas Lächeln wurde breiter. „Ich schicke dir die Details später am Tag.“ Ich schüttelte den Kopf und wusste es besser, als zu argumentieren. „Und Nathaniel, verdammt noch mal, bau keinen Mist. Und wenn die Sache schiefgeht, liegt die Schuld bei dir. Kapiert?“ Reinas Stimme klang völlig monoton. Ich schluckte hastig und schüttelte den Kopf. Herzlichen Glückwunsch, Nathaniel. Du hast dich gerade selbst verarscht.**Nathaniel**Meine Sicht verschwamm immer mehr durch die Tränen.Sein Griff um meinen Nacken zog sich enger, sein Gesicht war verdammt nah an meinem.Die Wut…Der Schmerz…Alles, was sich in seinen Augen spiegelte, war so verdammt viel, so eisig kalt.„Kannst du nicht mal reden, was? Sag mir verdammt noch mal, dass du mich liebst.“Ich schüttelte den Kopf…„Sag mir, dass du mich verdammt noch mal liebst! Sag es verdammt noch mal! Sag es!!!!“Mein Schweigen steigerte seine Wut nur noch mehr.„Sag, dass du mich liebst….“„Hör auf……“ würgte ich hervor.In diesem Moment schien er jeden Funken von Rationalität verloren zu haben.Er schmetterte seine Lippen auf meine, riss mir aggressiv den Atem weg, während seine Finger sich in meine Haut gruben.An dem Kuss war nichts Romantisches.Er stank nach Schmerz.Ein Spiegelbild davon, wie kaputt wir waren.Eine Erinnerung daran, was aus uns hätte werden können.Aber ich hatte es ruiniert.Ich wand mich verzweifelt, während er meine Lippen wund k
**Nathaniel**Mir ist eiskalt.Ich rollte meinen Körper auf dem Boden zusammen…Müde, ausgelaugt, verwirrt zu sein und einen Nervenzusammenbruch zu haben, machte es auch nicht besser.Ich wusste nicht, wie viele Tage vergangen waren…. Zwei? Drei? Vier? Eine Woche?Wahrscheinlich mehr als zwei Tage, denn ich konnte bereits spüren, wie mein Körper in den Überlebensmodus schaltete und alles abbaute, was er brauchte, um mich am Leben zu erhalten.Mein Verstand war ein chaotischer, zersplitterter Schleier.Er drehte sich im Kreis.Bis ich nicht mehr sagen konnte, was real war.Warum habe ich es getan?Warum dachte ich, ich könnte mit dem Feuer spielen, ohne mich zu verbrennen?Ich hinterfragte jede einzelne Entscheidung, die mich auf diesen kalten Boden gebracht hatte. Den Vertrag. Reina. Das Geld. Alles.Das Entsetzen über Nikolais Worte bezüglich meines Bruders krallte sich in meine Brust. Doch durch die erstickende Schuld brach schließlich eine verheerende Wahrheit bahn.„Ich liebe dich
**Nikolai**Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe, mich in so eine kranke und widerwärtige Person wie ihn zu verlieben.Ich verabscheue seine gesamte Existenz.Tatsächlich sollte seine bloße Existenz in meinem Keller schon ein Greuel an sich sein.Ich strich mir das Haar nach hinten und seufzte schwer, während ich einen weiteren Zug aus der Zigarette nahm, der mir im Hals brannte.„Was verdammt noch mal starrt ihr so?“, fauchte ich Clinton wütend an.Es war Tage her, seit mein Vater mich freigelassen hatte, was immer noch ein Schock war. Der Bastard hatte mir tatsächlich erlaubt, diesen Ort überhaupt lebendig zu verlassen.Aber er hatte es getan, und ich hatte bereits das Gefühl, dass er mich als Gegenleistung für meine Freiheit etwas Ungeheuerliches tun lassen würde.Zurück zu den zwei Paar Augen, die sich weigerten, verdammt noch mal von mir abzulassen.Jeremy versuchte nicht einmal, seinen Blick zu verbergen, als er ruhig einen Zug von seiner Zigarre nahm und dann sprach.
**Nikolai**Die schwere Metalltür schlug mit einem ohrenbetäubenden, hallenden Dröhnen zu.Das scharfe Klingen des sich drehenden Schlossriegels signalisierte, dass mein Vater endlich gegangen war und seine Wachen sowie seine erstickende Präsenz mit sich genommen hatte.Der Keller tauchte sogleich wieder in eine erstickende, gefrierende Dunkelheit.Das manische Lächeln, das auf mein Gesicht gemeißelt gewesen war, verblasste augenblicklich und hinterließ völlig kalte und leere Gesichtszüge. Die Schauspielerei war vorbei.Ich ließ seinen Hals langsam los und erlaubte Nathaniel, hart gegen das Eisenrohr zu sacken. Er keuchte nach Luft und hustete heftig, während er seinen verprügelten Hals hielt und sein gesamter Körper wie ein Espeblatt zitterte.Ich bot ihm keine Hand an. Ich spürte nicht einen einzigen Tropfen Mitleid.Ich ließ mich direkt vor ihm wieder auf die Knie fallen und packte sein Gesicht grob, während sich meine blutigen Finger tief in seine Kieferlinie gruben und ihn zwange
**Nathaniel**Mein Herz stürzte mir in den Hals, als noch mehr Tränen aus meinen Augen brachen.„Nikolai…..“, brachte ich erstickt heraus.Seine Augen lagen auf mir, vollkommen psychotisch. „Warum! Warum! Warum! Warum!!“ Ununterbrochen schlug er gegen die Wand, sodass Blut über seine Knöchel sickerte.Er schlug erneut gegen die Wand.Das Geräusch, wie seine Haut an den Ziegeln aufplatzte, hallte in der erstickenden Stille des Kellers wider. Es war ihm egal. Er blinzelte nicht einmal.„Warum, Nathaniel?! Warum?!“Er stürzte sich wieder auf mich, seine Hände umfassten den Kragen meines Hemdes und verdrehten den Stoff so fest gegen meine Luftröhre, dass es mir den Atem abschnürte. Er knallte mich hart zurück gegen das Eisenrohr, während das Metall heftig gegen die Steinwand schepperte.Sein Gesicht war nur Zentimeter von meinem entfernt. Sein Atem war heiß, rau und schmeckte nach Blut.Der Junge, der mich einst angesehen hatte, als wäre ich sein gesamtes Universum, war weg. An seiner Ste
**Nikolai**Es war kein Traum.Er war echt.Mein Baby war tatsächlich echt und er lag in meinen Armen.In diesem Moment wagte ich es nicht, an die Logik zu denken, oder an die Konsequenzen, oder wie es überhaupt möglich war, dass er jetzt hier war.Zu spüren, wie seine langen Finger durch mein Haar woben, brachte eine so wohltuende Genugtuung in meine Brust, dass es beinahe jeden einzelnen körperlichen Schmerz linderte.Auf dem kalten Boden zusammengerollt, kuschelte ich mich an seinen Körper und spürte seinen kräftigen Herzschlag, während sich seine Wärme in meinem Körper ausbreitete.Und ich konnte einfach nicht aufhören.Ich zog ihn noch näher heran und vergrub meinen Kopf noch tiefer in seiner Brust.Stille verschlang uns ganz, abgesehen von unserem rauen Atem.„Nikolai…..“, rief mein Baby leise, was mich summen ließ.Seine Hand, die durch mein Haar strich, hielt nicht an.„Du wirst mich gar nichts fragen?“Ich schüttelte den Kopf. „Nein.“Und sein scharfes Ausatmen ressonierte.„







