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Riesiges Schlamassel

Autor: Sinner
last update Fecha de publicación: 2026-08-30 19:29:24

**Nikolai**

„Auf gar keinen verdammten Fall.“ Ich runzelte die Stirn, während Wut in mir aufkochte. „Ich nehme an keinem verdammten Tutoriumsprogramm teil.“

Professor Keller zuckte zusammen.

Er zuckte tatsächlich zusammen.

Der Mann war Ende fünfzig, kahlköpfig, eine Drahtbrille rutschte ihm über die Nase. Sein Büro roch nach alten Büchern und billigem Kaffee. Sauber eingerahmte Diplome hingen hinter ihm. Auszeichnungen. Zertifikate.

Alles nutzlos.

Er räusperte sich. „Mr. Carrington, das ist nicht optional.“

Ich lehnte mich im Stuhl zurück, spreizte die Beine leicht und verschränkte die Arme vor der Brust. Die Bewegung zog an dem blauen Fleck an meinen Rippen.

Er seufzte. „Sie fallen durch Ihre Kurse, und Ihre sportlichen Privilegien werden das nicht ausgleichen. Leider sind Ihre Leistungen so drastisch abgesackt, dass das Komitee diesmal kein Auge zudrücken wird.“

Ich starrte ihn an.

„Das Komitee?“, wiederholte ich.

„Ja.“

Ich stieß langsam Atem durch die Nase aus.

„Die drücken eine Menge Augen zu.“ Besonders, da mein Vater bereit ist, ihnen das Geld nur so vor die Füße zu werfen.

Dieser ganze akademische Unsinn geht mir größtenteils am Arsch vorbei.

„Diesmal nicht“, sagte er schnell. „Ihre Anwesenheit ist fast nicht vorhanden. Ihre Kursarbeiten fehlen. Ihre Prüfungsergebnisse sind…“ Er zögerte. „Katastrophal.“

„Professor Keller, ich bin mir sicher, dass mein Vater sich um all das kümmern wird, wovon Sie da verdammt noch mal faseln.“ Ich beugte mich weiter vor und starrte dem alten Mann direkt in die Augen. „Es interessiert mich einen verdammten Scheiß, kapiert?“

Mein Gott, diese ganze Schule ist unerträglich.

*Wenn du seinen Kopf gegen seinen verdammten Schreibtisch schlägst, hört er vielleicht auf zu faseln*, flüsterte die Stimme.

„Mr. Carrington.“ Sein Gesichtsausdruck war quälend. „Ihr Vater wird nicht begeistert sein, wenn er erfährt, dass Ihre Noten indirekt Ihre Hockey-Karriere beeinträchtigen. Ich bin sicher, Sie verstehen, was das bedeutet…“ Er zog eine wissende Augenbraue hoch.

Mein Gesichtsausdruck wurde völlig reglos.

Der Raum fühlte sich kleiner an.

Kälter.

„Was meinen Sie damit?“, fragte ich leise.

Er schluckte. „Wenn das Komitee Sie akademisch suspendiert, werden Sie auf die Bank gesetzt. Sofort.“

Stille.

„Und wenn Sie auf der Bank sitzen“, fuhr er vorsichtig fort, „wird Ihr Vater benachrichtigt. Offiziell.“

„Fallen Sie unter den Durchschnitt“, fuhr Keller fort, „kann der Vorstand nicht mehr rechtfertigen, Sie im aktiven Kader des Teams zu halten.“

Mein Kiefer spannte sich an. Etwas schaltete sich in meinem Hinterkopf um. Es war das wütende Gesicht meines Vaters, das vor meinen Augen aufblitzte.

„Das Tutoriumsprogramm ist die einzige Möglichkeit, Ihre Noten aufzubessern, damit Ihre Sportkarriere nicht gefährdet wird. Ich bin sicher, Sie verstehen, was ich meine, Mr. Carrington.“

Mein schweres Schweigen folgte.

Er fuhr fort: „Ich werde Sie anmelden und Ihnen einen Tutor zuweisen.“

Scheiße, Scheiße, Scheiße und noch mehr verdammte Scheiße.

Ich ließ meine Knöchel knacken, als ich aus seinem Büro schlenderte. Was für ein perfekter Weg, mein Leben noch weiter zu verkacken. Scheiße… Grey wird mich verdammt noch mal fertigmachen, wenn irgendetwas auch nur im Entferntesten mein Hockey-Spiel beeinträchtigt.

Während ich mir mit den Fingern durch die Haare fuhr und das Gebäude verließ, legte jemand einen Arm um meine Schulter. Ich blieb sofort stehen und warf der Person einen funkelnden Blick zu.

„Lass mich raten, du hast es wieder verkackt?“, grinste Clinton, und ich wollte ihm dieses verfluchte Grinsen am liebsten aus seinem dummen Gesicht prügeln.

„Pfoten weg, außer du legst keinen Wert mehr auf deine Finger.“ Und das meinte ich verdammt noch mal todernst.

„Ganz ruhig, Hot Chocolate.“ Er nahm seine Hände von mir und hob sie in die Luft, aber sein wahnwitziges Grinsen überzog weiterhin seine Züge.

Und es dauerte nicht lange, bis ich bemerkte, wie geweitet seine Pupillen waren.

Ich riss ihn am Kragen und drückte ihn gegen die Wand.

„Bist du verdammt noch mal auf Drogen?“ Ich musterte seine Züge: seine spröden Lippen, seine zuckenden Augenlider. Ja, er war definitiv auf irgendetwas vollgepumpt.

„Ist nur ein bisschen verdammtes Molly, Alter. Entspann dich.“

Ich knirschte mit den Zähnen und schlug ihn hart gegen die Wand. „Verdammtes Molly? Versuchst du, dich suspendieren zu lassen, Clinton? Scheiß drauf, versuchst du, uns beide rausschmeißen zu lassen?! Was ist mit der verdammten Regel passiert: Keine Drogen während der Schul- und Trainingszeiten?!“

*Der kranke Hurensohn – es ist immer noch nicht zu spät, seine Eingeweide irgendwo zu vergraben.*

„Entspann dich, Niko. Du bist gerade echt eine Nervensäge, weißt du das?“, löste er meinen Griff von sich. „Du siehst verdammt paranoid aus. Könntest du ein bisschen Molly oder was zum Rauchen gebrauchen?“

„Ich brauche die Scheiße nicht.“ Ich nahm die Hände von ihm und atmete aus. „Hast du etwas über den Typen herausgefunden?“

Clinton runzelte leicht die Stirn. „Was zur Hölle hast du mit ihm vor, Niko?“, beugte er sich näher. „Ich kann es mir verdammt noch mal nicht leisten, dass du wieder auf einen Mordstrip gehst.“

Ich stieß ihn weg. „Ich bringe diesen wertlosen Abfall nicht um.“ Zumindest jetzt noch nicht, denn ich war brennend daran interessiert zu erfahren, wer dieser Junge war, der auf meinen Bruder angesetzt worden war. Der Amateur hatte es ziemlich heftig verkackt – einschließlich der Tatsache, dass er mir etwas injiziert und mich ohnmächtig gemacht hatte. Ja, das war der unverzeihliche Teil.

Clinton stieß einen unerträglichen Seufzer aus und kratzte sich im Nacken. „Mann, ich will echt nicht für den Tod von irgendwem verantwortlich sein.“

„Sag mir einfach verdammt noch mal, wer der Junge ist.“

„Ein Medizinstudent“, sagte Clinton schließlich mit angespannter Stimme. „Stipendien-Parasit. Drittes Studienjahr.“

Ich zog eine Augenbraue hoch. „Drittes Jahr?“, wiederholte ich langsam. „Er ist also schlau genug, um gefährlich zu sein, aber dumm genug, mich anzufassen?“

Clinton zuckte die Achseln und hielt weiterhin einen Sicherheitsabstand. „Anscheinend.“

Ich ließ meinen Nacken knacken und spürte, wie die Spannung in meinen Rippen aufflammte. Die Stimmen summten wieder – leise, sanft, hungrig.

*Gut. Das gefiel ihnen.*

„Weißt du seinen Namen?“, fragte ich. Mein Tonfall ließ ihm keine Wahl.

Clinton schluckte. „Nathaniel Lockwood. Er ist so ein Streber-Student. Was mich fragen lässt, was zur Hölle er dort gemacht hat und warum er hinter deinem Bruder her war.“

Ich trommelte mit den Fingern gegen die Wand. Exakt. Der Typ sah aus wie ein kompletter Idiot und absolut inkompetent. Was zur Hölle hat er also getrieben, als er hinter Liam her war?

„Vielleicht war es Auftragsarbeit?“ Daran hatte ich auch schon gedacht.

„Er hatte auch Drogen dabei, als würde er sie ausliefern. Er ist also vielleicht doch nicht so unschuldig, wie er aussieht.“ Und allein der Gedanke irritierte mich. Ich hasste Leute, die ihr Aussehen zur Täuschung nutzten. Dicke Brille, Hoodie und absolut jämmerlich aussehend.

Ich fuhr mir mit der Zunge über die Lippen. „Finde alles über ihn heraus – bis hin zu den Schlampen, die er vögelt.“

„Niko…“, atmete Clinton aus. „Warum überlässt du ihn nicht mir? Oder übergibst ihn stattdessen der Bruderschaft?“

„Er hat sich verdammt noch mal mit mir angelegt! Dieser Drecksack hat sich mit mir angelegt, Clinton!“ Er hatte sich mit dem verdammten Nikolai Carrington angelegt.

*Tu es. Brich ihn. Zeig ihm, wer das Sagen hat.*

Mein Nacken zuckte. Ich musste mir wirklich meine Medikamente besorgen.

Clinton antwortete nicht. Er nickte nur. „Du wirst ihn umbringen, richtig?“

„Kommt drauf an…“

Bevor Clinton weiterreden konnte, schnitt eine Stimme wie ein Messer durch die Anspannung.

„Mr. Carrington.“

Ich wirbelte zur Tür herum. Einer der Angestellten der Schule stand da, sah nervös aus und trat von einem Fuß auf den anderen.

„Er… äh… Ihr älterer Bruder, Liam, ist draußen“, stammelte der Mann. „Er sagt, er wartet schon.“

Liam? Scheiße.

Er hatte mein Handy wie verrückt angerufen, und ich hatte seine Anrufe am laufenden Band ignoriert.

Als ich zum zweiten Tor ging, erblickte ich Liam.

Und ich hatte die Distanz zwischen uns noch nicht einmal überbrückt, da knallte schon eine Faust gegen meinen Kiefer. Scharf, schnell, präzise.

Ich taumelte zurück, meine Zähne knallten aufeinander, der Kopf drehte sich. Sterne blitzten hinter meinen Augen auf.

„Ernsthaft?“, keuchte ich und fasste mir an den Kiefer. „Was zur Hölle…“

„Du hast dich nicht an den Plan gehalten“, sagte er, wieder völlig ruhig, als würde er das Wetter kommentieren.

„Nun, du warst nicht präzise genug.“ Ich wischte mir mit dem Handrücken über die Lippen.

„Ich hätte wissen müssen, dass etwas schiefgeht, wenn du darin verwickelt bist.“

Ich grinste dreckig. „Ich kann doch auch nichts dafür, wenn mein Charme überall herumgeht und jeden umhaut.“

„Es ist verdammt noch mal nicht lustig, Nikolai.“ Er starrte mich düster an, und ich hob kapitulierend die Hände in die Luft.

Er drückte sich auf den Nasenrücken zwischen seinen Augenbrauen, bevor er sagte: „Ich weiß, dass du bereits Beschatter auf den Jungen angesetzt hast, der dich ausgeknockt hat. Finde ihn und bring ihn zu mir. Ich werde mich auf meine Weise um ihn kümmern.“

„Wird nichts draus, Liam“, dehnte ich die Worte träge und rieb mir die Wange.

„Was?“, verengten sich seine Augen.

„Der Typ hat sich mit mir angelegt. Also werde ich mich selbst um ihn kümmern und dir jede Information beschaffen, die du von ihm willst. Überlass ihn also mir.“ Mein Blick traf den von Liam, der mich wenig begeistert ansah – was mir herzlich scheißegal war.

„Und wie kann ich sicher sein, dass du das nicht auch verkackst?“

„Vertrau mir, Bruder.“ Ich schnalzte mit der Zunge und warf ihm einen zynischen Blick zu. „Der Hurensohn hat sich mit mir angelegt, also lass mich mein eigenes Spiel mit ihm spielen.“

*Nathaniel Lockwood gehört verdammt noch mal mir.*

*Ja, er gehört uns.*

„Du solltest dir echt mal das Gehirn untersuchen lassen, weißt du das?“, wurde sein Blick noch ernster. „Was hat er dir injiziert?“

„Hatte keine Gelegenheit, ihn zu fragen“, antwortete ich trocken. „Ich war zu beschäftigt damit, wegzutreten.“

Er atmete aus und sah auf seine Uhr. „Ich werde dafür sorgen, dass Dad dir wie versprochen vom Hals bleibt, aber ich kann dir nicht garantieren, dass er dich nicht trotzdem fertigmacht.“

*Und ich kann es verdammt noch mal kaum erwarten, bis der Tag kommt, an dem ich mir die Hände mit dem Blut meines Vaters schmutzig mache.*

„Tu nichts Dummes, Niko. Er beobachtet dich.“

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