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Seine Ex im Glück, der CEO in Tränen
Seine Ex im Glück, der CEO in Tränen
Author: Madame Fischer

Kapitel 1

Author: Madame Fischer
Emily Berger hatte sich gefragt, was letzte Nacht in Julian Hartmann gefahren war, dass er sich im Bett so an ihr ausgetobt hatte.

Heute Morgen erfuhr sie den Grund.

Ihr Schwager wollte sich verloben.

Mit der Frau, an der das Herz ihres Mannes hing.

Die Frau, die Julian liebte und nicht haben konnte, wollte also seinen eigenen Bruder heiraten.

Wie pikant.

Als sie nach unten kam, war Julian bereits fertig angezogen und wollte gerade das Haus verlassen.

Mit einer Körpergröße von fast 1,90 Metern wirkte er schon auf den ersten Blick einschüchternd.

Er war es seit Jahren gewohnt, das Sagen zu haben.

Seine Ausstrahlung war so bestimmend, dass man leicht darüber hinwegsah, wie gut er eigentlich aussah.

Dabei konnten selbst seine kühle Miene und sein strenger Blick nicht verbergen, wie attraktiv er war.

Dazu kamen die breiten Schultern, die schmale Taille und seine große, aufrechte Gestalt. Der teure Stoff seiner Hose umspannte lange Beine und unterstrich den Eindruck von Kraft und Dominanz.

Emily wusste längst, wie der älteste Sohn der Familie Hartmann war. Ernst, besonnen, diszipliniert und stets auf tadellose Umgangsformen bedacht.

Nichts auf der Welt schien ihn aus der Fassung bringen zu können.

Bis auf diese eine Frau ...

Emily schluckte den bitteren Schmerz hinunter und ging direkt ins Esszimmer, ohne ihn anzusehen.

Julians dunkler Blick glitt über sie. Dann senkte er die Augen, richtete seine Manschettenknöpfe und ging.

Keiner von beiden sagte ein Wort.

Als die Tür ins Schloss fiel, lächelte Emily bitter.

Ein leiser Schmerz zog sich durch ihre Brust.

Sie hatte geglaubt, mit einer Ehe leben zu können, in der sie einander höflich, aber ohne jede Wärme begegneten.

Doch ihre Gefühle hatte sie nicht im Griff. Sie war diesem Mann immer mehr verfallen.

Sie frühstückte, ohne etwas zu schmecken, den Blick ins Leere gerichtet.

Ihr Handy klingelte. Sie nahm ab und stand auf.

„Ich komme sofort.“

Am Nachmittag war sie von der Arbeit im Forschungsinstitut völlig ausgelaugt.

Mit ihrem bisherigen Kollegen Simon Fischer war sie ein eingespieltes Team gewesen. Warum er plötzlich versetzt worden war, wusste sie nicht.

Andreas Wagner war gerade erst ins Team gekommen, doch die Datenauswertung gehörte nicht zu seinen Stärken.

Emily erledigte die Arbeit von zwei Personen. Dass sie auch noch ganz andere Dinge beschäftigten, machte es nicht leichter.

Erst als sie fertig war und auf ihr Handy sah, entdeckte sie Julians Nachricht.

Nur ein paar knappe, kühle Worte.

„Heute Abend zurück ins Hartmann-Anwesen.“

Vermutlich sollte die bevorstehende Verlobung von Tobias Hartmann und Katharina Brandt bekannt gegeben werden.

Tobias war Julians jüngerer Halbbruder. Sie hatten denselben Vater, aber unterschiedliche Mütter.

Katharina war die Frau, die Julian nicht vergessen konnte.

Zwei Brüder, die dieselbe Frau wollten.

Das Familienessen heute Abend versprach interessant zu werden.

Emily kam am Hartmann-Anwesen an. Gerade wollte sie hineingehen, da entdeckte sie Julian und Katharina an der Hausecke.

Sie war zu weit weg, um zu hören, was die beiden sagten.

Doch sie sah, wie Julian Katharina eine Geschenktüte reichte.

Katharina strahlte vor Glück.

Sie hob ihr zartes, hübsches Gesicht zu ihm. Wieder dieser verletzliche, schutzbedürftige Ausdruck, den Emily nur zu gut kannte.

Von ihrem Standort aus sah Emily Julian nur im Profil.

Die markante Nase, der kantige Kiefer. Auf seinen Lippen lag ein leichtes Lächeln.

So lächelte er nie, wenn er mit ihr zusammen war.

Bitterer Schmerz durchzog Emilys Herz.

Sie grub die Fingernägel in ihre Handflächen, wandte den Blick ab und stieg die Stufen hinauf.

Ihre Absätze klackten leise auf dem Stein.

Julian sah zu ihr herüber. Von seinem Lächeln war nichts mehr übrig. Sein Blick war kühl, seine Miene wieder verschlossen.

Emily sah geradeaus und öffnete die Tür.

Julian wandte sich zum Gehen.

„Julian“, hielt Katharina ihn mit sanfter Stimme zurück. „Hast du morgen Nachmittag Zeit? Tobias muss zu seinem Professor. Kannst du mich zum Tierarzt begleiten?“

„Morgen Nachmittag habe ich eine Besprechung. Ich schaue, ob ich es einrichten kann“, antwortete Julian mit tiefer Stimme. „Geh schon mal rein. Draußen ist es kalt.“

Katharina lächelte.

„Geh du ruhig vor. Ich rufe noch kurz Tobias an.“

Als Julian ging, legte sich ein siegessicheres Lächeln auf Katharinas Lippen.

Kaum hatte Emily das Haus betreten, hörte sie eine gehässige Stimme.

„Na, lässt du dich auch endlich mal blicken? Brauchst du zum Essen eine schriftliche Einladung? Nur weil du Julian geheiratet hast, dreht sich hier noch lange nicht alles um dich. Für deinen Mann und den Haushalt hast du wohl keine Zeit mehr? Kochen, Wäsche waschen, sich um die Familie kümmern, dafür bist du dir offenbar zu schade! Hauptsache, du kannst ständig unterwegs sein. So stellst du dir also das Eheleben vor?“

Emily hob den Blick. Julians Stiefmutter Claudia Hartmann saß dort, vornehm und würdevoll.

Nur ihre Worte waren gehässig, herablassend und voller Arroganz.

Die Hartmanns waren reich und einflussreich. Seit dem Tod seines Großvaters führte Julian das Familienimperium.

Mit seiner Stiefmutter verstand er sich nicht.

Claudia wollte am liebsten alles ihrem eigenen Sohn sichern.

Schon Julian konnte sie nicht leiden. Emily noch weniger.

Die Ehe der beiden hatte Julians Großvater arrangiert. Alle hatten gefunden, dass Emily aus viel zu einfachen Verhältnissen kam, um zu Julian zu passen.

Nur Claudia hatte die Heirat begrüßt.

Je weniger Rückhalt Julian durch die Familie seiner Frau bekam, desto besser für Tobias. Wenn der selbst in eine einflussreiche Familie einheiratete, stiegen seine Chancen, sich gegen seinen Bruder durchzusetzen.

Mit Katharina als künftiger Schwiegertochter war Claudia deshalb ausgesprochen zufrieden.

Die Brandts hatten neben ihren beiden Söhnen nur diese eine Tochter und lasen ihr jeden Wunsch von den Augen ab.

Neben ihr hatte Emily noch weniger zu bieten. Wenn niemand sonst dabei war, nahm Claudia ihr gegenüber deshalb erst recht kein Blatt vor den Mund.

Doch kaum hatte sie ausgesprochen, stand Julian hinter Emily.

Er legte ihr eine Hand an den unteren Rücken.

„Warum bleibst du hier stehen? Geh rein“, sagte er kühl.

Emily wich seiner Hand aus, wechselte die Schuhe und ging weiter.

Julian ballte die Hand zur Faust. Die Knöchel traten deutlich hervor.

Claudia erhob sich mit einem höflichen Lächeln.

„Da bist du ja, Julian. Komm rein, das Essen ist gleich fertig.“

Julian sah sie kühl an.

„Was machst du dann im Wohnzimmer? Gehörst du nicht in die Küche? Du hast doch selbst gesagt, eine Ehefrau kümmert sich um ihre Familie, kocht und wäscht die Wäsche.“

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