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Kapitel 41

Author: Jude Vincent
last update publish date: 2026-09-30 16:40:37

Die Morgensonne stieg hoch über der Stadt auf und warf helles Licht durch die hohen Glasfenster des großen Penthouses. In dem kleinen, engen Gästezimmer am ganz hinteren Ende des Serviceflurs sah die Atmosphäre völlig anders aus.

Victoria Morati war früh wach geworden. Sie setzte sich auf dem schmalen Bett auf, rieb sich die Augen und blickte sich in dem winzigen Raum um. Es gab keinen großen, weichen Teppich, keine wunderschöne Aussicht auf die Skyline der Stadt und keine teure Einrichtung. Di
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    Der kleine, dunkle Serviceraum roch nach altem Staub und abgestandener Luft. Victoria Morati saß auf der Kante des schmalen, harten Bettes, ihr Gesicht zu einer hässlichen Maske aus purer Wut verzerrt. Ihr teures rotes Kleid war verknittert, ihr Make-up leicht verschmiert und ihre Hände zitterten vor Zorn.Direkt neben ihr schritt Clara unruhig auf dem winzigen Boden auf und ab und murmelte Flüche vor sich hin.„Ich kann es nicht fassen!“, zischte Clara, blieb abrupt stehen und starrte Victoria an. „Hast du gesehen, wie der große Bruder uns angesehen hat? Hast du gehört, wie er dieses Straßenmädchen gegen sein eigenes Blut verteidigt hat? Er hat tatsächlich gedroht, uns aus der Stadt zu verbringen! Wegen ihr!“Victoria antwortete nicht sofort. Sie hob langsam den Kopf, ihre dunklen Augen verengten sich zu gefährlichen, berechnenden Schlitzen. Die Demütigung, die sie am Frühstückstisch erlitten hatte, hatte jede verbleibende Geduld in ihr weggebrannt. Sie war eine Morati. Sie gehörte z

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    Die Morgensonne stieg hoch über der Stadt auf und warf helles Licht durch die hohen Glasfenster des großen Penthouses. In dem kleinen, engen Gästezimmer am ganz hinteren Ende des Serviceflurs sah die Atmosphäre völlig anders aus.Victoria Morati war früh wach geworden. Sie setzte sich auf dem schmalen Bett auf, rieb sich die Augen und blickte sich in dem winzigen Raum um. Es gab keinen großen, weichen Teppich, keine wunderschöne Aussicht auf die Skyline der Stadt und keine teure Einrichtung. Die Wände waren schlicht weiß, das Bett war hart und die Luft roch leicht nach alten Abstellkartons.Eine scharfe Welle der Wut stieg in ihrer Brust auf.„Das kann ich nicht glauben“, flüsterte Victoria vor sich hin, während sich ihr Gesicht zu einem hässlichen Stirnrunzeln verzog. „Ich, eine Morati, schlafe in einer Abstellkammer wie ein gewöhnlicher Diener! Diese fette Niemandin Alessia wird für diese Demütigung bezahlen.“Gegenüber im kleinen Raum schlief Clara tief und fest auf einem anderen s

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    Lucien blickte auf sie herab, während sich sein Kiefer fest anspannte. Er verabscheute den Gedanken, Victoria auch nur eine weitere Sekunde bleiben zu lassen, aber der Anblick von Alessias ruhigem, zuversichtlichem Blick ließ ihn innehalten. Er holte langsam tief Luft und überließ ihr die Führung.Alessia trat vor und glitt sanft an Lucien vorbei, sodass sie Victoria von Angesicht zu Angesicht gegenüberstand. Selbst ohne Designerlabels oder Generationen von High-Society-Herkommen trug Alessia sich mit einer ruhigen, natürlichen Würde, die Victorias erzwungene Eleganz hohl und verzweifelt wirken ließ.„Du willst für eine Woche hier bleiben, Victoria?“, fragte Alessia mit ruhiger, klarer und fester Stimme. „Du willst in einem Haus ‚Heile Welt‘ spielen, in dem du ganz offensichtlich unerwünscht bist?“Victoria zog eine Augenbraue hoch und blickte mit einem herablassenden Grinsen auf Alessia herab. „Es geht hier nicht um ‚Heile Welt‘ spielen, Schätzchen. Es geht darum, meiner lieben Freun

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    Das morgendliche Sonnenlicht flutete das großzügige Wohnzimmer des Penthouses und warf einen warmen, goldenen Glanz auf die polierten Böden. Alessia saß bequem auf dem weißen Sofa und stützte ein weiches Kissen in ihrem Rücken ab. Seit Dr. Helens Besuch und der umwälzenden Nachricht von dem Baby hatte Lucien sich in den aufmerksamsten Ehemann der Welt verwandelt. Er hatte seine morgendlichen Frühmeetings abgesagt, um bei ihr zu Hause zu bleiben, und dafür gesorgt, dass Avery frisches Obst, warmen Tee und alles brachte, was sie möglicherweise brauchte.„Lucien, du musst heute wirklich nicht zu Hause bleiben“, lächelte Alessia sanft und beobachtete, wie er mit einem Tablet in der Hand ihr gegenüber saß, wobei er die Arbeit mit einem Auge im Blick behielt, während sich der andere völlig auf sie konzentrierte. „Dein Unternehmen braucht dich.“„Meine Unternehmen können einen Tag lang von allein laufen“, erwiderte Lucien ruhig, während sich seine dunklen Augen beim Anblick von ihr verweichl

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    Die Temperatur in dem kleinen, schmutzigen Büro sank so tief ab, dass es sich anfühlte wie im tiefsten Winter.Evander wurde kreidebleich. Seine Knie fingen an zu zittern, und er klammerte sich zur Unterstützung an die Kante des Schreibtisches. Liora stieß ein scharfes Keuchen aus, wich zurück, bis ihr Rücken die Wand traf, und ihre Augen weiteten sich vor purer, unverfälschter Angst.„L-Lucien...?“, stammelte Evander, und seine Stimme brach wie die eines ängstlichen Kindes. „Was... was machst du hier? Du solltest nicht... das ist ein privates Büro!“Lucien antwortete nicht sofort. Langsam schritt er über den billigen Teppich, während seine Lederschuhe laut auf dem Boden klackten. Direkt vor dem Schreibtisch blieb er stehen und überragte Evander. Er wirkte nicht wütend; er wirkte tot, kalt und absolut unaufhaltsam.„Du dielst, du wärst sehr schlau gewesen, Evander“, sagte Lucien mit tiefer, sanfter und furchterregend ruhiger Stimme. „Du dachtest, du könntest dich hinter Offshore-Proxy

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    Die Luft in dem kleinen, schäbigen Büro nahe den Industriedocks war dick und heiß. Ein einzelner Deckenventilator drehte sich langsam über ihnen und machte ein lautes Klickgeräusch, während er abgestandene Luft durch den Raum drückte.Evander saß mit einem breiten, arroganten Lächeln im Gesicht in seinem knarrenden Stuhl. Er hatte die Füße auf den zerkratzten Holztisch gelegt und die Knöchel gekreuzt. Auf dem billigen Plastiklaptop vor ihm zeigten die Börsengrafiken rote Linien und fallende Zahlen.„Sieh dir das an, Liora“, lachte Evander und zeigte mit dem Finger auf den Bildschirm. „Sieh dir an, wie schnell seine Aktienkurse fallen. Lucien Vance dachte, er sei unantastbar. Er dachte, er könnte uns alles wegnehmen und damit davonkommen. Aber heute haben wir ihn genau dort getroffen, wo es wehtut. Wir haben ihm in weniger als einer Stunde Millionen von Dollar abgenommen.“Liora stand am kleinen Fenster und blickte durch das schmutzige Glas auf die graue Industriestraße da unten. Sie h

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