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Seine Rogue Luna: Gebunden an den Mitternachts Alpha
Seine Rogue Luna: Gebunden an den Mitternachts Alpha
Author: LORA ASHLEY

1. Immer noch eine Gefangene.

Author: LORA ASHLEY
last update publish date: 2026-08-03 17:51:29

~ LAYLA ~

Ich werde heute nicht sterben.

Kalte Eisenmanschetten beißen sich in meine Handgelenke. Eine schmerzhafte Migräne pocht hinter meinen Augen, jeder Schlag scharf genug, um die Wände um mich herum kippen zu lassen.

Ich will nicht glauben, dass das hier real ist, aber die Wahrheit ist bereits schwer zu leugnen.

Ich bin angekettet. Schon wieder.

Die Kette stöhnt, als ich daran rüttle. Die dicken Glieder verschwinden in der Wand hinter mir und sind so tief verankert, dass selbst eine vollständige Verwandlung sie nicht herausreißen könnte.

Wer diese Ketten gebaut hat, weiß genau, wie man einen Wolf festhält.

Ich zerre erneut an den Ketten und schaue mich um. Dieser Ort ist eine Zelle, und ich bin eingesperrt wie ein Tier. Ich weiß nicht genau, wo ich bin. Alles, was ich weiß und fühle, ist, dass ich nicht wieder in Kaliqs Käfig stecke – wie irgendein tollwütiges Tier, das er eingesperrt und beinahe zu dem gemacht hat, was er aus mir machen wollte.

Diese Zelle ist nicht Kaliqs Gefängnis.

Aber dennoch ist es immer noch ein Gefängnis – nur viel größer und kälter als Kaliqs.

Wahrscheinlich sogar schlimmer.

Als ich erneut an den Ketten ziehe, die mich an der Wand festhalten, zischt das Silber auf meiner Haut mit einem weiteren schmerzhaften Brand. Der Schmerz schießt in meine Arme hinauf, während ich einen klagenden Schrei unterdrücke und wieder ziehe.

Immer noch nichts.

Ich hänge hier hilflos, wieder einmal eine Gefangene.

Jede Flucht führt mich nur in einen neuen Käfig.

Werde ich jemals frei sein?

Der Gedanke lässt mich vor Wut und Hilflosigkeit schreien wollen. Mein Herz blutet, wenn ich an meine Familie denke.

Meine Eltern.

Der Schrei meiner Mutter.

Der letzte Kampf meines Vaters.

Und mein kleiner Bruder Erin.

Sie starben, um mich zu beschützen, und ich schwor mir, ihr Vermächtnis zu bewahren, indem ich mich nie wieder sterben oder gefangen nehmen lassen würde. Ich schwor, mich nie wieder von dem einen Mann einfangen zu lassen, der geschworen hat, mich und meine gesamte Familie zu besitzen und zu zerstören.

Das Monster, das alles vernichtet hat.

Kaliq.

Ich bin mir sicher, dass er meine Familie getötet hat. Er hat mich auch jahrelang versklavt, bis ich endlich entkommen bin und schwor, mich nie wieder von ihm versklaven zu lassen.

Aber warum bin ich jetzt hier eingesperrt?

Ist es ihm doch gelungen, mich in jener Nacht zurückzuholen?

Ist das der Grund, warum ich hier bin?

Hat er mich wiedergefunden?!

Angst jagt in eisigen Schauern meinen Rücken hinunter. Mein Atem stockt im Hals, während ich verzweifelt versuche, mich an irgendetwas um mich herum festzuhalten. An irgendetwas, das Sinn ergeben könnte.

Ich zwinge mich, mich umzuschauen und nach weiteren Antworten zu suchen.

Die Decke dieses Ortes ist mit Spinnweben bedeckt. Die Ziegel der Wände sind dunkel und rissig. Zu meiner Rechten befindet sich ein kleines Fenster, weit oben nahe der Decke, und Sonnenlicht fällt hindurch und zeichnet ein weiches, blassgelbes Leuchtmuster auf den Boden. Außerdem höre ich draußen Vögel singen.

Okay. Ich weiß, dass ich nicht unter der Erde bin.

Aber ich bin immer noch in einer Zelle eingesperrt.

Wo zum Teufel bin ich?!

Ich schließe die Augen und versuche, durch den chaotischen Nebel in meinen Erinnerungen zu graben, um irgendein Detail festzuhalten.

Rennen.

Ich erinnere mich an das Rennen.

Ich erinnere mich, wie ich nach Luft gerungen habe und mein Herz pochte, als würde ich sterben – aber ich rannte weiter.

Ich erinnere mich an die harten Geräusche der verfolgenden Schritte hinter mir.

Diese Schritte gehörten Kaliqs Männern, die versuchten, mich einzufangen und in jenen stinkenden Käfig zurückzuzerren.

Und …

Und dann … ich glaube, ich erinnere mich—

„Sie ist wach, Alpha.“

Die Stimme lässt meine Augen aufreißen.

Die Stimme ist tief, gehört einem Mann.

Und sie kommt von außerhalb meiner Zelle.

In diesem Moment fällt mir etwas Glänzendes an einem der Eisenstäbe auf, und ich blinzle das Objekt an.

Verdammt, nein.

Mein Herz sinkt bei dem Anblick: das Symbol eines Sichelmonds, durchkreuzt von drei Krallenmalen.

Ich kenne dieses Symbol!

Jeder kennt dieses verfluchte Symbol!

Es ist das Rudelwappen, das nur dem BloodHounds-Rudel gehört!

Ein Schauer jagt mir den Rücken hinunter, mein ganzer Körper erstarrt vor Kälte.

Ich bin eine gefangene Einzelgängerin im Gebiet des BloodHounds-Rudels.

Nein.

Das kann mir nicht passieren!

Das ist schlimm. Wirklich schlimm. Die BloodHounds nehmen keine Gefangenen. Sie töten Einzelgänger wie mich auf der Stelle, und ihr Alpha ist die erbarmungsloseste Seele auf Erden – nach all den Horrorgeschichten, die ich über ihn gehört habe.

Er ist kalt. Tödlich.

Und hat keine verdammte Gnade.

Sein Name ist Raelin Michaelson.

Aber die Welt nennt ihn den Mitternachts-Alpha.

Vor drei Jahren hat er in einer einzigen Nacht ein ganzes Einzelgänger-Lager ausgelöscht. Sie hatten sein Rudel angegriffen und in der Nacht seiner Aufstiegszeremonie fünfzehn Frauen und Kinder getötet. Das Massaker geschah mitten in der Nacht, und er sorgte dafür, dass kein einziger Einzelgänger in diesem Lager überlebte.

Seitdem meiden alle Einzelgänger-Rudel sein Territorium wie die Pest.

Jetzt komme ich mir vor wie eine Närrin. Eine große, massive Einzelgänger-Närrin, die irgendwie nach jener Nacht, in der ich Kaliq entkommen war, in das Territorium des Mitternachts-Alphas gestolpert ist.

Zur Strafe sitze ich jetzt in seinem Gefängnis.

Ich bin dem Untergang geweiht.

Und schlimmer noch: Ich weiß bereits, dass ich diesen verfluchten Ort nie lebend verlassen werde, es sei denn, ich tue etwas, um mich selbst zu retten.

Weinend beginne ich erneut, an den Ketten zu zerren. Die Kraft ist hart genug, dass meine Handgelenke bluten, aber das ist mir egal.

Ich will hier nur irgendwie rauskommen.

Ich ziehe immer wieder an den Fesseln, aber meine Bemühungen sind völlig nutzlos.

Mehr Tränen laufen mir über das Gesicht.

Was habe ich getan? Wie konnte ich so dumm sein, nach meiner Flucht vor Kaliq in das Territorium der BloodHounds zu geraten?!

„Nein, nein, nein“, flüstere ich mir selbst zu und ermutige die letzte Kraft, die mir geblieben ist. Ich zerre härter an den Ketten und ignoriere den zischenden Schmerz des Silbers, das sich in mein Fleisch brennt.

Ich kann nicht aufgeben.

Ich werde nicht aufgeben.

Plötzlich lassen mich die Geräusche näherkommender Schritte erstarren, und als Nächstes höre ich Schlüssel klirren, gefolgt vom Aufschwingen meiner Zellentür.

Mein Herz zieht sich sofort vor Angst zusammen.

Habe ich verdammte Angst? Ja.

Aber werde ich heute sterben? Nein.

Das glaube ich nicht.

Ich werde kämpfen bis zum letzten Tropfen meines Blutes, wenn das nötig ist, um mich am Leben zu halten.

Wenn ich untergehe, dann kämpfend!

Ich hole tief Luft. Die Luft an diesem Ort fühlt sich stickiger an.

Doch plötzlich atme ich einen süßen, beruhigenden Duft von Kiefer und Zimt ein – ein Duft, der mich sofort berauscht.

Liebe Göttin … dieser Duft …

Dieser Duft ist so tröstlich, trotz des Gestanks und der Dunkelheit in dieser verfluchten Zelle.

Ich schließe die Augen und atme tiefer ein. Meine Wölfin schnurrt in mir.

Wir mögen diesen Duft.

Warte … dieser Duft ist süß, tröstlich, aber er ist auch …

Unmöglich.

Ein Alpha.

Dieser Duft trägt eine starke Alpha-Aura in sich, vermischt mit seiner Süße.

Ich spüre die Aura in meinen Knochen. In meiner Seele.

Und da ist noch etwas anderes, das in meinem Herzen brennt – ein brennendes Gefühl, das ich bereits erkenne, weil meine Mutter mir so viel darüber erzählt hat.

Das Gefährtenband.

Ich habe es nie erlebt, aber ich weiß, wie es sich anfühlt, weil meine Mutter mir immer erzählt hat, wie sie das Gefährtenband spürte, als sie meinem Vater begegnete.

Jetzt erlebe ich dasselbe.

Nur dass in meinem Fall mein Gefährte …

Mein Gefährte ist an diesem dunklen, gottverlassenen Ort mit mir.

Und er ist ein verdammter Alpha.

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