LOGIN„Ich will, dass du mich liebst, Layla Kavros. Ich will, dass du mir gehörst. Ich will DICH und NUR DICH.“ Layla Kavros kennt nur eine Wahrheit: Zuhause ist kein Ort – es ist eine ferne Erinnerung, begraben unter Narben, Fesseln und einem gefrorenen Herzen, das sich fürchtet, jemals wieder zu vertrauen oder zu lieben. Nachdem sie der lebendigen Hölle entkommen ist, erwacht Layla an dem letzten Ort, an dem eine flüchtige Einzelgängerin jemals sein sollte – im Kerker des BloodHounds-Rudels. Dort erwartet sie Folter und Tod, doch ihr Gefangenenwärter ist kein gewöhnlicher Wolf. Er ist Alpha Raelin Michaelson. Tödlich. Besitzergreifend. Und ihr schicksalhafter Gefährte. Raelin hat Jahre darauf gewartet, seine Gefährtin zu finden, doch nun steht er dem einen Band gegenüber, das er nicht leugnen kann. Er will die widerspenstige Einzelgängerin vor ihm hassen, doch der Hunger, sie zu beanspruchen, ist unwiderstehlich. Gefangen zwischen einem Gefährten, den sie nicht will, und einer Hölle, in die sie nicht zurückkehren kann, bleibt Layla keine andere Wahl, als einen gefährlichen Deal einzugehen: Sie wird unter seinem Dach leben – im Austausch für seinen Schutz. Doch Frieden ist eine Illusion für eine Einzelgängerin im BloodHounds-Rudel, besonders für eine, die die Gefährtin des Alphas ist. Eingeschlossen in die Eifersucht einer Rivalin und einen dunklen Feind aus ihrer Vergangenheit, der alles zerstören könnte, wird Layla zu einem grausamen Dilemma gezwungen – den Alpha wählen, der langsam ihr gefrorenes Herz schmelzen lässt, oder die Familie retten, von der sie glaubte, sie für immer verloren zu haben. Können am Ende zwei Seelen eine Liebe überleben, für die es sich zu sterben lohnt? Oder werden sie von Geheimnissen und jenen zerrissen, die nichts sehnlicher wollen, als sie vernichtet zu sehen?
View More~ LAYLA ~
Ich werde heute nicht sterben. Kalte Eisenmanschetten beißen sich in meine Handgelenke. Eine schmerzhafte Migräne pocht hinter meinen Augen, jeder Schlag scharf genug, um die Wände um mich herum kippen zu lassen. Ich will nicht glauben, dass das hier real ist, aber die Wahrheit ist bereits schwer zu leugnen. Ich bin angekettet. Schon wieder. Die Kette stöhnt, als ich daran rüttle. Die dicken Glieder verschwinden in der Wand hinter mir und sind so tief verankert, dass selbst eine vollständige Verwandlung sie nicht herausreißen könnte. Wer diese Ketten gebaut hat, weiß genau, wie man einen Wolf festhält. Ich zerre erneut an den Ketten und schaue mich um. Dieser Ort ist eine Zelle, und ich bin eingesperrt wie ein Tier. Ich weiß nicht genau, wo ich bin. Alles, was ich weiß und fühle, ist, dass ich nicht wieder in Kaliqs Käfig stecke – wie irgendein tollwütiges Tier, das er eingesperrt und beinahe zu dem gemacht hat, was er aus mir machen wollte. Diese Zelle ist nicht Kaliqs Gefängnis. Aber dennoch ist es immer noch ein Gefängnis – nur viel größer und kälter als Kaliqs. Wahrscheinlich sogar schlimmer. Als ich erneut an den Ketten ziehe, die mich an der Wand festhalten, zischt das Silber auf meiner Haut mit einem weiteren schmerzhaften Brand. Der Schmerz schießt in meine Arme hinauf, während ich einen klagenden Schrei unterdrücke und wieder ziehe. Immer noch nichts. Ich hänge hier hilflos, wieder einmal eine Gefangene. Jede Flucht führt mich nur in einen neuen Käfig. Werde ich jemals frei sein? Der Gedanke lässt mich vor Wut und Hilflosigkeit schreien wollen. Mein Herz blutet, wenn ich an meine Familie denke. Meine Eltern. Der Schrei meiner Mutter. Der letzte Kampf meines Vaters. Und mein kleiner Bruder Erin. Sie starben, um mich zu beschützen, und ich schwor mir, ihr Vermächtnis zu bewahren, indem ich mich nie wieder sterben oder gefangen nehmen lassen würde. Ich schwor, mich nie wieder von dem einen Mann einfangen zu lassen, der geschworen hat, mich und meine gesamte Familie zu besitzen und zu zerstören. Das Monster, das alles vernichtet hat. Kaliq. Ich bin mir sicher, dass er meine Familie getötet hat. Er hat mich auch jahrelang versklavt, bis ich endlich entkommen bin und schwor, mich nie wieder von ihm versklaven zu lassen. Aber warum bin ich jetzt hier eingesperrt? Ist es ihm doch gelungen, mich in jener Nacht zurückzuholen? Ist das der Grund, warum ich hier bin? Hat er mich wiedergefunden?! Angst jagt in eisigen Schauern meinen Rücken hinunter. Mein Atem stockt im Hals, während ich verzweifelt versuche, mich an irgendetwas um mich herum festzuhalten. An irgendetwas, das Sinn ergeben könnte. Ich zwinge mich, mich umzuschauen und nach weiteren Antworten zu suchen. Die Decke dieses Ortes ist mit Spinnweben bedeckt. Die Ziegel der Wände sind dunkel und rissig. Zu meiner Rechten befindet sich ein kleines Fenster, weit oben nahe der Decke, und Sonnenlicht fällt hindurch und zeichnet ein weiches, blassgelbes Leuchtmuster auf den Boden. Außerdem höre ich draußen Vögel singen. Okay. Ich weiß, dass ich nicht unter der Erde bin. Aber ich bin immer noch in einer Zelle eingesperrt. Wo zum Teufel bin ich?! Ich schließe die Augen und versuche, durch den chaotischen Nebel in meinen Erinnerungen zu graben, um irgendein Detail festzuhalten. Rennen. Ich erinnere mich an das Rennen. Ich erinnere mich, wie ich nach Luft gerungen habe und mein Herz pochte, als würde ich sterben – aber ich rannte weiter. Ich erinnere mich an die harten Geräusche der verfolgenden Schritte hinter mir. Diese Schritte gehörten Kaliqs Männern, die versuchten, mich einzufangen und in jenen stinkenden Käfig zurückzuzerren. Und … Und dann … ich glaube, ich erinnere mich— „Sie ist wach, Alpha.“ Die Stimme lässt meine Augen aufreißen. Die Stimme ist tief, gehört einem Mann. Und sie kommt von außerhalb meiner Zelle. In diesem Moment fällt mir etwas Glänzendes an einem der Eisenstäbe auf, und ich blinzle das Objekt an. Verdammt, nein. Mein Herz sinkt bei dem Anblick: das Symbol eines Sichelmonds, durchkreuzt von drei Krallenmalen. Ich kenne dieses Symbol! Jeder kennt dieses verfluchte Symbol! Es ist das Rudelwappen, das nur dem BloodHounds-Rudel gehört! Ein Schauer jagt mir den Rücken hinunter, mein ganzer Körper erstarrt vor Kälte. Ich bin eine gefangene Einzelgängerin im Gebiet des BloodHounds-Rudels. Nein. Das kann mir nicht passieren! Das ist schlimm. Wirklich schlimm. Die BloodHounds nehmen keine Gefangenen. Sie töten Einzelgänger wie mich auf der Stelle, und ihr Alpha ist die erbarmungsloseste Seele auf Erden – nach all den Horrorgeschichten, die ich über ihn gehört habe. Er ist kalt. Tödlich. Und hat keine verdammte Gnade. Sein Name ist Raelin Michaelson. Aber die Welt nennt ihn den Mitternachts-Alpha. Vor drei Jahren hat er in einer einzigen Nacht ein ganzes Einzelgänger-Lager ausgelöscht. Sie hatten sein Rudel angegriffen und in der Nacht seiner Aufstiegszeremonie fünfzehn Frauen und Kinder getötet. Das Massaker geschah mitten in der Nacht, und er sorgte dafür, dass kein einziger Einzelgänger in diesem Lager überlebte. Seitdem meiden alle Einzelgänger-Rudel sein Territorium wie die Pest. Jetzt komme ich mir vor wie eine Närrin. Eine große, massive Einzelgänger-Närrin, die irgendwie nach jener Nacht, in der ich Kaliq entkommen war, in das Territorium des Mitternachts-Alphas gestolpert ist. Zur Strafe sitze ich jetzt in seinem Gefängnis. Ich bin dem Untergang geweiht. Und schlimmer noch: Ich weiß bereits, dass ich diesen verfluchten Ort nie lebend verlassen werde, es sei denn, ich tue etwas, um mich selbst zu retten. Weinend beginne ich erneut, an den Ketten zu zerren. Die Kraft ist hart genug, dass meine Handgelenke bluten, aber das ist mir egal. Ich will hier nur irgendwie rauskommen. Ich ziehe immer wieder an den Fesseln, aber meine Bemühungen sind völlig nutzlos. Mehr Tränen laufen mir über das Gesicht. Was habe ich getan? Wie konnte ich so dumm sein, nach meiner Flucht vor Kaliq in das Territorium der BloodHounds zu geraten?! „Nein, nein, nein“, flüstere ich mir selbst zu und ermutige die letzte Kraft, die mir geblieben ist. Ich zerre härter an den Ketten und ignoriere den zischenden Schmerz des Silbers, das sich in mein Fleisch brennt. Ich kann nicht aufgeben. Ich werde nicht aufgeben. Plötzlich lassen mich die Geräusche näherkommender Schritte erstarren, und als Nächstes höre ich Schlüssel klirren, gefolgt vom Aufschwingen meiner Zellentür. Mein Herz zieht sich sofort vor Angst zusammen. Habe ich verdammte Angst? Ja. Aber werde ich heute sterben? Nein. Das glaube ich nicht. Ich werde kämpfen bis zum letzten Tropfen meines Blutes, wenn das nötig ist, um mich am Leben zu halten. Wenn ich untergehe, dann kämpfend! Ich hole tief Luft. Die Luft an diesem Ort fühlt sich stickiger an. Doch plötzlich atme ich einen süßen, beruhigenden Duft von Kiefer und Zimt ein – ein Duft, der mich sofort berauscht. Liebe Göttin … dieser Duft … Dieser Duft ist so tröstlich, trotz des Gestanks und der Dunkelheit in dieser verfluchten Zelle. Ich schließe die Augen und atme tiefer ein. Meine Wölfin schnurrt in mir. Wir mögen diesen Duft. Warte … dieser Duft ist süß, tröstlich, aber er ist auch … Unmöglich. Ein Alpha. Dieser Duft trägt eine starke Alpha-Aura in sich, vermischt mit seiner Süße. Ich spüre die Aura in meinen Knochen. In meiner Seele. Und da ist noch etwas anderes, das in meinem Herzen brennt – ein brennendes Gefühl, das ich bereits erkenne, weil meine Mutter mir so viel darüber erzählt hat. Das Gefährtenband. Ich habe es nie erlebt, aber ich weiß, wie es sich anfühlt, weil meine Mutter mir immer erzählt hat, wie sie das Gefährtenband spürte, als sie meinem Vater begegnete. Jetzt erlebe ich dasselbe. Nur dass in meinem Fall mein Gefährte … Mein Gefährte ist an diesem dunklen, gottverlassenen Ort mit mir. Und er ist ein verdammter Alpha.~ LAYLA ~„Ich liebe dich, Liebling. Immer.“Der leiseste Laut, den ich höre, bevor ich aufwache, ist Raelins Stimme, die mir diese Worte zuflüstert.Ich weiß nicht, wie lange ich geschlafen habe. Tatsächlich glaube ich, dass ich zwischen vielen Schlaf-Wach-Zyklen hin und her gewechselt habe, mehr als ich erklären kann.Aber in diesem Moment öffne ich die Augen zu dem, was wie Morgensonnenschein aussieht. Es ist nicht die harte Art, die einen blinzeln und fluchen lässt wegen eines weiteren Tages voller Schmerz.Nein.Dieses Licht ist warm, sanft und gezähmt von den Vorhängen, die im Morgenwind wehen. Ich spüre, wie es mein Gesicht streichelt.„Guten Morgen, Schlafmütze.“Ich drehe den Kopf leicht bei dem Klang seiner Stimme, und da ist er, sitzend auf meinem Bett neben mir. Ich bin immer noch im Krankenhaus. Raelins anhaltender Duft ist in den Laken, die sauber um mich gesteckt sind, und er riecht nach Zuhause. Nach Liebe und Sicherheit.Jedes Mal, wenn ich mich daran erinnere, dass i
~ LAYLA ~Ich bin am Leben.Der Gedanke pocht sanft in meinem Kopf, während sich meine Augenlider langsam öffnen. Licht filtert in meine Sicht in verschwommenen Streifen, aber nicht zu hart. Ich blinzle und versuche, das, was ich sehe, scharf zu stellen.Es tut ein bisschen weh.Es gibt einen leichten Kopfschmerz in meinem Kopf. Jeder Teil meines Körpers fühlt sich an, als wäre ich mit schweren Steinen vollgestopft und unfähig mich zu bewegen.Wie lange bin ich schon so?Meine Wölfin ist schwach, aber ich kann atmen. Ich existiere immer noch. Ich bin nicht mehr auf dem Schlachtfeld. Ich ersticke nicht mehr an Versagen oder Angst.Ich bin hier. Im Land der Lebenden.Und ich sehe ihn.Meinen Raelin.Sein Gesicht ist das Erste, was ich nach diesem verschwommenen Licht und den hazy Streifen wahrnehme. Seine tränengefüllten Augen sind weit, ungläubig und so herzzerreißend schön. Sein Duft überflutet meine Sinne, und obwohl ich nicht weiß, wie lange ich bewusstlos war, weiß ich, dass ich in
~ RAELIN ~Nachdem ich am Abend nach Hause zurückkehre, setze ich mich und genieße das Abendessen mit meiner Familie.Meine Familie.Mein ganzes Leben lang war ich immer der Beschützende. Der Verteidiger. Der Alpha-Beschützer. Meistens vergesse ich sogar, dass ich müde und erschöpft sein kann. Manchmal erinnere ich mich daran, dass auch ich getränkt werden darf. Es ist nicht einfach, aber ich bin umgeben von Liebe und Mitgefühl von den Menschen, die mir am nächsten und teuersten sind.Und in dieser schweren Zeit bin ich zutiefst dankbar, dass ich die Unterstützung meiner Familie habe.Nach dem Abendessen gehe ich die Treppe hinauf in mein Zimmer. Ich frische mich schnell auf und ziehe mich für die Nacht an, bevor ich ins Bett steige.Allein.Meine Luna ist immer noch in diesem Krankenzimmer. Aber nicht mehr lange. Sie hat sich bewegt. Wirklich bewegt. Ich weiß, es war nur das leiseste Zucken ihrer Finger und Wimpern, aber es bedeutet mir sehr viel.Zum ersten Mal denke ich, dass ich h
~ RAELIN ~Das Leben hält nicht an wegen Trauer, egal wie schwer sie auf den Schultern lastet.Die ganze letzte Nacht und sogar jetzt noch kann ich die Gewehrschüsse von der gestrigen Hinrichtung in meinem Kopf widerhallen hören, während ich mich für einen weiteren neuen Tag fertig mache.Wie gesagt, das Leben gibt keinen Fick darauf, wer stirbt. Es bewegt sich einfach weiter.Nachdem ich mich angezogen habe, verlasse ich mein Zimmer und gehe den Flur entlang zu meinem Büro. Frühstück werde ich viel später essen. Es gibt eine Menge Arbeit, die erledigt werden muss.An meinem Büro angekommen, stoße ich die Tür auf und trete ein. Alpha zu sein war nie einfach, aber liebevolle und gütige Menschen um mich herum zu haben, hilft sehr.Ohne sie hätte mein gesamtes Körpersystem mich aufgegeben.Ich atme tief ein und sammle die zerstreuten Gedanken in meinem Kopf. Nachdem ich mich an meinem Schreibtisch niedergelassen habe, beginne ich, die Berichte durchzugehen. Die meisten stammen von den äu












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