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Kapitel 12

last update publish date: 02.08.2026 22:35:54

Sie hasste Sex mit Kondom; es war nervig, warten zu müssen, bis das verdammte Latex übergezogen war, und außerdem spürte sie dabei absolut nichts. Wer zum Teufel konnte mit so einem Mist schon Spaß am Sex haben?

—Übrigens, warum hast du Livia gestern Abend mit nach Hause gebracht? Was ist denn bloß passiert?

—Er sagte mir, er habe seine Mitfahrgelegenheit verpasst — sie blickt ihren Freund etwas misstrauisch an.

—Wie konnte sie es nur verpassen? Sie hatte doch genug Freizeit, also hätte sie es eigentlich nicht verpassen dürfen. Was könnte sie aufgehalten haben?

—Woher soll ich das wissen? Du weißt doch genau, dass er sich in den Gängen nicht gut auskennt, vielleicht hat er sich verlaufen.

Das mochte ja sein, aber es kam ihm etwas seltsam vor. Am besten behielt er sie besser im Auge, damit sie nicht wie eine verlorene Seele allein umherirrte. Außerdem nervten ihre Eltern ständig mit ihrer Cousine.

Sie verstand einfach nicht, warum sie sie so überwachen wollten, wenn ihre Tante und ihr Onkel ihr doch etwas mehr Freiheit geben wollten, damit sie neue Leute kennenlernte und mit Jungen spielen konnte. Sie dachten, so würde sie den albernen Gedanken, Nonne werden zu wollen, aufgeben.

Sie fand es albern, sie zu beobachten, aber ihre Eltern unterstützten die Entscheidungen ihrer Onkel nicht, sodass ihr nichts anderes übrig blieb, als von Zeit zu Zeit nach ihr zu sehen.

—Willst du wirklich Nonne werden?

—Das scheint der Fall zu sein, sie ist sehr entschlossen.

„Das ist doch verrückt“, bemerkt Ray, während sie ihre Sachen zusammenpackt. „So viel zu verpassen, nur weil man Nonne ist.“

-So ist das!

Pamela geht auf ihren Freund zu und legt ihre Arme um seinen Hals; die junge Frau lächelt, ihre Augen funkeln.

—Gehst du heute Abend nach Hause? Ich lasse das Fenster offen, damit du hereinkommen kannst.

—War das, was wir gerade getan haben, nicht genug für Sie?

—Du weißt, ich bin unersättlich, ich will dich immer ficken — antwortet er und beißt sich dann auf die Unterlippe.

—Hast du keine Angst, dass dein Vater uns erwischt?

—Sie schlafen sehr früh ein, sie werden es gar nicht merken.

Ray lächelt boshaft, während er Druck auf die Taille seiner Freundin ausübt.

—Sehr gut, wir sehen uns heute Abend.

[…]

Livia verließ das Büro erfolglos; sie hatte einen neuen Stundenplan beantragt, aber man hatte ihr keinen geben können. Nun wusste sie nicht mehr, welche Kurse sie hatte, also ging die junge Frau ins Badezimmer, um sich frisch zu machen.

Die Begegnung mit Dante hatte sie überfordert; dieser Mann verwirrte sie völlig. Jedes Mal, wenn sie mit ihm zusammen war, vergaß sie ihre Prinzipien, und das war nicht richtig. Sie biss sich auf die Lippe, ihre Gedanken waren völlig abwesend.

Doch als sie aufblickte, merkte sie, dass sie sich verirrt hatte.

—Verdammt, wie ich diese Institution hasse.

Sie geht ihre Schritte zurück und erinnert sich an einige Gänge, als sie in der Ferne sieht, dass Dante ihr entgegenkommt, auf eine Mappe in seinen Händen blickt und weder ihre Anwesenheit noch die aller anderen bemerkt.

Sie bemerkt, wie die Mädchen um sie herum ihn mit lüsternen Blicken anstarren. Sie runzelt die Stirn und fragt sich, ob sie verrückt sind. Dann betrachtet sie Dante genauer und erkennt, dass er unglaublich groß und muskulös ist.

Was war das für ein Regisseur?

Er wirkte nicht alt genug, um die Leitung einer so großen Institution zu tragen.

Livia blieb stehen, als sie sah, dass er ganz nah war, und da es keinen anderen Weg gab, blieb sie lieber an Ort und Stelle, um unbemerkt zu bleiben. Doch es war zwecklos; es war, als ob er ihre Anwesenheit überall spürte.

Dante blickt auf, gerade als sie versucht, sich in der Menge zu verstecken; natürlich gelingt es ihr nicht und er bemerkt sie. Sofort blitzt in seinen Augen jener gefährliche Glanz auf, der sie immer nervös macht.

Livia lehnte sich mit dem Rücken an die Spinde, eingeschüchtert von der imposanten Erscheinung ihres Lehrers. Ohne den Blick von seinem Gesicht zu wenden, bemerkte sie, dass er zu ihr herübergekommen war, wo sie wie versteinert dastand.

Ihr Herz raste, es fühlte sich an, als würde es ihr aus der Brust springen, und sie wusste, sie könnte es nicht mehr aufhalten. Sie starrte Dante an, der auf sie zukam, als wäre niemand sonst da, „und der verdammte Flur war voller Schüler“.

„Miss Hamel, ich glaube, Sie haben das verloren“, hört sie, versteht aber nicht, was er sagt. „Es ist Ihr Terminkalender, nicht wahr?“ Livia blinzelt mehrmals, während sie betrachtet, was er ihr anbietet.

Ihr wurde klar, dass das ihr blöder Stundenplan war.

—Ich hoffe, Sie werden in Zukunft vorsichtiger sein, wo Sie es ablegen, und ich rate Ihnen, pünktlich zu meinem Unterricht zu erscheinen, Miss Hamel.

Livia nimmt das Papier, schluckt schwer und sieht dann, wie Dante weggeht, als wäre nichts geschehen. Genau das lässt sie ins Schwitzen kommen. Die junge Frau senkt den Blick auf das Papier in ihren Händen.

—Oh mein Gott, ich habe in 10 Minuten Unterricht.

Sie rennt zu ihrem Klassenzimmer, ihr Herz hämmert ihr bis zum Hals. Die Begegnungen mit Dante waren wie der Tod. Ihr ganzer Körper reagierte unkontrolliert.

Es gefährdete sein Leben, seine Entscheidungen, seine Pläne…

Dante brachte sie dazu, alles, was sie sich vorgenommen hatte, zu hinterfragen; mittlerweile fragte sie sich, ob das, was sie Dante erlaubte, richtig war. Sie war völlig verwirrt; sie wusste zwar, was sie wollte, aber nach der Begegnung mit ihm plagten sie ernsthafte Zweifel.

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