LOGINEs ist der erste Schultag im Sommer 1997. Das Wetter ist sonnig und angenehm. Ein schöner Tag, um die Kinder in ihrer neuen Schule, der katholischen Hauptschule, willkommen zu heißen.Während Coast und seine Schwester sich für die Schule fertig machen, gehen ihm eine Million Fragen durch den Kopf. Was für Leute werden dort sein? Mit wem wird er seine Zeit verbringen? Und vor allem fragt er sich, wie diese neue Schule werden wird. Er kann sich jedenfalls vorstellen, dass es nicht so cool wird wie in der Realschule. Er hofft, dass er nicht auf irgendwelche Idioten trifft, die ihm das Schuljahr schwer machen.Denn Coast weiß, dass Mike diese Schule besucht. Mike ist ein ehemaliger Schulkamerad seiner Schwester und fällt für Coast in die gleiche Kategorie wie Walid.Coast kann es noch immer nicht fassen, dass sie ausgerechnet an der katholischen Hauptschule ihren Platz gefunden haben. Nach den Sommerferien machen sie sich auf die Suche nach einer neuen Schule. Wie immer ist es bei Coast u
Das Leben in Griechenland hat auch seine typischen Seiten – besonders wenn man Angst vor Dunkelheit und vor Hunden hat.Der Heimweg ist für Fremde oft nicht leicht, während Einheimische wie seine Cousine Litsa daran gewöhnt sind, diese Straße jeden Tag und jeden Abend gefahrlos zu laufen. Sie kennt jedes Geräusch und jeden Hund, der bellt.Für Coast und seine Schwester ist das jedoch nicht so einfach.Immer wieder kommt es vor, dass die zwei großen pechschwarzen Jagdhunde ihr Revier verlassen und vom Hof auf die Straße springen. Während Litsa ganz selbstverständlich an ihnen vorbeiläuft, überlegen Coast und seine Schwester jedes Mal fünfmal, ob sie dort wirklich entlanggehen sollen oder lieber umkehren und einen Umweg nehmen.Doch auch der Umweg ist nicht besser. Man muss an der Kirche vorbei, und direkt daneben liegen die Gräber der Verstorbenen. Auch das löst bei ihnen ein unangenehmes Gefühl aus.Hin und wieder streunen die Hunde nicht direkt vor ihre eigene Haustür herum, sondern
Wie in jedem Sommer ist die Anspannung groß, ob die Ferien dieses Jahr in Griechenland verbracht werden oder nicht. Coast kann es kaum erwarten, wieder Autoscooter zu fahren. Das letzte Jahr mit Kario war wirklich spektakulär, denn damals durften die beiden zum ersten Mal selbstständig einen Autoscooter bedienen.Zwar saß Coast zunächst nur als Beifahrer neben Kario, doch er schaute ihm genau zu und traute sich später selbst, allein in einen Autoscooter einzusteigen. Es gab nämlich auch Sommerferien, in denen er die ganze Kirmes- und Autoscootersaison verpasst hatte.Gleichzeitig beschäftigt ihn eine weitere Frage: Flugzeug oder Auto? Beides hält er eigentlich kaum aus. Das Fliegen mit seiner Flugangst, den Turbulenzen und den starken Ohrenschmerzen – oder die lange Autofahrt, bei der ihm ständig übel wird, weil sein Magen das Wackeln des Autos nicht verträgt.Die Kinder warten gespannt, bis der Vater endlich verkündet, dass sie nach Griechenland fahren werden.Als er sagt: mit dem Au
Die Benzenberg-Realschule wird für Coast zu weit mehr als einem Ort, an dem er Unterricht hat. Sie wird zu einem Abschnitt seines Lebens, in dem sich innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Erfahrungen, Erinnerungen, Enttäuschungen und neue Träume miteinander verbinden.Schon die ersten Momente in dieser Schule prägen sich tief ein. Da sind die Pausen, die Gespräche mit Mitschülern, die Musik, die aus dem CD-Player kommt, die BRAVO-Hefte, die verschiedenen Fernsehsendungen und die Musik der 90er-Jahre. Auf dem Schulhof wird Fußball gespielt, und immer wieder entstehen Situationen, die für Coast zu Erinnerungen werden.Auch die American-Football-Momente auf dem Schulhof gehören dazu. Zwischen den anderen Schülern erlebt Coast eine weitere Seite des Schulalltags. Der Schulhof wird zu einem Ort, an dem vieles gleichzeitig passiert und an dem sich seine Wahrnehmung der Schule immer weiter verändert.Dann gibt es die besonderen Wintermomente. Der schneebedeckte Schulhof verändert die vertraute Um
Es ist wieder einmal einer dieser Tage, an denen die Klasse völlig außer Rand und Band ist. Während die Kinder auf den Lehrerwechsel warten, kommen sie auf die Idee, jemanden gemeinsam in die Luft zu katapultieren.Die Jungs bilden einen Kreis. Ihre Arme dienen dabei als eine Art Liege, auf die sich jeweils einer von ihnen legen kann. Marcel probiert es als Erster aus. Die Gruppe nimmt ihn auf die Arme und schießt ihn nach oben. Anschließend wird er wieder aufgefangen. Für die Kinder ist es zunächst ein großer Spaß, und so kommt als Nächstes Jens an die Reihe.Auch Coast ist natürlich mit von der Partie. Er macht mit und hat genauso viel Spaß wie die anderen aus der Klasse. Die Stimmung ist ausgelassen, und niemand denkt in diesem Moment daran, dass aus dem Spiel plötzlich etwas Ernstes werden könnte.Mohammed ist schließlich ganz heiß darauf, ebenfalls in die Luft geschleudert zu werden. Also sagt er: „Jetzt bin ich dran.“ Er legt sich auf die Arme der Gruppe, und die Jungs beginnen,
Zurzeit kann es für Coast eigentlich nicht besser laufen. Er hat seine Aufnahmen wieder, er hat gemeinsam mit Robert seine Gruppe, die Streetboys, gegründet, und sie sind weiterhin auf der Suche nach dem richtigen Sound. Heute hat Coast seine Kassette wieder dabei. Er möchte sie gerne mit neuen Songs füllen und weiter an ihrer Musik arbeiten.Doch ausgerechnet an diesem Tag hat Jürgen die Beatmaschine nicht dabei.In der Hausaufgabenbetreuung ist heute ein Junge namens Magnus. Er bekommt mit, wie Coast und Jürgen über die Beatmaschine sprechen, und fragt schließlich, was die beiden damit vorhaben. Coast erklärt ihm, dass er Musik aufnimmt und dafür Jürgens Beatmaschine benutzt.Magnus hält währenddessen einen Magneten in der Hand und spielt die ganze Zeit damit herum. Dabei kommt er auf die Idee, mit dem Magneten über Coasts Audiokassette zu fahren. Aus eigener Erfahrung weiß Magnus, dass dabei nichts passieren kann und die Audiokassette anschließend wieder heil ist. Er fragt Coast, o