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Kapitel Achtundzwanzig

Author: Joy Divah
last update publish date: 2026-07-11 00:32:19

Freya

Meine Mutter weinte siebenunddreißig Minuten lang.

Ich zählte mit. Nicht weil ich ungeduldig war – das war ich nicht, nicht einmal ansatzweise –, sondern weil es etwas an der Art hatte, wie meine Mutter Freude verarbeitete, das eine volle, gegenwärtige Aufmerksamkeit verlangte, bei der man jedes Detail bemerkte. Die Art, wie sie beide Hände flach an ihre Wangen presste, als ich es ihr sagte. Die Art, wie sie zuerst Alexander ansah, bevor sie mich ansah, als müsste sie es von seinem Gesich
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    FreyaIch habe nicht geschlafen.Nicht richtig. Ich döste immer wieder in etwas hinein, das sich wie Schlaf anfühlte, mich aber nur noch müder zurückließ – diese ganz spezielle Erschöpfung, die hinter den Augen sitzt und nichts mit dem Körper zu tun hat.Alexander hatte nicht gedrängt, als wir nach Hause kamen. Er war einen Moment in der Küche stehen geblieben, die Jacke noch an, als würde er darauf warten, dass ich etwas sagte, das ihm verriet, in welcher Version dieser Nacht wir uns befanden. Ich war an ihm vorbeigegangen, hatte mir die Zähne geputzt, mich ins Bett gelegt und an die Decke gestarrt, bis das Zimmer im frühen Morgen grau wurde.Er war irgendwann ins Bett gekommen. Ich hatte die Augen geschlossen gehalten.Als echtes Tageslicht durch die Vorhänge drang, war ich bereits auf. Ich saß am Kücheninsel, beide Hände um einen Becher Ingwertee geschlungen, den ich nicht trank, und beobachtete, wie die Stadt durch die bodentiefen Fenster erwachte.Ich hörte ihn, bevor ich ihn sah

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    FreyaDas Restaurant, das Alexander ausgesucht hatte, war ruhig.Nicht die Art von Ruhe, die Leere bedeutete. Sondern die Art, die teuer war. Dunkles Holz, gedämpftes Licht, Tische so weit voneinander entfernt, dass Gespräche privat blieben. Die Art von Ort, an dem mächtige Männer schwierige Dinge sagten und niemand von seinem eigenen Teller aufblickte.Damian war bereits da, als wir ankamen.Ich hätte eigentlich nicht hier sein sollen. Der Anruf hatte „komm allein“ gelautet. Alexander hatte mir davon erzählt, sein Handy mit dem Display nach unten auf die Theke gelegt und gesagt: Du kommst mit.Ich hatte nicht widersprochen.Damian stand auf, als er uns sah. Etwas veränderte sich in seinem Gesicht – Überraschung, dann Anpassung, dann die glatte Rückkehr zur Neutralität. Er war gut darin. Besser, als ich ihm zugetraut hatte.„Ich hatte allein gesagt“, sagte er.„Meine Frau geht, wohin ich gehe.“ Alexander zog zuerst meinen Stuhl heraus. „Was auch immer du zu sagen hast, du kannst es vo

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