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Verbotenes Verlangen
Verbotenes Verlangen
Author: C. Sella

Kapitel 1: apas Geburtstag und eine schlechte Idee

Author: C. Sella
last update publish date: 2026-06-30 05:44:46

Islas POV

Ich werde Noah Bennett umbringen.

Nicht wirklich. Vielleicht?

Ach, okay, definitiv nicht. Aber ihr wisst, was ich meine.

Und ich schwöre, er hat es absolut verdient.

Denn während mein Vater irgendwo in diesem riesigen Ballsaal vermutlich mehr Geschäftsabschlüsse einfädelte, als tatsächlich seinen Geburtstag zu feiern, stand ich hier ganz allein – bewaffnet mit einem Glas Champagner und einem Lächeln, das langsam anfing, in meinem Gesicht weh zu tun.

Noah, mein Freund, hatte mir versprochen, heute Abend hier zu sein.

Wir hatten sogar mit einem kleinen Finger-Schwur besiegelt, dass er kommen würde.

Doch drei Stunden zuvor hatte er angerufen.

Es täte ihm leid. Irgendetwas Unaufschiebbares sei dazwischengekommen.

So genervt ich auch war, versprach er, es wieder gutzumachen. Und in Noahs wunderbarem Wörterbuch bedeutete das ein schönes Date … und ein oder zwei Orgasmen.

Großartig für ihn.

Für mich deutlich weniger.

Meine beste Freundin Ayla verbrachte den Sommer gerade mit ihrer Familie auf einer Yacht irgendwo im Pazifik.

Was bedeutete, dass ich heute Abend auf mich allein gestellt war.

Ich war nicht wütend.

Überhaupt nicht.

Enttäuscht? Vielleicht.

Ein kleines bisschen verlassen? Möglich.

Aber wütend war ich ganz bestimmt nicht.

Ich liebte es, den Geburtstag meines Vaters zu feiern. Ich liebte seine Partys.

Ich mochte es nur nicht, sie allein zu verbringen.

Zum sechsten Mal innerhalb von zehn Minuten warf ich einen Blick auf mein Handy, bevor ich den Bildschirm wieder ausschaltete.

Keine neue Nachricht von Noah.

Nur die obligatorischen Urlaubsfotos, die Ayla mir gefühlt stündlich schickte.

„Ich hoffe wirklich, dieser Arbeitsnotfall war es wert“, murmelte ich verärgert und leerte mein zweites Glas Champagner.

„Isla.“

Sofort stellte ich das leere Glas auf den Tisch und drehte mich um.

Mrs. Cartwright lächelte mich freundlich an.

„Du siehst umwerfend aus, Liebes.“

„Danke.“

„Und wo ist dein gutaussehender Freund heute Abend?“

Ach ja.

Die Millionen-Dollar-Frage des Abends.

„Ein Notfall bei der Arbeit“, antwortete ich und zwang mich zu einem Lächeln.

„Wie schade. Ihr zwei seid wirklich ein wunderschönes Paar.“

Ich lächelte höflich, murmelte eine ebenso höfliche Antwort und entschuldigte mich, bevor sie anfangen konnte, nach Hochzeitsplänen zu fragen.

Denn offenbar hatte die Welt kollektiv beschlossen, dass man mit zweiundzwanzig alt genug war, damit sich jeder ungefragt für das eigene Liebesleben interessierte.

Das Geräusch von Gelächter zog meine Aufmerksamkeit auf sich.

Am anderen Ende des Saales stand mein Vater.

Mikael Monroe wirkte vollkommen entspannt, umringt von einer Menschentraube.

Ich war mir ziemlich sicher, dass es keinen Raum auf dieser Welt gab, den er betrat, ohne ihn sofort zu beherrschen.

Er bemerkte meinen Blick und hob sein Champagnerglas.

Ich grinste unwillkürlich.

Mein Lächeln wurde noch breiter, als er sich aus der Unterhaltung entschuldigte und direkt auf mich zukam.

„Da bist du ja, meine wunderschöne Prinzessin“, sagte mein Vater strahlend und zog mich in eine feste Umarmung.

„Hier bin ich.“

Ich lächelte und ließ mich für einen Moment einfach in der Geborgenheit seiner starken Arme fallen.

Hundertprozentiges Papakind.

Schuldig im Sinne der Anklage.

„Du siehst aus, als würdest du dich zu Tode langweilen“, bemerkte er, nachdem wir uns voneinander gelöst hatten.

„Pff, ich langweile mich überhaupt nicht.“

Er hob nur eine Augenbraue.

Ich seufzte.

„Na gut … vielleicht ein kleines bisschen.“

„Hab ich’s doch gewusst.“

„Papa!“, protestierte ich gespielt empört und boxte ihm leicht gegen die Schulter.

Er lachte laut, völlig unbeeindruckt davon, dass wir damit die Aufmerksamkeit anderer Gäste auf uns zogen.

In Momenten wie diesen war er nicht der einschüchternde CEO, vor dem alle Respekt hatten.

Dann war er einfach nur mein Vater.

Der Mann, der mir mein erstes Tattoo erlaubt und dabei meine Hand gehalten hatte.

Der Mann, der mich während meines Studiums jeden einzelnen Tag anrief, nur weil er seine kleine Tochter vermisste.

Der Mann, der gleichzeitig Mutter und Vater für mich gewesen war.

„Danke, dass du heute Abend hier bist, Prinzessin“, sagte er leise.

„Papa, es ist dein Geburtstag. Wo sollte ich denn sonst sein?“ Ich runzelte die Stirn.

Sein Gesicht wurde weicher.

„Ich meine … dass du endlich wieder nach Hause gekommen bist.“

Schuldgefühle legten sich schwer auf meine Brust.

Wenn er den wahren Grund kennen würde, warum ich mir eine Universität ausgesucht hatte, die so weit wie möglich von zu Hause entfernt lag, warum ich nie länger als einen Monat am Stück zurückgekommen war, würde er mich wahrscheinlich nie wieder mit denselben Augen ansehen.

Ich wollte gerade etwas erwidern, als hinter ihm eine vertraute Stimme erklang.

„Vorsicht, Mikael. Wenn du sie weiter so ansiehst, fängt sie noch an, all deine emotionalen Momente zu fotografieren.“

Mein ganzer Körper erstarrte.

Nein.

Jede einzelne Faser meines Körpers widersprach diesem Gedanken.

Auf gar keinen Fall.

„Hat ja lange genug gedauert“, sagte Dad und verdrehte gespielt die Augen, bevor er sich umdrehte.

Für einen Moment verschwamm meine Sicht.

Und dann war er da.

Ethan Hayes.

Vier verdammte Jahre waren vergangen, seit ich ihn das letzte Mal gesehen hatte.

Es fühlte sich an, als hätte mir jemand die Luft aus den Lungen geschlagen.

Er sah ein wenig anders aus, als ich ihn in Erinnerung hatte.

Nicht älter.

Nur markanter.

Als hätte das Leben seine Konturen geschärft.

Der dunkle Anzug saß wie maßgeschneidert. Die obersten beiden Knöpfe seines Hemdes standen offen, die Krawatte fehlte. Er sah aus, als hätte er bereits tausend Meetings hinter sich, bevor er überhaupt auf dieser Feier erschienen war.

Und leider war er immer noch umwerfend attraktiv.

Verräter.

Nicht er.

Mein Herz.

„Isla.“

Sein sturmgrauer Blick ruhte auf mir.

Ruhig. Kontrolliert. Völlig unbeeindruckt.

Als hätte er mir nicht gerade den restlichen Abend ruiniert.

Als wäre das, was vor vier Jahren passiert war, nie geschehen.

Als hätte ich nicht den Großteil meiner Teenagerjahre hoffnungslos für ihn geschwärmt.

„Mr. Hayes“, sagte ich.

Ein Mundwinkel zuckte belustigt.

„Mr. Hayes?“

Er hob überrascht die Augenbrauen.

Hitze schoss mir ins Gesicht.

Am liebsten hätte ich mich selbst geohrfeigt.

Aus dem Ballsaal rief jemand nach meinem Vater.

Er seufzte dramatisch.

„Die Pflicht ruft, Prinzessin.“

„Du klingst, als würdest du in den Krieg ziehen.“

„So fühlt es sich manchmal auch an.“

Er zog mich noch einmal kurz in eine Umarmung und ließ den Blick zwischen Ethan und mir hin und her wandern.

„Versucht in meiner Abwesenheit bitte keinen Streit anzufangen.“

„Ich fange niemals Streit an“, erwiderte ich empört.

Mein Vater schnaubte belustigt.

Ethan lächelte nur trocken.

Unfassbar.

Dad verschwand wieder in der Menge.

Kaum war er außer Hörweite, verschwand auch mein Lächeln.

Vier Jahre sind eine lange Zeit.

Lang genug, damit Menschen zu Fremden werden.

Lang genug, damit alte Peinlichkeiten verblassen sollten.

Zumindest hätte das so sein sollen.

„Also …“, begann Ethan schließlich.

„Du bist wieder da.“

Ich hob eine Augenbraue.

„Ja.“

„Wie war London?“

Überrascht sah ich ihn an.

„Du hast dir das gemerkt?“

Meine Stimme war leiser geworden.

Ich hatte ehrlich geglaubt, nach dem, was damals passiert war, würde er sich kaum noch an mich erinnern wollen.

„Ich merke mir gelegentlich Dinge“, antwortete er gelassen.

Natürlich tat er das.

Mein Herz machte trotzdem einen kleinen Sprung.

„London war gut“, sagte ich.

„Anstrengend, aber gut.“

Er lachte leise.

„Beschäftigt zu sein scheint dein Normalzustand zu sein.“

„So sollte es auch sein.“

Ein Kellner kam mit einem Tablett voller Champagnergläser vorbei.

Ethan nahm zwei davon und hielt mir eines hin.

Unsere Finger streiften sich flüchtig.

Ein Schauer lief mir über den Rücken.

Ich nahm das Glas etwas zu hastig entgegen.

„Und wie war das Studium?“

Ich lächelte.

„Gut. Noch besser, seit ich meinen Abschluss habe.“

„Das freut mich.“

Er nickte.

„Ich habe an dich geglaubt.“

Ich lachte.

„Ach wirklich? Wie großzügig von dir.“

Seine Augen wurden einen Hauch wärmer.

Irgendetwas daran machte mich nervös.

„Mikael hat erzählt, dass du jetzt für die Stiftung arbeit

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