Share

Die Grenze

Author: Alia Writes
last update publish date: 2026-08-27 06:21:47

Die Sitzung endete um 21:40 Uhr.

Lila wusste es, weil das Geräusch von Stühlen, die zurückgeschoben wurden, und schwere Schritte, die durch den unteren Flur hallten, bis in den zweiten Stock drangen. Sie war gerade im Wäscheraum und faltete die letzten Handtücher für das Nachtpersonal zusammen, als sich die Tür öffnete.

Marco stand da. Sein Gesichtsausdruck war völlig ausdruckslos und ohne jede Sanftmut.

"Komm mit mir."

Er wartete keine Antwort ab. Sie folgte ihm den Korridor entlang, vorbei an
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Verbunden durch Blut und Seide    Drei Nächte

    Die drei darauffolgenden Tage fühlten sich länger an als die Woche zuvor.Lila bewegte sich mit bedächtiger Gewöhnlichkeit durch das Haus. Sie stand zur selben Stunde auf, trug denselben sorgfältigen Gesichtsausdruck und beantwortete Mrs. Elenas kurze Fragen mit denselben emotionslosen, belanglosen Antworten. Sie verweilte nicht in der Nähe des privaten Flügels. Sie warf keinen Blick zur Tür des Arbeitszimmers, als sie daran vorbeiging. Sie hielt den Kopf gesenkt, die Hände beschäftigt und hoffte, dass die Ausführung ihrer Routine genügen würde.Es war nicht gänzlich erfolgreich.Am zweiten Morgen spürte sie Blicke im Rücken, als sie Wäsche die Haupttreppe hinauftrug. Als sie sich umdrehte, stand Mrs. Elena am anderen Ende des Flurs und beobachtete sie ausdruckslos. Die ältere Frau sagte nichts. Sie nahm Lilas Anwesenheit lediglich zur Kenntnis und ging weiter. Diese stille Aufmerksamkeit blieb Lila länger im Gedächtnis als jede Zurechtweisung es je gekonnt hätte.An diesem Abend fand

  • Verbunden durch Blut und Seide    Die Last der Stille

    Die nächsten zwei Tage trafen Lila wie ein plötzlicher Wetterumschwung.Sie wachte früher als sonst auf, kleidete sich mit derselben sorgfältigen Präzision und ging ihren Pflichten nach, als könne sie sich durch jede noch so unauffällige Bewegung unsichtbar machen. Es gelang ihr nicht. Frau Elenas Blick verweilte länger, als sie vorbeiging. Eine der jungen Zofen verstummte, sobald Lila den Wäscheraum betrat. Selbst Anna, die ihr noch immer in die Augen sah, tat dies mit zusammengepressteren Lippen als zuvor.Am zweiten Morgen polierte Lila gerade das lange Treppengeländer der Haupttreppe, als sie hörte, wie Frau Elena sich in der Nähe der Eingangshalle mit einem der älteren Hausdiener unterhielt.„Sie war abgelenkt. Soweit ich weiß, kam sie diese Woche zwei Abende zu spät in ihr Zimmer. Ich mag keine unerklärlichen Verhaltensmuster.“„Glaubst du, sie trifft sich mit jemandem?“„Ich glaube, Mädchen, die mit Schulden hierherkommen, treffen manchmal unkluge Entscheidungen. Beobachten Sie

  • Verbunden durch Blut und Seide    Spuren

    Die zwei Tage zwischen den Treffen zogen sich länger hin als sie hätten dauern sollen.Lila bewegte sich durch das Haus, als trüge sie etwas Zerbrechliches, das sie nicht ablegen konnte. Jede alltägliche Tätigkeit schien von der Erinnerung an die Steinmauern, Marcos Worte und seine leisen Anweisungen überschattet. Sie war vorsichtig. Sie sprach wenig. Sie senkte den Blick, als Mrs. Elena vorbeiging. Dennoch schien die Luft um sie herum schwerer zu sein als zuvor.Am ersten Morgen fand Anna sie in der Wäscherei und drückte ihr mit einem Blick, der mehr sagte als Worte, eine saubere Schürze in die Hände.„Du verschwindest nachts“, sagte Anna leise. „Ich muss nicht wissen, wohin. Sag mir einfach, dass du nicht übertreibst.“Lilas Finger umklammerten den Stoff fester. „Ich bin so vorsichtig wie möglich.“Anna hielt ihren Blick einen Augenblick länger fest, nickte dann einmal und wandte sich ab. Dieser Augenblick hinterließ in Lila ein leises, kaltes Unbehagen, das sie den ganzen Tag begle

  • Verbunden durch Blut und Seide    Die Grenzen der Aufmerksamkeit

    Das Morgenlicht fiel schwach und grau durch das kleine Fenster von Lilas Zimmer. Vorsichtig legte sie ihre übliche Uniform an und strich die Schürze zweimal glatt, bevor sie ging. Das Fehlen von Unterwäsche unter dem Rock wirkte nun bewusster, eine private Fortsetzung der vergangenen Nacht. Jeder Schritt die Dienstbotentreppe hinunter erinnerte sie an den Wintergarten, den Zitronenbaum und Marcos Blick, als es ihr nicht gelungen war, völlig still zu sein.In der Küche herrschte bereits reges Treiben. Anna blickte vom Schneidebrett auf, als Lila hereinkam, nickte kurz und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. Niemand sprach mit ihr, außer wenn es unbedingt nötig war. Das war zur Normalität geworden. Was sich weniger normal anfühlte, war, wie Mrs. Elenas Blicke ihr folgten, als sie eine Stunde später mit einem Stapel sauberer Wäsche die Haupthalle durchquerte.„Du bist heute Morgen langsamer als sonst“, sagte Frau Elena und hielt sie in der Nähe des Fußes der großen Treppe an.Lila senkte

  • Verbunden durch Blut und Seide    Kite

    Marco bearbeitete sie mit kontrollierter Intensität und ließ die Lust nie zu schnell ihren Höhepunkt erreichen. Jedes Mal, wenn sie kurz davor war, erwiderte er sie, nur um sie dann wieder anzuregen und ihr die Grenzen ihrer eigenen Selbstbeherrschung aufzuzeigen. Lilas Finger krallten sich in seine Schultern. Ihr Atem war unregelmäßig geworden, durchsetzt mit den kleinen Lauten, die sie nicht unterdrücken sollte, wie er ihr verboten hatte.„Genau das ist es“, murmelte er. „Genau das will ich.“Als er schließlich den Druck erhöhte – seine Finger drangen tiefer ein, sein Mund unerbittlich –, überkam sie der Orgasmus in heftigen, zitternden Wellen. Lila stieß einen gebrochenen, offenen Schrei aus, den sie zu unterdrücken versuchte, aber nicht schaffte. Ihre Schenkel zitterten heftig um seinen Kopf, während er sie durch ihn hindurch leckte und jeden Pulsschlag aus ihr herauszog, bis sie überempfindlich war und nach Luft schnappte.Erst dann zog er sich zurück.Marco wischte sich mit dem

  • Verbunden durch Blut und Seide    Das Konservatorium

    Der alte Wintergarten lag am äußersten Rand des Ostflügels, von den meisten Angestellten fast vergessen. Glasscheiben ragten hoch in die Dunkelheit, einige vom Alter trüb, andere noch klar genug, um die schwarzen Umrisse der Bäume dahinter zu erkennen. Tagsüber herrschte dort eine feuchte, grüne Stille. Nachts wirkte es wie ein Ort, den das Haus selbst nicht mehr so ​​aufmerksam bewachte.Lila erreichte es drei Minuten vor Mitternacht.Sie hatte den langen Weg genommen – die Diensttreppe hinunter, durch den schmalen Durchgang hinter der Wäscherei, dann den äußeren Korridor entlang, wo die Nachtwächter selten verweilten. Ihre nackten Füße waren auf dem Stein fast lautlos. Sie trug dasselbe schlichte schwarze Kleid wie am Vorabend. Darunter trug sie nichts, genau wie er es ihr befohlen hatte.Die Tür zum Wintergarten öffnete sich mit einem sanften Druck.Warme, feuchte Luft umfing sie sofort und trug den Duft von Erde, Zitrusblättern und altem Glas mit sich. Am anderen Ende des Raumes b

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status