Mag-log inAmaras Perspektive
„Bist du bereit, dir meinen Vorschlag anzuhören?“
Ich starrte mehrere Sekunden lang auf mein Handy, bevor ich antwortete. Ich war kaum zu Hause angekommen, und irgendwie hatte dieser Mann es schon geschafft, meinen Morgen noch schlimmer zu machen. Ich drückte auf die Anruftaste und hielt mir das Handy ans Ohr.
„Sie haben fünf Minuten“, sagte ich.
Zayn lachte leise. „Dir auch einen guten Morgen.“
„An diesem Morgen ist nichts gut.“
Ich setzte mich auf die Bettkante und betrachtete die Kleider, die ich letzte Nacht über den Stuhl geworfen hatte.
„Du hast mich vor Reportern deine Frau genannt, und jetzt glaubt die halbe Stadt, ich sei heimlich mit dir verheiratet.“
„Das ist mir bewusst.“
„Dann erklär mir, wie du das wieder in Ordnung bringen willst.“
Er schwieg kurz, bevor er antwortete. „Komm runter.“
Ich runzelte die Stirn. „Was?“
„Ich bin draußen.“
Ich sprang so schnell auf, dass mir fast das Handy aus der Hand fiel. „Du kannst nicht einfach bei mir zu Hause auftauchen.“
„Ich bin schon da.“
Ich ging zum Fenster und zog den Vorhang zur Seite. Sein schwarzer Wagen stand auf der anderen Straßenseite. Ich schloss für einen Moment die Augen, weil ich diesen Mann nicht fassen konnte.
Jemima kam mit zwei Tassen Kaffee aus der Küche und blieb stehen, als sie mich am Fenster sah.
„Ist er das?“, fragte sie.
Ich nickte. „Er steht draußen.“
Sie trat heran und spähte durch den Vorhang. „Das ist nicht dein Ernst.“
„Offenbar glaubt er, er könne auftauchen, wann immer er will.“
Mein Handy vibrierte erneut. Auf dem Display erschien eine Nachricht von Zayn.
‚Ich gehe nicht, bevor wir gesprochen haben.‘
Ich zeigte sie Jemima. Sie warf mir einen Blick zu, der sagte, dass sie längst wusste, dass das zum Problem werden würde.
„Vielleicht solltest du ihn anhören.“
Ich drehte mich zu ihr um. „Das meinst du nicht ernst.“
„Doch, denn dein Name steht schon überall.“
Sie nahm ihr Handy und zeigte mir einen weiteren Artikel. Das Foto von gestern Nacht war auf dem Bildschirm, mit einer Schlagzeile, die behauptete, ich hätte meinen Mann für Zayn verlassen.
Mir drehte sich der Magen um. „Das stimmt nicht einmal.“
„Ich weiß.“ Sie ließ das Handy sinken. „Aber die Leute wissen das nicht.“
Ich sah wieder nach draußen. Zayn stand neben seinem Wagen und sah auf die Uhr, als hätte er alle Zeit der Welt.
Ich ging nach unten, weil ich Antworten brauchte, nicht weil ich ihm vertraute. In dem Moment, als ich die Haustür öffnete, sah Zayn auf.
„Du bist gekommen.“
„Tu nicht so überrascht.“
Er warf einen Blick auf Jemima, die mir nach draußen gefolgt war, und wandte sich dann wieder mir zu.
„Können wir irgendwo ungestört reden?“
Ich verschränkte die Arme. „Du hast drei Minuten.“
Seine Mundwinkel hoben sich leicht. „Du setzt anderen wirklich gern Zeitlimits.“
„Und du verursachst wirklich gern Probleme.“
Er nickte, als könnte er dem nicht widersprechen. „Fair genug.“
Dann wurde sein Gesichtsausdruck ernst. „Ich weiß, dass die letzte Nacht ein Chaos angerichtet hat, und ich weiß, dass du nichts davon wolltest.“ Ich wartete darauf, dass er fortfuhr. „Aber es gibt etwas, das du verstehen musst, bevor wir entscheiden, wie es weitergeht.“
Ich ließ die Arme verschränkt. „Dann sag mir, warum du es noch schlimmer gemacht hast.“
Zayn sah mich einen Moment lang an, bevor er antwortete. „Weil ich reagiert habe, als ich gesehen habe, wie Nicholas dein Handgelenk festhielt. Ich habe nicht an die Kameras gedacht oder daran, was die Leute annehmen würden.“
„Du hättest sagen können, dass ich nicht deine Frau bin.“
„Das hätte ich.“ Er versuchte nicht, sich zu verteidigen. „Aber da waren die Kameras schon auf uns gerichtet.“
Ich sah weg und versuchte, ruhig zu bleiben. „Dann korrigiere es.“
„Das kann ich.“ Seine Antwort kam schnell. „Aber wenn ich es jetzt tue, schafft das ein neues Problem.“
Ich sah ihn wieder an. „Was für ein Problem?“
Er erklärte, dass ein wichtiger Geschäftsabschluss bereits Aufmerksamkeit erregte und die Beteiligten sein Privatleben wegen der damit verbundenen Familienbande genau beobachteten. Wenn er plötzlich verkündete, dass die Frau, die er öffentlich seine Ehefrau genannt hatte, eine Fremde war, würde die Geschichte noch größer werden.
„Es geht also um dein Geschäft“, sagte ich.
„Teilweise.“
Ich schüttelte den Kopf. „Ich wusste, dass für dich etwas dabei herausspringt.“
Er wirkte ehrlich verärgert darüber. „Für dich springt auch etwas dabei heraus.“
„Ich brauche nichts von dir.“
„Du brauchst Schutz vor Nicholas.“
Ich zog eine Augenbraue hoch und sah ihn an. „Mit Nicholas werde ich allein fertig.“
„Wirklich?“, fragte er leise. „Er ist dir gestern Nacht nach draußen gefolgt und hat dich gepackt, als du ihm gesagt hast, er solle loslassen, und du glaubst trotzdem, dass du das allein regeln solltest?“
Ich hasste es, dass er recht hatte. Jemima trat näher, blieb aber stumm. Ich sah sie an und hoffte, sie würde ihm sagen, er solle verschwinden, aber sie warf mir nur einen kleinen Blick zu.
Zayn fuhr fort. „Ich bitte dich nicht, mir zu vertrauen. Ich sage dir, dass deine Scheidung komplizierter wird, jetzt, wo dein Name mit meinem verbunden ist.“
„Und was genau erwartest du, dass ich dagegen tue?“
Er griff in seine Jacke, zog eine kleine Karte hervor und reichte sie mir. „Triff dich heute Abend mit mir.“
Ich sah auf die Karte. Darauf standen eine Adresse und eine Uhrzeit. „Warum?“
„Weil ich eine Lösung habe.“
Ich hätte ihm die Karte beinahe zurückgegeben. „Ich bin an keiner weiteren Lösung interessiert, bei der du entscheidest, was das Beste für mich ist.“
„Diese hier lässt dir die Wahl.“
Ich musterte sein Gesicht und versuchte herauszufinden, was er verbarg. „Du redest die ganze Zeit, als wüsstest du, was ich brauche.“
„Ich weiß, was ich gestern Nacht gesehen habe.“ Seine Stimme wurde weicher. „Du wolltest deine Ehe verlassen, bevor ich überhaupt in dein Leben getreten bin.“
Er hatte recht. Was auch immer mit Zayn geschah, meine Entscheidung über Nicholas war längst gefallen. Ich steckte die Karte in meine Tasche.
„Ich denke darüber nach.“
Zayn nickte. „Mehr verlange ich nicht.“ Er wandte sich seinem Wagen zu, dann blieb er stehen. „Und Amara?“
„Was?“
Er sah sich nach mir um. „Lass dir von Nicholas nicht einreden, dass das, was er getan hat, deine Schuld war.“
Nachdem er gefahren war, stand ich da und starrte auf die Straße, bis sein Wagen verschwunden war. Jemima sprach schließlich.
„Du wirst dich mit ihm treffen.“
Ich sah sie an. „Ich habe gesagt, ich denke darüber nach.“
Sie lachte leise. „Dein Gesicht sagt etwas anderes.“
Ich ignorierte sie und ging zurück ins Haus. Mein Handy vibrierte erneut, und diesmal war es eine weitere Eilmeldung. Ich öffnete sie und sah ein weiteres Bild von Zayn und mir von der letzten Nacht. Die Schlagzeile ließ mein Herz sinken.
„Milliardär Zayn Kareem beschützt seine geheime Ehefrau vor betrügerischem Ehemann.“
Ich starrte auf den Bildschirm und konnte nicht fassen, wie schnell Fremde meine schlimmste Nacht in Unterhaltung verwandelt hatten. Dann erschien eine weitere Nachricht von Zayn.
‚Heute Abend. Acht Uhr. Komm allein.‘
Ich sperrte mein Handy und sah Jemima an. „Ich gehe nicht hin.“
Sie hob eine Augenbraue. „Warum hältst du dann immer noch seine Karte in der Hand?“
Amaras Perspektive„Bist du sicher, dass du dorthin zurückwillst?“Jemima fragte es, als wir von Nicholas' Haus wegfuhren. Ich starrte weiter aus dem Fenster und sah zu, wie die Tore hinter uns verschwanden.„Ja.“ Meine Stimme klang gefasster, als ich mich fühlte.Das Haus meines Vaters stand seit Jahren leer, und ich hatte es seit meiner Hochzeit nicht mehr betreten. Ich hatte so lange daran gearbeitet, mir mit Nicholas ein Leben aufzubauen, dass ich fast vergessen hatte, wie es sich anfühlte, einen Ort zu haben, der nur mir gehörte. Jemima warf mir einen Blick zu, bevor sie wieder auf die Straße sah.„Dann fahren wir dorthin.“Als wir ankamen, schloss ich die Haustür auf und blieb einen Moment lang stehen. Staub bedeckte die Möbel, und die Luft roch wie in einem Raum, der zu lange verschlossen gewesen war.Ich ging hinein und fuhr mit den Fingern über den Holztisch neben dem Eingang. Ich erinnerte mich, wie mein Vater jeden Sonntagmorgen dort gesessen hatte, mit seiner Zeitung und s
Amaras Perspektive„Ich bin bereit.“Ich sagte es vor meinem Schlafzimmerspiegel, aber ich versuchte, mich selbst davon zu überzeugen. Ich packte die Dokumente, die ich brauchte, in meine Handtasche. Ich wollte meine Sachen holen und gehen.„Ich bin in zehn Minuten draußen“, sagte Jemima. „Ich komme mit.“Ich sah auf den Koffer neben dem Bett. „Danke.“Als das Gespräch beendet war, warf ich noch einen Blick in den Spiegel. Mein Ehering zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich starrte ihn ein paar Sekunden an, bevor ich ihn abzog und in die Schublade legte. Ich wollte ihn dort nicht tragen.Jemima kam bald darauf, und ich hatte zwei Koffer an der Tür stehen.„Bist du sicher, dass du das heute tun willst?“, fragte sie.„Ja.“ Ich nahm meine Handtasche. „Wenn ich noch eine Nacht hierbleibe, fange ich vielleicht an, an mir zu zweifeln.“Die Fahrt zu Nicholas' Haus verlief schweigend, Jemima ließ die Stille unangetastet. Als wir in die Einfahrt einbogen, sah ich Nicholas an der Haustür stehen
Nicholas' Perspektive„Wer zum Teufel ist dieser Mann?“Ich starrte auf das Bild auf meinem Handy, bis das Display dunkel wurde. Ich tippte erneut darauf und zoomte hinein, in der Hoffnung, beim ersten Mal etwas übersehen zu haben.Da stand Amara neben Zayn Kareem, als würde sie ihn seit Jahren kennen. Die Schlagzeile darunter war noch schlimmer als das Bild.„Milliardär Zayn Kareem beschützt seine geheime Ehefrau vor betrügerischem Ehemann.“Ich las sie zweimal, dann warf ich das Handy auf meinen Schreibtisch. Es landete neben dem Glas Whiskey, das ich mir zuvor eingeschenkt hatte, und etwas von dem Getränk schwappte über den Rand. Ich griff wieder nach dem Handy, als es zu klingeln begann.Für einen Moment dachte ich, sie hätte es sich endlich anders überlegt.„Amara“, sagte ich, sobald ich abnahm. „Wo bist du?“ Am anderen Ende herrschte Stille.„Warum ist das wichtig?“ Ihre Stimme war tonlos.Ich stand von meinem Stuhl auf. „Weil ich dich den ganzen Morgen angerufen habe.“„Ich hab
Amaras Perspektive„Bist du bereit, dir meinen Vorschlag anzuhören?“Ich starrte mehrere Sekunden lang auf mein Handy, bevor ich antwortete. Ich war kaum zu Hause angekommen, und irgendwie hatte dieser Mann es schon geschafft, meinen Morgen noch schlimmer zu machen. Ich drückte auf die Anruftaste und hielt mir das Handy ans Ohr.„Sie haben fünf Minuten“, sagte ich.Zayn lachte leise. „Dir auch einen guten Morgen.“„An diesem Morgen ist nichts gut.“Ich setzte mich auf die Bettkante und betrachtete die Kleider, die ich letzte Nacht über den Stuhl geworfen hatte.„Du hast mich vor Reportern deine Frau genannt, und jetzt glaubt die halbe Stadt, ich sei heimlich mit dir verheiratet.“„Das ist mir bewusst.“„Dann erklär mir, wie du das wieder in Ordnung bringen willst.“Er schwieg kurz, bevor er antwortete. „Komm runter.“Ich runzelte die Stirn. „Was?“„Ich bin draußen.“Ich sprang so schnell auf, dass mir fast das Handy aus der Hand fiel. „Du kannst nicht einfach bei mir zu Hause auftauch
Amaras PerspektiveNicholas ließ mein Handgelenk so schnell los, dass mir die Taschen vollständig zu Boden fielen.Ich stand da und starrte den Mann vor mir an. Ich versuchte zu begreifen, wie der Fremde aus der Bar plötzlich vor meinem Haus gelandet war und, was noch wichtiger war, warum er mich gerade seine Frau genannt hatte.Zayn sah Nicholas nur kurz an, dann wandte er sich mir zu. Sein Blick fiel sofort auf mein Handgelenk, und seine Finger berührten vorsichtig die Stelle, an der Nicholas mich festgehalten hatte.„Hat er dir wehgetan?“, fragte er.Ich öffnete den Mund, aber zuerst kam kein Ton heraus. Nicholas trat vor, das Gesicht voller Wut.„Wer zum Teufel sind Sie?“, fuhr er ihn an.Zayn blickte ihn langsam an. „Der Mann, der Ihnen sagt, dass Sie die Finger von ihr lassen sollen.“Nicholas lachte humorlos auf und zeigte auf mich. „Sie ist meine Frau.“Zayn sah wieder mich an, dann zurück zu ihm. „Nicht mehr.“Mein Kopf fuhr zu ihm herum. „Wie bitte?“Ich hatte endlich meine
Amaras PerspektiveDas Sonnenlicht traf mein Gesicht, bevor mein Gehirn begreifen konnte, wo ich war.Einen Moment lang lag ich einfach da und blinzelte an eine fremde Decke.Dann kam alles auf einmal zurück – der Kuss, das Taumeln ins Zimmer, das Durcheinander…Er.Ich setzte mich zu schnell auf, und der Raum schwankte mit der Bewegung, mein Kopf hämmerte irgendwo hinter meinen Augen. Der Platz neben mir war leer, die Laken zerknittert und kühl – als wäre er schon eine Weile fort.Ich hörte Wasser im Badezimmer laufen.Ich wartete nicht.Meine Hände zitterten, als ich mein Kleid fand, zerknittert auf dem Boden neben dem Bett, und es mir über den Kopf zog. Ich kämpfte mit dem Reißverschluss, den ich nicht ganz erreichen konnte. Meine Schuhe lagen auf gegenüberliegenden Seiten des Zimmers – einer bei der Tür, einer irgendwo bei einem Ledersessel, an den ich mich von gestern Nacht nicht erinnerte. Ich griff meine Tasche, überprüfte zweimal mein Handy, obwohl ich spürte, dass es bereits







