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Kapitel 161 – Der Zorn eines Vaters

last update publish date: 2026-10-23 13:53:55

Alaric

Der Saal stinkt noch immer nach Kierans Unverschämtheit.

Seine Stimme hallt in meinem Schädel wider, voller Trotz und zitternder Schwäche. Er hat es gewagt, an meinem Tisch zu stehen und so zu tun, als hätten seine Worte Gewicht. Ich hätte ihn dafür schlagen sollen. Ich hätte ihn vor dem Rat auf die Knie zwingen und an seinen Platz erinnern sollen.

Aber nein. Meine Enttäuschung ist größer als meine Wut, und Enttäuschung sitzt tiefer. Wut brennt heiß und schnell. Enttäuschung fault langsa
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  • Vom Alpha Markiert: Blutschwur   Kapitel 162 – Das Gewicht seines Blicks

    JaceIm Kampfring hallen dumpfe Faustschläge gegen Polster und scharf gebellte Befehle wider. Junge Wölfe bewegen sich wie eine Flut. Manche sind zu eifrig, andere zu träge, und jeder von ihnen glaubt, für den Krieg bereit zu sein. Das sind sie nicht.„Noch einmal“, fahre ich sie an und gehe im Kreis um sie herum. „Deckung hoch, Gewicht auf den hinteren Fuß, Blick nach vorn. Starrt nicht auf eure Hände. Seht euren Gegner an.“Mehr oder weniger gehorchen sie. Die Auszubildenden sind willig genug, doch Disziplin entsteht durch Wiederholung. Ich schleife sie so lange, bis der Körper übernimmt und für Ablenkung kein Platz mehr bleibt. Im Krieg bedeutet Ablenkung den Tod.Aber meine eigene Ablenkung befindet sich woanders.Hazel.Sie steht auf der anderen Seite des Rings und übt mit einer Partnerin. Schweiß glänzt auf ihrer Haut. Sie hat das Haar zu einem groben Knoten gebunden, aus dem sich Strähnen gelöst haben, die an ihren Wangen kleben.Ihre Bewegungen besitzen eine Intensität, die to

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    AlaricDer Saal stinkt noch immer nach Kierans Unverschämtheit.Seine Stimme hallt in meinem Schädel wider, voller Trotz und zitternder Schwäche. Er hat es gewagt, an meinem Tisch zu stehen und so zu tun, als hätten seine Worte Gewicht. Ich hätte ihn dafür schlagen sollen. Ich hätte ihn vor dem Rat auf die Knie zwingen und an seinen Platz erinnern sollen.Aber nein. Meine Enttäuschung ist größer als meine Wut, und Enttäuschung sitzt tiefer. Wut brennt heiß und schnell. Enttäuschung fault langsam und sickert in jeden Riss.Er glaubt, er könne mir widersprechen. Er glaubt, er könne sich aufspielen wie ein Sohn, der von Bedeutung ist. Der Junge ist nichts als verschwendetes Blut, ein Spiegel, der schon beim Schmieden gesprungen ist. Ein Sohn, der vor Worten zurückzuckt, bei einem Tadel errötet und Gefühl für Stärke hält.Schwäche. Nichts als Schwäche.Ich schreite durch den Ratssaal, die Fäuste an meinen Seiten geballt. Die Verträge liegen noch immer sauber gestapelt dort, wo ich sie zur

  • Vom Alpha Markiert: Blutschwur   Kapitel 160 – Grenzen der Loyalität

    MaraAlpha Vaughn von Hollowrock bittet einige Tage nach dem Fest um ein vertrauliches Gespräch. Dabei macht er deutlich, dass er mit mir allein sprechen will.Kein Aufheben. Keine Wachen vor der Tür. Nur eine Nachricht, die einer seiner Wölfe überbringt. Die Handschrift ist so ordentlich, dass ich eine Braue hebe. Hollowrock hatte schon immer eine zivilisierte Ader. Unter Alphas ist das eine Seltenheit.Ich gehe hin, weil jemand zuhören muss, ohne gleich zu knurren. Jemand muss Worte abwägen, statt sie mit den Zähnen in Stücke zu reißen. Ob es mir gefällt oder nicht, dieser Jemand bin ich.Als Treffpunkt hat er eine Jagdhütte am Rand unseres Reviers gewählt. Sie ist leer, abgesehen von Vaughn und dem Feuer, das er bereits entzündet hat.Er ist ein breiter Mann mit ersten silbernen Strähnen an den Schläfen und einem ruhigen Blick, der nicht einmal zuckt, wenn Wölfe Kehlen oder Krallen zeigen.Als ich eintrete, erhebt er sich. Eine Respektbezeugung, die er mir nicht schuldet. Wir beide

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    KieranWir reiten hart, um nach Silvercrest zurückzukehren. Wir essen kalte Mahlzeiten und schlafen jede Nacht kaum drei Stunden. Die Kutschen und die Hälfte der Wachen habe ich zurückgelassen, damit sie in einem vernünftigeren Tempo nachreisen können. Der Rest von uns treibt sich und die Pferde bis an die Grenze.Als Wölfe wären wir schneller, aber Vater mag es nicht, wenn wir uns wie Tiere benehmen.Mit jeder Kilometer wird die nagende Gewissheit dringlicher, dass er bereits neue Pläne schmiedet.Ich weiß es, bevor die Mauern von Silvercrest in Sicht kommen, noch bevor die Wachen am Tor vor mir salutieren. Nachdem ich ihm mitgeteilt habe, dass ich ohne Eli zurückkehre, wird er nicht untätig herumsitzen.Die Versuchung war groß, es ihm erst nach meiner Ankunft persönlich zu sagen. Doch das hätte er als Verrat betrachtet und mich über seinen nächsten Schritt im Dunkeln gelassen.Er wird andere Pläne machen, finsterere. Und ich hoffe – aller Wahrscheinlichkeit nach reichlich naiv –, da

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    EliRonan sagt kein Wort, als er die Tür abschließt.Er beobachtet mich nur von der anderen Seite des Raumes. Seine Augen brennen golden, seine Arme hängen locker an seinen Seiten, als hätte er nicht längst entschieden, was er mit mir tun wird. Als wäre er nicht schon halb dabei.Meine Haut prickelt, und ich spüre, wie die Luft sich verändert.„Ausziehen. Auf die Knie.“Es ist nicht das erste Mal, dass er diese Worte sagt, doch heute Abend ist etwas anders. Etwas in der Intensität seines Blicks und der Hitze in seiner Stimme. In der Art, wie das Feuerlicht ihn in Schattierungen aus Befehl und Beherrschung zeichnet.Das hier ist keine Vorstellung. Kein Publikum. Nur wir und das, was wir sind, wenn niemand zusieht.Ich ziehe mich langsam aus. Nicht, weil ich ihn reizen will – jedenfalls nicht nur deshalb –, sondern weil ich das hier auskosten will, was immer es ist. Ich will es schmecken, wenn es über mir zusammenbricht.Die Luft beißt in meine nackte Haut. Als ich mich auf den Pelztepp

  • Vom Alpha Markiert: Blutschwur   Kapitel 157 – Die Form seines Mundes

    HazelSeine Stimme läuft in meinem Kopf in Endlosschleife, wie ein Seil, das ich mir selbst immer enger um die Kehle wickle. Kein Lächeln. Keine Sanftheit. Nur dieser zu einer harten Linie gepresste Mund, der mich aufschneidet und mir sagt, ich hätte es gut gemacht.Mein Körper bewegt sich weiter, aber alles daran ist für ihn.Ich durchlaufe die Abfolge genau so, wie er sie mir eingedrillt hat. Annäherung im Vierertakt, Winkel nach außen, Schulterfinte, Schnitt zu den Rippen. Ich spüre den Boden, wie er es mir beigebracht hat: mit den Fußgewölben statt den Zehen, zuerst weich auftreten und mich dann kraftvoll abstoßen. Ich höre ihn, obwohl er nicht hier ist.In meinem Kopf formt sein Mund die Worte. Und genau da mache ich meinen ersten Fehler, weil ich mir erlaube, ihn vor mir zu sehen.Ich kenne seine Form zu gut. Die Kontur seiner Lippen, wenn ihn etwas nicht beeindruckt. Die klare Linie seiner Zähne, wenn er auf seinen Zorn beißt und ihn hinunterschluckt. Die Art, wie ein Mundwinke

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