LOGINDrei Frauen … Ich habe sie alle süchtig nach mir gemacht. Nichts als willenlose Wesen, gefressen von der Kontrolle. Zuerst Miranda, dann Cynthia, ihre Kindheitsfreundin … und bald mehr. Das hier ist keine Liebesgeschichte. Nein. Das ist die Hölle, die du durchmachen wirst. Eine Prüfung, die dich auffrisst, dich verbrennt und auf jeder Haut eine glühende Narbe hinterlässt. Die innere Hölle – dieses wilde Spiel, in dem Unterwerfung und Schmerz eins werden, jeder Atemzug wie ein Gebet klingt und jede Prüfung eine süße Verdammnis ist. Also komm. Schritt für Schritt wirst du diesen Rausch schmecken, in dem die Kontrolle regiert. Und ich verspreche dir: Du wirst es lieben.
View MoreKAPITEL 1
MIRANDAS SICHT
Ich steige aus der Badewanne und bleibe lange vor dem großen Spiegel stehen, der wie ein stummer Richter in meinem Schlafzimmer aufragt.
Das Wasser hat Perlen auf meiner Haut hinterlassen, die langsam meine Kurven hinuntergleiten – als wollten sie mich an die Sinnlichkeit erinnern, deren Gefangene ich bin. Ich betrachte mich, nackt, ganz. Mein Spiegelbild zeigt mir eine junge Frau, noch immer voll, prall, voller Leben – aber innerlich ausgebrannt. Mein Körper schreit, mein Körper verlangt, und ich weiß nur zu gut: Er verlangt nach einem Schwanz.
Meine Finger streifen meine Konturen, meine Hüften, meine schweren Brüste, meinen vollen Arsch, der dieses S bildet, das mein Mann so gerne gestreichelt hat. Er. Mein Kriegsherr. Mein Fels. Mein unersättlicher Liebhaber. Er ist tot … und das wird bald zwei Monate her sein. Nur zwei Monate – und doch ist jede Nacht ohne ihn eine Ewigkeit. Als er noch auf dieser Welt war, hat er mich zur Königin gemacht – nicht nur durch seine Liebe, sondern durch seinen Körper, durch diese Wildheit, die er an mir ausgelassen hat. Im Bett war er ein Gott. Ich hatte in ihm mein ganzes Universum gefunden. Und jetzt bin ich allein, verwaist ohne seine Arme, verwaist ohne seine Männlichkeit.
Ich zähle die Abende nicht mehr, an denen ich in diesem viel zu großen Bett meine Spielzeuge holen musste – diese kalten Dinger, die die Wärme eines Mannes nur schlecht ersetzen. Jedes Mal, wenn ich sie nehme, schnürt sich mir die Kehle vor Scham zu. Ich komme, ja, aber immer mit diesem bitteren Geschmack, dieser unstillbaren Leere, die mich daran erinnert, dass kein Plastik, keine Mechanik jemals ersetzen wird, was er mir gegeben hat.
Und dann ist da dieses unsichtbare Gewicht: die Blicke, die Verurteilungen. Ich könnte natürlich einen Mann suchen, einen Gentleman, der meine fleischlichen Qualen lindert. Aber meine Schwiegerfamilie … was würden die sagen? Kaum zwei Monate nach dem Begräbnis würden sie mich an den Pranger stellen: Diese Frau ist eine Schlampe, die ihren Mann ausgetauscht hat wie ein Hemd. Und diese Stimme hallt in mir wider, verurteilt mich, noch bevor ich auch nur einen Schritt in Richtung Freiheit wage.
Schlampe? Vielleicht. Aber ich bin auch eine Frau, die an Leidenschaft gewöhnt wurde, an Besitz, an Ekstase, an Sex. Mein Mann hat das Verlangen in mein Fleisch eingebrannt, und heute frisst dieses Verlangen mich lebendig. Ich hasse mich dafür, dass ich Hunger habe. Ich hasse mich dafür, dass ich dieses Feuer nicht löschen kann. Und doch ertappe ich mich Nacht für Nacht, Morgen für Morgen dabei, wie ich von ihm träume, von seiner Kraft, von seinem Körper – und ich schlafe ein mit dieser Leere, die mich zerreißt.
Ich lasse mich aufs Bett fallen, den Kopf noch voll vom Bild meines toten Mannes. Das kühle Laken auf meiner nackten Haut jagt mir einen Schauer über den Rücken, der alles andere als unschuldig ist. Alles in mir verlangt, brennt, fordert. Also wandert meine Hand wie von selbst zur Nachttischschublade. Mein Vibrator liegt da, still, geduldig, wie ein Geheimnis, das ich hasse, aber nicht mehr missen kann.
Ich schließe für einen Moment die Augen, nehme ihn in die Finger – und mein Atem wird schwerer, schneller. Schon bei dem Gedanken reagiert mein Körper, als ob der Schatten meines Mannes noch hier wäre, als ob seine Hände aus dem Nichts auftauchen würden, um mich wieder zu zähmen. Aber da ist nur ich. Ich und diese riesige Leere, die ich zu füllen versuche.
Meine Finger streifen meine Fotze – und jede Berührung lässt eine Welle der Hitze aufsteigen. Ich spüre, wie meine Hüften sich von selbst durchbiegen, als hätte mein Körper den Tanz, den er so gut kannte, noch im Gedächtnis. Ich beiße mir auf die Lippe, unfähig, dieses Bedürfnis zu stoppen. Die Stille des Zimmers wird ohrenbetäubend, nur unterbrochen von meinem keuchenden Atem.
Als ich den Vibrator anschalte, breitet sich ein dumpfes Summen durch mich aus, steigt in meinen Bauch hinauf, flutet meine Brust – und ich spüre, wie diese Spannung wächst, anschwillt, mich ganz ergreift. Es ist gleichzeitig eine Erleichterung und eine Folter, denn in dieser künstlichen Lust steckt vor allem die Abwesenheit des Mannes, den ich geliebt habe.
Ich kämpfe mit dieser Dualität: der Scham, das zu brauchen – und der Lust, die mich trotzdem durchströmt. Jede Sekunde ist eine grausame Erinnerung: Ich lebe, ich bin noch eine Frau – aber ich bin allein.
Verdammt. Alles hört plötzlich auf. Die brutale Stille klatscht mir ins Gesicht. Ich liege da, keuchend, die Beine noch zitternd, und starre den leblosen Vibrator zwischen meinen Fingern an. Eine dumpfe Wut steigt in mir auf, aber vor allem ist es Ekel, der mich überflutet. Ich hatte nicht einmal meinen ersten Orgasmus erreicht – diesen Gipfel, den ich gesucht hatte – und schon … die Leere.
Ich seufze, müde. Natürlich fällt es mir sofort wieder ein: Letztes Mal hatte ich ihn nicht aufgeladen. Was für eine Idiotin. Ich schäme mich für mich selbst, dafür, dass ich auf diese Maschinen angewiesen bin wie eine geile Teenagerin, dafür, dass ich so viel verlange. Ich schleudere ihn bitter aufs Bett, als hätte er mich verraten.
Aber mein Körper beruhigt sich nicht. Mein Bauch ist noch verknotet, meine Nieren brennen, meine Brust ist schwer vor Anspannung – und meine Fotze noch immer feucht. Also stehe ich auf, fiebrig, fast genervt von diesem unstillbaren Verlangen, das mich dazu treibt, im Schrank zu kramen. Meine Hände finden ein anderes Spielzeug – größer, fast bedrohlich in seinem stummen Dasein. Schwarz und geädert. Ich hole es raus, betrachte es einen Augenblick – und ein bitteres Lächeln huscht über mein Gesicht.
Regungslos. Lautlos. Steif. Perfekt.
Ich lege es hin, als wollte ich mich selbst überzeugen, dass dieses Stück Silikon den Mann ersetzen könnte, der mir fehlt. Was für eine Ironie. Was für eine Absurdität. Und doch spüre ich schon, wie mein Herz schneller schlägt – hin- und hergerissen zwischen Erregung und Selbstverachtung.
Ich flüstere, fast um mich zu beruhigen:
— Perfekt …
Aber ich weiß, dass nichts perfekt ist. Weder diese Spielzeuge noch diese Leere, die ich zu füllen versuche.
Ich nehme Gleitgel, verteile es auf dem Umfang meines Dildos und ein wenig auf meiner Weiblichkeit. Ich lasse mich runter, spreize meine Arschbacken, um ihn eindringen zu lassen. Ich lasse nur die Eichel rein – nur die Spitze des Schwanzes. Ein Schrei entkommt mir.
„Ahhhh!“
Dann schiebe ich Stück für Stück weiter, bis der ganze Schwanz in mir steckt.
Ich fange an zu wippen, zu kreisen. Meine Stöße sind schnell. Ich höre, wie mein Arsch auf die Fliesen klatscht. Stöhnen quillt aus meiner Kehle.
Ich sauge an meinen eigenen Brustwarzen. Und …
Ich schließe die Augen und lasse mich fallen. Jede Bewegung wird von diesem brennenden Bedürfnis bestimmt, von dieser unerträglichen Leere, die mich seit Wochen bewohnt. Mein Atem wird schneller, mein Körper wiegt sich fast gegen meinen Willen. Die Spannung klettert, steigt wie eine Welle – und plötzlich überflutet sie mich.
Es ist heftig, total. Eine Flutwelle aus Hitze überrollt mich, bringt mich zum Zittern, presst unkontrollierte Laute aus mir heraus. Ich fühle mich gleichzeitig erlöst und erdrückt, als würde jede Faser meines Körpers sich in diesem Augenblick entleeren. Meine Beine geben nach, mein Körper sinkt auf den kalten Boden, unfähig zu stehen.
Ich bleibe liegen, keuchend, das Herz rasend, die Augen ins Leere gerichtet. Schweiß perlt auf meiner Haut, meine Muskeln sind schwach, fast schmerzend. Ja, das war gut – verdammt gut … aber gleichzeitig so bitter.
Denn mitten in diesem Rausch fällt mir die Wahrheit wieder ins Gesicht: Diese Lust hat nichts Menschliches. Sie ist nur ein Trugbild, eine Illusion, ein Schatten von dem, was mein Mann mir früher gegeben hat. Und je mehr die Welle der Ekstase zurückgeht, desto unerträglicher wird die Stille im Zimmer.
Ich spüre, wie meine Augen feucht werden. Nicht vor Verlangen dieses Mal. Sondern vor Einsamkeit.
KAPITEL 5ESPOIRS SICHT— Ich … ich will dich, sagte sie schließlich, ihre Stimme zitterte, verletzlich, aber ehrlich.Ich lächelte, unfähig, ein Wort zu sagen. Ich nahm sie sanft in meine Arme, und wir blieben so – hielten uns einfach, entdeckten uns innerlich, atmeten gemeinsam. Jede ihrer Berührungen ließ mich erschauern, und jedes Lächeln, das sie mir schenkte, erhellte mein Herz.Es war so viel mehr als bloß körperliches Verlangen. Es war eine Begegnung der Seelen, eine stille Intimität, die lauter sprach als jedes Wort.Ihre Augen ließen mich nicht mehr los. Ich sah darin eine Mischung aus Angst und Verlangen, einen stillen Kampf zwischen Zurückhaltung und Hingabe. Mein Herz schlug so heftig, dass ich fürchtete, sie könnte es hören.Ich ließ meine Hand langsam ihren Rücken hinuntergleiten, als würde ich die Landkarte ihres Körpers in mein Gedächtnis einzeichnen. Sie drückte sich noch enger an mich, und ein leises Stöhnen entkam ihr – kaum ein Hauch, aber er setzte mich innerlich
KAPITEL 4ESPOIRS SICHTDer Kuss, anfangs noch zögerlich, wurde tiefer. Miranda ließ sich fallen, ihre Hände hatten sich an meine Schultern geklammert, als suchte sie nach einem Halt, und ich verlor mich völlig in der Wärme ihres Mundes. Jede gestohlene Sekunde schmeckte nach Gefahr, aber auch nach einer Lust, die ich nie zuvor gekannt hatte.Ich flüsterte, meine Lippen noch immer auf ihren:— Lass mich dich aufs Bett führen.Sie sah mich an, ihre Augen voll dieses inneren Kampfes. Und dann hauchte sie, kaum wahrnehmbar:— Einverstanden.Mein Herz machte einen Satz. Ohne zu zögern, schob ich meine Arme unter ihre Schenkel und in ihren Rücken. Sie war leicht in meinen Armen, ihr Duft berauschend, ihre Brust an meine Brust gepresst. Ich spürte ihren schnellen, fast keuchenden Atem.Ich legte sie sanft aufs Bett, als wäre sie aus Glas. Ihre Haare breiteten sich wie eine Kaskade auf dem Kissen aus, und ihre Lippen blieben halb geöffnet, riefen mich noch immer. Ich betrachtete sie eine Sek
KAPITEL 3MIRANDAS SICHTAm Morgen öffnete ich meine Augen viel früher als erwartet. Ich konnte nicht im Bett bleiben, mein Kopf war noch schwer von allem, was ich gestern Abend gefühlt hatte. Also stand ich fast wie automatisch auf und ging hinunter in die Küche.Ich hatte nicht wirklich Hunger, wollte nur schnell etwas in den Magen bekommen, bevor ich baden ging. Ich öffnete den Kühlschrank, nahm mir einen Orangensaft und schenkte mir ein Glas ein. Die Stille im Haus kam mir ungewöhnlich vor.— Loïc? rief ich, in der Hoffnung, seine Schritte zu hören.Nichts. Ich suchte ihn mit den Blicken, aber das Wohnzimmer war leer. Keine Spur von ihm. Ich dachte mir, dass er schon zu seinen Vorlesungen aufgebrochen sein musste. So fleißig, mein Sohn … Ein Lächeln des Stolzes huschte über mein Gesicht, auch wenn sich ein kleiner Stich der Einsamkeit in mir festsetzte.Dann dachte ich an Espoir. Vielleicht war er noch in seinem Zimmer? Aber da kein Geräusch von oben kam, nahm ich an, dass er Loïc
KAPITEL 2MIRANDAS SICHTIch liege noch am Boden, die Muskeln entspannt, da hallt ein scharfes Geräusch durchs Haus. Toc, toc.Ich zucke zusammen, der Atem stockt mir, das Herz rast wie bei einer ertappten Sünderin.— Guten Abend, Mama, ich bin gerade reingekommen. Komm bitte mal runter.Das ist Loïcs Stimme. Mein Sohn. Mein einziger Sohn.Die Scham durchfährt mich sofort wie ein eisiger Schlag. Mein Körper, noch warm von dem, was ich gerade getan habe, verkrampft sich.Ich antworte mit einer Stimme, die ich so natürlich wie möglich klingen lassen will:— Ich komme, mein Schatz. Gib mir eine Minute.Mühsam richte ich mich auf. Meine Beine zittern noch, meine Brust hebt sich zu schnell. Ich nehme mir ein Handtuch und wische die Spuren meiner Hingabe weg, lösche jede Spur, jedes Geheimnis. Meine Haare sind noch feucht und durcheinander – ein Verrat an mir selbst. Also fahre ich mit den Fingern durch, bemüht, ihnen wenigstens eine halbwegs normale Form zu geben.Ich krame im Schrank und