Vom Alpha Markiert: Blutschwur

Vom Alpha Markiert: Blutschwur

last updateLast Updated : 2026-09-07
By:  Quinn MontclairOngoing
Language: Deutsch
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„Er zerrt mich von der Wand zum Tisch und wieder zurück, als könnte er sich nicht entscheiden, wo er mich haben will. Das Holz bohrt sich mir ins Kreuz, der Tisch quietscht. Seine Hände sind überall – an meiner Kehle, meinem Kinn, meinen Hüften. Rau. Gierig. Wild. Er packt mich am Haar und zwingt meinen Kopf zurück. Der Kuss ist brutal. Er nimmt mich damit auseinander. Zwingt mich, mich für ihn zu öffnen. ‚Auf die Knie‘, sagt er. Der Befehl durchfährt mich. Meine Beine knicken ein. Es ist demütigend, wie schnell ich gehorche – und wie sehr ich mich genau dafür liebe.“ Mein Mund gehört ihm. Mein Körper. Meine verdammte Seele. Aber mein Herz habe ich ihm nie versprochen. Eli war schon einmal in Ketten, und es hätte ihn beinahe das Leben gekostet. Als Ronan Vale, der gnadenlose Alpha von Blackthorn, ihn auf der Flucht durch das Revier seines Rudels erwischt, wird Elis schlimmste Angst wahr: Ronan setzt ihm sein Mal und beansprucht ihn für sich. Doch Ronan beißt nicht nur. Er fesselt. Mit Seilen. Mit Regeln. Mit einer Stimme, die Eli jede Kraft aus den Beinen zieht, und Berührungen, die aus Widerstand Hunger machen. Das Band zwischen ihnen ist wild. Ungezähmt. Und Eli hasst, wie sehr er es will. Wie sehr er Ronan will – selbst wenn er zitternd unter ihm liegt, gezeichnet und ihm völlig ausgeliefert, und darum bettelt, gefüllt zu werden, damit die Leere in ihm endlich schweigt. Eli hat geschworen, dass ihn nie wieder jemand besitzen wird. Dann kommt der Alpha, dessen Band beides ist: Brandmal und Versprechen. Er hasst, wie sehr er all das will. Ronans Stimme. Ronans Hände. Ronans brutales Verlangen, das sich trotzdem wie Anbetung anfühlt. Das ist keine Liebe. Das ist Besessenheit. Und Eli hat Angst, dass er langsam Gefallen daran findet.

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Chapter 1

Kapitel 1 – Gejagt

Eli

Der Wald ist zu still.

Keine Grillen, keine Eulen. Nur mein eigener Atem, der mir die Lunge zerfetzt, während ich den Hang hinunterrenne und mir Äste die Arme zerkratzen.

Ich wage es nicht, mich zu verwandeln.

Auf vier Beinen wäre ich schneller, aber meine Fährte wäre auch deutlicher. Und ich kann sie bereits spüren.

Schwarze Gestalten, die zu beiden Seiten wie Schatten durch den Wald gleiten. Wölfe. Große. Und sie haben nicht vor, mich entkommen zu lassen.

Mein Fuß bleibt an einer Wurzel hängen und ich schlage hart hin. Ich verbeiße mir einen Fluch, als die Erde mir die Handflächen aufreißt.

Der Geruch meines Blutes erfüllt die Luft. Scheiße. Ich presse die Hände in die feuchte Erde, um ihn zu überdecken, doch es ist zu spät.

Ein tiefes Knurren rollt durch die Bäume, so mächtig, dass der Boden davon zu beben scheint.

Ich rappele mich auf und renne weiter, ohne auf das Brennen in meinen Knien zu achten.

Vor mir liegt ein Bergrücken. Wenn ich es darüber schaffe, kann ich durch den Bach waten, meine Fährte verwischen und sie abschütteln.

Ich habe das schon einmal geschafft. Ich weiß, wie man flieht.

Aber das hier sind keine gewöhnlichen Wölfe.

Überall stoße ich auf ihre Reviermarkierungen.

An Bäume genagelte Schädel. Blutige Stoffstreifen, die wie Warnungen zwischen den Ästen flattern.

Ich habe sie ignoriert, weil ich glaubte, unbemerkt hindurchzukommen.

Ich muss nur aus den Südlanden raus. Danach kann ich einfach verschwinden.

Rechts von mir knackt ein Zweig. Goldene Augen blitzen auf. Mir sackt der Magen weg.

„Scheiße, Scheiße, Scheiße –“

Ich werfe mich nach links, doch der Boden fällt plötzlich unter mir ab und ich stürze.

Steine reißen meine Haut auf, während ich den Abhang hinunterrolle. Dann pralle ich so heftig gegen etwas Hartes, dass mir die Luft aus der Brust gepresst wird.

Für einen Moment dreht sich alles und Schwärze kriecht in mein Blickfeld. Dann höre ich ihn.

Eine tiefe, raue Stimme, die wie eine Klinge durch die Nacht schneidet.

„Du gehörst jetzt mir.“

Ich stemme mich auf die Ellbogen und weiche zurück, doch über mir löst sich ein Schatten aus den Bäumen.

Er landet in der Hocke. Größer als jeder Mann, den ich je gesehen habe, und gebaut, als hätte man ihn aus der Nacht selbst gemeißelt.

Sein Fell – nein, Moment. Das ist seine Haut. Sie glänzt, während sich schwarze Tätowierungen bei jeder Bewegung über seine Muskeln winden.

Und seine Augen … Wolfsgold, das mich zu durchbohren scheint.

Neben ihm komme ich mir winzig vor. Zerbrechlich.

Er ist ein Alpha.

Dafür brauche ich meinen Wolfsinstinkt nicht. Unter der Wucht seiner Präsenz krümmt sich mein Rücken, und mein eigener Wolf kauert tief in meiner Brust.

„Bitte“, krächze ich und hebe die Hände. „Ich wusste nicht, dass dieses Land jemandem gehört.“

„Das wusstest du sehr wohl.“

Seine Stimme ist ein Knurren, so tief, dass es meine Knochen vibrieren lässt.

Er kommt näher. Langsam, bedächtig, wie ein Raubtier.

„Du hast meine Grenze überschritten und meine Luft geatmet. Hast du geglaubt, das wäre umsonst? Oder dass du mir davonlaufen könntest?“

Ich weiche weiter zurück, bis mein Rücken gegen einen Baum stößt.

Es gibt keinen Ausweg mehr. Da trifft mich sein Geruch. Rauch, Zedernholz und Eisen. Etwas in mir zieht sich zusammen, heiß und tief, und trotz meiner Angst winselt mein Wolf nach ihm.

Nein. Nein, nicht das. Nicht er. Bitte. Mein Leben ist ohnehin schon beschissen genug.

Er beugt sich zu mir hinunter. So nah, dass ich die scharfen Spitzen seiner Eckzähne sehen kann. Er ist nicht ganz verwandelt, aber kurz davor.

Er riecht das Blut an meinen Händen und atmet tief ein, als könnte er es schmecken.

„Du riechst nach Beute“, murmelt er, und im nächsten Moment schließt sich seine Hand um meine Kehle.

Ich kralle die Finger um sein Handgelenk, während mein Herz wie wahnsinnig hämmert. Aber er drückt nicht zu. Nicht wirklich. Er hält mich bloß fest, gefangen zwischen seinem Körper und dem Baum. Sein Daumen streicht langsam und besitzergreifend über meinen Puls.

„Du gehörst nirgends hin“, sagt er und legt den Kopf schief. „Stimmt’s?“

Mein Atem stockt. Ich antworte nicht. Er kennt die Antwort längst.

Etwas grollt in seiner Brust – nicht nur ein Knurren, sondern noch etwas anderes. Bevor ich wieder etwas sagen kann, beugt er sich vor, bis sein Mund an meinem Hals liegt.

Seine Lippen streifen meine Haut, und jeder Nerv in meinem Körper erwacht mit einem Schlag. Seine Zähne fahren über meinen Hals, genau dort, wo mein Puls hämmert.

„Du gehörst jetzt mir“, flüstert er noch einmal. Dann durchbrechen seine Zähne meine Haut und seine Fänge versinken in meinem Hals.

Schmerz und Feuer explodieren in mir, heftig und überwältigend. Aber darunter liegt noch etwas anderes.

Ein Sog. Eine Hitze, die meine Wirbelsäule hinabjagt und zwischen meine Beine schießt – falsch, beängstigend und zugleich so berauschend, dass ich mehr davon will.

Mein Wolf heult in mir auf. Nicht nur vor Angst, sondern aus einem sehr viel ursprünglicheren Verlangen.

Ein Schrei bleibt mir in der Kehle stecken, als er das Blut ableckt und die Wunde mit seinem Speichel versiegelt.

Die Welt kippt, als das Band zwischen uns mit einem Ruck einrastet wie eine Fessel.

Er tritt zurück. Seine Augen sind dunkel und wild, und ich spüre das Band zwischen uns pulsieren – lebendig, elektrisch. Eine Kette, die es mir nahezu unmöglich machen wird, ihm zu entkommen.

„Lauf noch mal weg“, sagt er leise, beinahe freundlich. „Dann siehst du, was passiert.“

Danach reißt er mich am Arm hoch und zerrt mich tiefer zwischen die Bäume. Ins Herz seines Rudels und zu dem, was dort auf mich wartet.

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