LOGINSie: Élise, 29 Jahre alt, brillante Innenarchitektin, akribisch, stolz, daran gewöhnt, alles zu kontrollieren. Er: Marcus, 36 Jahre alt, Bauleiter, grob, direkt, ein Mann vom Fach, der es nicht erträgt, Befehle zu erhalten. Sie arbeiten zusammen auf einer Luxusbaustelle in Marseille. Und sie können sich nicht ausstehen. Oder vielleicht doch.
View MoreELISE
Ich hasse ihn.
Mit meinem ganzen Wesen.
Aber es ist nicht mehr dieser rationale, eisige, professionelle Hass. Es ist ein schwachende, pochende Hass, der unter meiner Haut kriecht. Er brennt wie Fieber, macht mich nervös, reizbar ... und auf schändliche Weise erregt.
Er hat nichts, was mir gefallen könnte, nichts.
Und trotzdem.
Jeden Tag suche ich ihn mit den Augen. Jeden Tag ziehe ich mich an und frage mich, ob dieser Rock zu kurz ist. Und jeden Tag mache ich mir Vorwürfe.
Und heute wieder kommt er mit seiner frechen Miene, seiner Kriegerfigur und seinem Raubtierblick.
– Sie müssten eines Tages mal von Ihren Absätzen runterkommen, Prinzessin.
Ich spüre seinen Atem im Nacken. Seine Schulter streift meine, seine Hand verweilt vielleicht etwas zu nah.
Er will, dass ich reagiere.
Und ich reagiere.
– Dieser Plan wird nicht eingehalten, Marcus, sage ich mit trockener Stimme. Wenn Sie meine Anweisungen nicht befolgen, läuft dieses Projekt Schiffbruch.
Er zieht eine Augenbraue hoch. Tritt näher.
Seine Augen durchbohren mich, mustern mich, sein Maßband hängt wie eine Provokation an seiner Hand. Seine Ärmel sind hochgekrempelt und enthüllen seine von Staub und Adern gezeichneten Arme. Die Arme eines Arbeiters, eines Mannes, eines Tieres.
Und ich hasse, wie lange ich sie anstarre.
Er kommt so nah, bis ich die Hitze seiner Haut spüre, dieser rohe Geruch – rohes Holz, trockener Zement, sauberer Schweiß. Ich verschränke unwillkürlich die Beine.
– Du musst dich entspannen, Élise.
Ein Schauer durchfährt mich.
Ich halte seinem Blick stand.
Aber er weiß es.
Er weiß, dass ich innerlich schon verzehre.
MARCUS
Sie ist am Limit.
Und ich bin bereit, es zu durchtrennen.
Sie hat diese Art, mich anzusehen, als wäre sie überlegen, als hätte sie alles im Griff. Aber unter dieser glatten Fassade sehe ich die Risse, das Zittern, die Mikroreaktionen ihres Körpers, wenn ich zu nah bin.
Sie begehrt mich.
Und das macht mich wahnsinnig.
Heute Abend gehört die Baustelle uns. Die anderen sind gegangen und haben nur die Stille, das rohe Holz und die Anspannung, die uns auf der Haut klebt, hinterlassen.
Ich finde sie über einem Tisch gebeugt, konzentriert. Das schräge Abendlicht betont ihre Kurven, den Schwung ihres Rückens, die Linie ihres Nackens.
Sie ist wunderschön, unanständig. Und das weiß sie nur zu gut.
Ich nähere mich langsam. Ich spüre, wie sie sich anspannt, wie ein Tier, das Gefahr wittert.
– Gehe ich dir so sehr auf die Nerven?
Kein Wort. Nur ein Blick.
Sie dreht sich langsam um.
Und ohrfeigt mich.
Ich höre das Klatschen in meinen Ohren. Meine Haut brennt.
Ich lächle.
Und ich küsse sie.
ELISE
Ich habe nicht einmal Zeit zurückzuweichen.
Sein Mund presst sich auf meinen, besitzergreifend, brutal. Seine Zunge erzwingt den Eintritt, verlangt, fordert. Und ich ... ich gebe nach. Ich klammere mich an ihn, wild. Sein Hemd reißt unter meinen Fingern. Ich will ihn spüren. An mir. In mir.
Er hebt mich mühelos hoch. Meine Beine schlingen sich um seine Hüften. Ich spüre die Steifheit seines harten Gliedes gegen meinen Schritt.
Ich bin schon feucht.
Er drückt mich gegen die Wand. Ich lasse ein Stöhnen los. Seine Hand fährt zwischen meine Schenkel. Er schiebt meine Unterwäsche mit einer trockenen, ungeduldigen Bewegung beiseite.
– Glaubst du immer noch, du hättest das Sagen?, murmelt er an meinem Hals.
Ich will ihn noch einmal ohrfeigen.
Ich will, dass er mich verschlingt.
Seine Finger gleiten in mich hinein. Ich spanne mich, meine Nägel graben sich in seine Schultern. Er bewegt sich, langsam, dann schneller, als wollte er mich für meinen langen Widerstand bestrafen.
Und ich breche zusammen.
Ich komme gewaltsam, klammere meine Schenkel um seine Finger, unfähig, meine Schreie zurückzuhalten.
Aber er hört nicht auf.
MARCUS
Sie gehört jetzt mir.
Ihre Stöhnen sind wie Feuer in meiner Lende. Ich will sie noch einmal zum Orgasmus bringen. Und noch einmal. Bis sie ihren Namen vergisst. Ihren Titel. Ihre verdammte Kontrolle.
Ich lege sie ohne Sanftheit auf den Tisch. Sie fällt auf die Knie, keuchend, hingegeben.
Ich lasse meine Jeans so weit herunter, wie nötig. Ich zerreiße ihre Unterwäsche mit den Zähnen. Sie sagt nichts. Sie wartet. Zitternd und nass.
Ich nehme sie mit einem einzigen Stoß.
Sie schreit.
Und ich brülle.
Ihre Hände klammern sich an die Tischkante. Ihr Rücken spannt sich. Sie umklammert mich, als wollte sie mich einsaugen. Ich stoße tief. Ich schlage zu. Noch einmal. Und noch einmal.
Jeder Stoß ist ein Kampf.
Sie stöhnt meinen Namen. Sie fleht darum. Sie verflucht ihn.
Ich gebe ihr einen leichten Klaps auf den Po. Sie zuckt zusammen. Und stöhnt lauter.
Ich gleite mit einer Hand unter ihr Hemd auf ihre Brust. Ihre Brustwarze ist hart. Ich kneife sie. Sie zieht sich um mich zusammen.
Ich spüre, wie der Orgasmus in ihr zurückkehrt.
Ich werde schneller.
Stärker.
Roher.
Sie explodiert in einem Schrei, ihr ganzer Körper zuckt. Und ich spanne mich gegen sie. Ich grunze. Ich entleere mich in ihr, tief, vollkommen.
Bis es keinen Gedanken mehr gibt.
Keine Baustelle mehr.
Keinen Kampf mehr.
Nur wir.
Brennend, außer Atem, gebrochen.
ELISE
Ich bleibe regungslos liegen, außer Atem.
Er zieht sich langsam zurück. Ich spüre, wie seine Wärme meinen Rücken verlässt. Die kühle Luft lässt mich frösteln.
Ich richte mich auf. Mein Rock ist zerknittert. Meine Beine zittern.
Ich kann ihn noch nicht ansehen.
Aber ich spüre seine Augen auf mir.
Er betrachtet mich, als hätte er etwas Seltenes gesehen. Etwas Unbezähmbares.
Und ich hasse ihn nicht mehr.
Ich will ihn.
Noch einmal.
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ManonDie Tür meiner Wohnung schließt sich mit einem dumpfen Klicken und isoliert die ganze Welt. Plötzlich ist die Stille absolut, schwer von all den unausgesprochenen Worten, all den zurückgehaltenen Begierden. Wir stehen im schmalen Eingang, noch eingehüllt in die Ausdünstungen des Wettkampfs – das Talkum, der kalte Schweiß, das abflauende Adrenalin. Aber darunter steigt eine neue Energie auf, primitiv, elektrisch.Alex ist da, einen Schritt von mir entfernt. Er hat meine Tasche abgestellt, sie lehnt an der Wand wie ein Überbleibsel eines vergangenen Lebens. Er sieht mich nicht mehr als Trainer an, als Stratege. Er sieht mich als Mann an. Und dieser Blick ist eine Entkleidung, eine langsame und vollständige Inbesitznahme. Das Eis ist geschmolzen und hat der Glut Platz gemacht, die vom ersten Tag an schwelte.— Bist du sicher?, fragt er, seine Stimme rau in der Stille.Die Frage ist kein Zögern. Es ist eine letzte Hommage an die Regeln, ein letzter Respekt für den zurückgelegten Weg
ManonDer Tag X ist da.Er hat nicht die Farbe großer Ereignisse. Keine heroische Sonne, kein azurblauer Himmel. Es ist ein grauer Tag, blass, von absoluter Neutralität. Als ob das Universum den Atem anhielte.In der Halle der nationalen Qualifikationen ist die Luft kalt, übermäßig klimatisiert. Sie riecht nach Desinfektionsmittel, Angst und Talkum. Ich bin in meiner Vor-Wettkampf-Blase, ziehe meine Riemchen über meine bereits geschundenen Hände, spüre die Blicke der anderen Athleten, der Trainer, der Kampfrichter. Aber ich sehe nur einen Fixpunkt, einen Anker in diesem Meer der Angst: Alex.Er ist ein paar Meter entfernt, nahe am Rand der Bodenfläche, gekleidet in seine Traineruniform – Poloshirt des Verbandes, schwarze Hose. Er konsultiert seine Notizen, aber seine Augen, wenn er sie hebt, weichen nicht von mir. Sie haben nichts mehr von dem Sturm der Turnhalle, von der verschlingenden Leidenschaft unseres Bruchpunkts. Sie sind klar, kalt, professionell. Ein Schutzwall aus Eis. Und
ManonEr zerbricht.Mit einem Laut, der zugleich ein Wimmern und ein Brüllen ist, nimmt er Besitz von meinem Mund. Der Kuss hat nichts Sanftes. Es ist eine Inbesitznahme, ein Verschlingen. Es sind Monate der Frustration, des unterdrückten Verlangens, die sich in einem Zusammenprall von Lippen, Zungen, Zähnen befreien. Seine Hände wandern meinen Rücken hinauf, vergraben sich in meinen Haaren, halten mich gefangen an ihm. Ich antworte mit derselben Wildheit, meine Hände krallen sich in die Baumwolle seines Trägershirts, klammern sich an seine Schultern wie an einen Rettungsring in einem reißenden Strom.Wir sind zwei Naturgewalten, die aufeinandertreffen, sich nähren. Der Geschmack von Schweiß, von Salz, von ihm, überwältigt mich. Der Geruch unserer erregten Körper vermischt sich, berauscht. Wir taumeln, immer noch umschlungen, und mein Rücken prallt gegen den Stützbalken des Stufenbarrens. Das kalte Metall auf meiner brennenden Haut, sein brennender Körper auf meinem. Es ist ein verrüc