LOGINDie schweren taktischen Stiefel knirschten mit einem Geräusch wie brechende Knochen durch den harten Schnee.Dreißig Söldner schwappten von der Hauptpiste über den Bergrücken, ihre dunklen Wintermäntel mit Eis verkrustet, ihre Gesichter hinter schwarzen Masken verborgen. Sie bildeten einen engen Halbkreis am Ende des Pfades und schnitten den Weg zurück zum Schacht ab. Hinter uns gab es nichts als den steilen Abgrund der Klippe, hundert Fuß hinab in die schroffen Felsen der Schlucht.Weit oben auf ihrem Felsvorsprung blickte Morgessa auf die Szene herab wie eine Königin, die ein Blutsportspiel beobachtete. Ihr grünes Seidenkleid war mit ihrem eigenen Blut befleckt, ihre Augen weit und brennend vor einer fieberhaft hasserfüllten Intensität."Töte das Mädchen", rief Morgessa, ihre Stimme trug sich durch das Heulen des Windes nach unten. "Nimm den König, wenn man ihn bändigen kann, aber lass dieses Mädchen nicht lebend von diesem Berg spazieren."Der vordere Soldat hob sein schweres Sturm
Ezra packte mich an den Armen, sein eiserner Griff nagelte mich gegen die nassen Steinwände des Tunnels."Lass mich los!", schrie ich und wand mich mit allem, was mir noch blieb, gegen ihn."Das kann ich nicht, Rielle", sagte Ezra, die Zähne aufeinandergepresst, während er mich zurückhielt. "Er hat seine Wahl getroffen. Wenn du ihm diesen Schacht hinaufgehst, stirbst du im Kreuzfeuer.""Er versteht es nicht!" Die Worte rissen aus meiner Kehle, roh und brennend von dem Rauch, der den Tunnel füllte. "Ezra, hör mir zu! Morgessa will ihn allein! Der Zauber nährt sich von seiner Isolation!"Ezra erstarrte völlig, seine silbernen Augen im Dunkeln weit aufgerissen.Die Wahrheit traf uns beide wie ein physischer Schlag. Caspian glaubte, er wäre ein Schutzschild für den Rest von uns gewesen. Er dachte, er gäbe Marphas Familien Zeit, um die nassen Tunnel zu erreichen. Aber indem er den engen Kaminschacht
Das zweite Klopfen kam nie.Martha stieß die Tür so heftig auf, dass sie gegen die Steinwand knallte, und der Geruch traf uns, noch bevor ihre Worte ganz verklungen waren.Rauch. Heißes Harz. Brennende Kiefer. Er wogte in einer schmutzigen Grauwelle in den warmen Raum und verwandelte den Dampf aus der heißen Quelle in meiner Kehle in Bitterkeit."Auf", fauchte sie. "Jetzt! Der obere Pass brennt."Caspian war bereits in Bewegung.In der einen Sekunde saß ich noch in seinem Schoß, seinen Mund nah an dem meinen. In der nächsten setzte er mich auf die Füße, schnappte sich das nächstbeste dunkle Hemd von einem Wandhaken und zog es über seine blutverschmierte Brust, ohne sich mit den Knöpfen aufzuhalten. Seine silbernen Augen waren hellwach und tödlich; jede Erschöpfung war von seinem Gesicht gebrannt, sobald die Bedrohung die Luft berührte."Wie schlimm?", fragte er."Schlimm genug, dass die östlichen Lüftungsschächte schwarz husten", sagte Martha. "Marcus hat nicht nach uns gegraben, er h
Caspian weigerte sich, sich von irgendjemandem tragen zu lassen.Seine Beine waren unsicher, seine nackte Brust noch immer wund, wo ich das silberbeschichtete Blei aus seinem Fleisch gegraben hatte, aber in dem Moment, in dem zwei abtrünnige Männer auf ihn traten, um Hilfe anzubieten, stieß er ein Knurren aus, das sie schnell zurückweichen ließ. Er erhob sich auf seinen eigenen Stiefeln, griff nach unten und zog mich an seine Seite.Sein Arm schloss sich um meine Taille – schwer und heiß, und zog mich dicht an seine Rippen. Jeder Atemzug, den er tat, hallte durch meinen eigenen Körper wider. Er roch nach Eisen, Rauch und der tiefen, besitzergreifenden Hitze eines Männchens, das fast seine Welt verloren hatte und sie nie wieder loslassen würde."Ich kann allein gehen", flüsterte ich, während meine Hand auf seiner Hüfte ruhte."Du gehst nicht allein", knurrte er in mein Haar, und sein Grif
Ich schob Caspian nicht von meinem Schoß.Ich saß auf dem kalten, feuchten Stein, meine Hände bedeckt mit seinem Blut, meine Augen auf den Mann mit dem Eisenpicken gerichtet. Meine Kraft als Erste Mondin war erschöpft; das Gold in meiner Sicht flackerte wie eine Laterne, der das Öl ausging, aber die Wölfin in meiner Brust scherte sich nicht um Erschöpfung. Sie entblößte ihre Zähne, und ihr Knurren vibrierte tief und stetig durch meine Kehle."Rühr sie an", sagte Ezra, trat direkt zwischen mich und den Picken, "und du wirst nicht lange genug leben, um die Sonne wiederzusehen."Der Abtrünnige lachte – ein trockenes, bellendes Geräusch, das von den Höhlenwänden widerhallte. "Sieh dich um, Prinz. Du hast einen blutenden Menschen, einen humpelnden Soldaten, einen verräterischen Jungen und einen bewusstlosen König. Ihr seid vier Männer in einem Loch, und ich habe dreißig Kämpfer hinter mir."Mehr Männer traten aus der Dunkelheit hervor. Sie trugen verrostete Äxte, Eisenrohre und schwere Jag
Caspians Kopf fühlte sich in meinem Schoß viel zu schwer an.Seine Haut war von der Ofenhitze in eine klamme, eisige Kälte übergegangen, die Panik wie einen Schnitt durch meine Brust jagte. Ich presste beide Hände flach auf seinen nackten Rücken, und meine Finger kamen in dunkelrotem, dickem Blut getränkt hervor. Er hatte vier schwere Ladungen abbekommen, die für mich bestimmt waren. Mehrere Stücke gezackten Metalls steckten tief in seinem Fleisch und hinderten seinen Körper daran, sich selbst wieder zusammenzuzusichern."Bring dieses Licht näher!", schrie ich Ezra an, während meine Stimme in der dunklen Höhle brach.Ezra ließ sich neben uns auf die Knie fallen und hielt die kleine taktische Taschenlampe über Caspians Rücken. Der gelbe Lichtkegel beleuchtete einen schrecklichen Anblick. Die Haut um die Eintrittswunden herum hatte sich schwarz und blau verfärbt, das Fleisch wei







