ANMELDENSERAPHINA„Mit wem warst du zusammen?“Das Knurren in Ronans Stimme war nicht nur eine Frage. Es war eine Warnung. Eine tiefe, wilde Forderung, die die Luft verdichtete.Ich erstarrte, mein Atem stockte so sehr in meiner Brust, dass es wehtat. Ich hatte Ronan völlig vergessen. Er sah absolut stinksauer aus und hatte offensichtlich Rykers Geruch an mir wahrgenommen. Sein sonst so sanfter Griff um mich herum war so besitzergreifend, als könnte ich davonfliegen, und das unaufhörliche Knurren seines Wolfes spiegelte sich in seinen Augen wider.Mein Herzschlag beschleunigte sich, während so viele Gefühle in mir aufwallten. Ich hatte mich noch nie verpflichtet gefühlt, jemandem Rechenschaft abzulegen, doch dieses Mal wusste ich nicht, warum der Wahnsinn in seinen Augen mir einen Vorgeschmack auf den Sturm gab, den mein Schweigen und meine Ignoranz auslösen könnten.„Ich war bei Ryker. Er war in der Brunft und ich habe ihm in sein Zimmer geholfen …“„ER WAR IN BRUNST UND DU HAST IHM GEHOLFEN
Alpha Gideons BüroDie Spannung im Raum war greifbar, als Alpha Jude die vor ihm ausgebreiteten Fotos und Dokumente durchblätterte. Sein scharfer Blick verweilte einen langen Moment auf den Bildern, bevor er schließlich das Wort ergriff.„Ich hatte von Anfang an den Verdacht, dass die Entführung von Grace ein Fehler war“, sagte Jude mit ruhiger, aber stahlharter Stimme. Er hob den Blick und sah Alpha Hugo und Alpha Gideon an. „Ihr Ziel war jemand anderes.“Alpha Gideon runzelte die Stirn. „Aber wer?“, fragte er mit leiser, ungläubiger Stimme. „So etwas ist innerhalb der Mauern der Akademie noch nie vorgekommen. Diese dreckigen Abtrünnigen haben es noch nie gewagt, auch nur in die Nähe unserer Grenzen zu schnüffeln. Was hat ihnen die Dreistigkeit gegeben, den Wasserfall zu erklimmen und Grace vor den Augen so vieler Alphas zu entführen?“Er hielt inne, sichtlich bedrückte ihn die Last seiner eigenen Gedanken.„Und Hugos Argument bleibt bestehen“, fügte er hinzu und kniff die Augen zusa
SERAPHINA„Bleib bei mir.“Ich schnappte nach Luft, als er sein Gesicht in meinen Nacken vergrub und seine Lippen meine Haut streiften.„Was – was machst du da?“, stammelte ich und taumelte zurück, als sich sein Körper schwer gegen meinen lehnte. Sein Atem brannte auf meiner Haut, seine Hände umklammerten meine Taille, als wäre ich das letzte Seil, das ihn vor dem Sturz bewahrte. „Hey, hör auf damit! Sonst trete ich dich!“, knurrte ich und spürte, wie sein Gewicht mich vollständig bedrückte und mich zwischen ihm und der kalten Steinwand einklemmte.„So warm“, murmelte er, während sein Körper gegen meinen glühte.Mein Herz hämmerte. Schon wieder diese Wärme? Mein Parfüm hätte meinen Geruch überdecken sollen, doch er benahm sich weiterhin so. Ich schätze, der menschliche Teil ließ sich täuschen, aber der Wolf konnte das andere Geschlecht immer wahrnehmen, auch wenn er sich nicht ganz sicher war und verwirrt war.„Hey, du glühst ja. Lass mich los!“, knurrte ich kalt und stieß ihn von mir
SERAPHINAIch rollte mich auf meinem Bett zusammen, die Augen vor Frustration scharf geblendet. Ich kam immer noch nicht richtig zu Atem, weil ich seine Erektion an meinem Bauch spürte.„Ich werde nicht einschlafen!“, sagte ich mir. Männern konnte man nicht trauen. Er könnte etwas versuchen, wenn ich einschlief.Mit diesem Gedanken im Hinterkopf hielt ich die Augen weit offen, doch während die Minuten verstreichen, wurden meine Augenlider mit jedem Blinzeln schwerer. Gerade als ich einzunicken drohte, riss ich die Augen auf – der Klang der Essensglocke ließ mich zusammenzucken. Mit klopfendem Herzen starrte ich an die Wand. Abendessen? Es war doch schon weit nach zehn. Ich hatte nicht mit einem so späten Abendessen gerechnet, da wir alle erst nach dem Abendessen zurückgekommen waren.„Seraphina …“ Plötzlich drang Ronans Flüstern an mein Ohr, und mein Herz sprang mir fast aus der Brust.Erschrocken neigte ich den Kopf zur Seite und sah, dass er sich zu meinem Ohr hinunterbeugte. „W-was
125. KEIN ANDERER ALS ICH RONANSie war eine wandelnde Versuchung, gehüllt in Seide und Geheimnisse. Selbst wenn ich es versuchte, konnte ich meinen Blick nicht von ihrer schlanken Gestalt abwenden, die sich im Glas spiegelte. Sie bewegte sich mit einer Art wahnsinnig machender Anmut, in jeder Linie feminin, trotz der Verkleidung, die sie trug.Lange Beine. Sanfte Kurven. Eine zarte Taille, von der ich wusste, dass meine Hände sie perfekt umfassen würden. Ihre Haut sah aus, als würde sie unter meiner Berührung schmelzen. Jede noch so subtile Bewegung – sei es, wenn sie ihr Hemd zurechtzog oder die Arme hob – ließ ein Wellengefühl der Begierde durch mich hindurchströmen.Ich atmete tief die kalte Luft ein, um mich wieder zu fassen, doch es war bereits zu spät. Das Biest in meiner Hose hatte sich gerührt, war hellwach und forderte Befriedigung. Widerwillig riss ich meinen Blick vom Spiegel ab. Noch eine Sekunde, und mein Wolf hätte sich vielleicht auf sie gestürzt.Um mich abzulenken,
SERAPHINA„Ich bin zurück“, sagte Ronan mit leiser, verführerischer Stimme, wie ein Mann, der nach monatelanger Abwesenheit zu seiner Geliebten zurückkehrt.Mein Herzschlag beschleunigte sich augenblicklich. In den letzten Tagen war so viel passiert, dass ich völlig vergessen hatte, dass Ronan eigentlich ins Wohnheim zurückkehren sollte! Früher, als Finn und die anderen Alphas dabei waren, konnte ich irgendwie mit Ronan umgehen. Nur jetzt – jetzt war ich mit ihm allein. Nur wir beide. Hinter einer geschlossenen Tür.Allein der Gedanke daran reichte aus, um mich aus der Fassung zu bringen. Mir war nur allzu bewusst, dass Ronan nicht irgendein Mann war. Er war der Mann, der mir seine Liebe gestanden, mich geküsst, mich umarmt und seine Absichten auf gefährliche Weise deutlich gemacht hatte. Er war die Verkörperung der Verführung, und schlimmer noch: Er brachte meinen Wolf dazu, sich auf eine Weise zu verhalten, die ich nie erwartet hätte.„Was ist los?“, fragte Ronan und trat näher, bis







