LOGIN.„Wenn du das nächste Mal versuchst, vor mir wegzulaufen, werde ich dich jagen. Und mach dir keine Illusionen – ich werde dich einholen. Hast du das verstanden?“ „J-ja, Majestät“, stotterte ich und spürte plötzlich, wie mir heiß wurde. „Alpha!“, korrigierte er mich. „Ich mag ein Lykaner und ein König sein – aber ich bin immer noch dein Alpha, Kleine.“ Sophie war nichts weiter als eine ausgestoßene Omega, die im Blackthorn-Rudel wie eine Sklavin lebte. Cassius Sloane, der Alpha-Erbe, war dort der Einzige, dem sie vertrauen konnte – zumindest hatte sie das geglaubt. Als ein attraktiver Fremder ihr über den Weg taumelte, blutüberströmt und dem Tod näher als dem Leben, ließ Sophies gutes Herz es nicht zu, dass sie ihm den Rücken kehrte – trotz der Konsequenzen, die das Verstecken eines Streuners nach sich ziehen konnte. Doch kaum war er wieder auf den Beinen, ließ er auch sie zurück. Sophie hatte fast aufgegeben, als ihr Fremder zurückkehrte und sie in ihrer dunkelsten Stunde rettete. Doch mitten in ihrer Rettung kamen Wahrheiten ans Licht, die sie noch misstrauischer machten – und ihr das Gefühl gaben, erneut verraten worden zu sein. Vielleicht hatte sie eine zweite Chance auf ein neues Leben und ein neues Zuhause bekommen, doch sie stellte schnell fest: Das Königsrudel war kein Ort für eine unbedeutende Omega. Und die immer stärker werdende Anziehung zu einem König, den sie niemals haben konnte, war das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnte. In einem Königreich, das von mutierten Streunern und politischen Intrigen heimgesucht wurde – würde Sophie über sich hinauswachsen und wahres Glück finden, oder würde sie für immer die ausgestoßene Omega bleiben?
View More„Die diplomatische Mission …“„Kann meinetwegen in Flammen aufgehen“, sagte er mit wilder Überzeugung. „Es wird immer eine neue Krise, eine neue Verhandlung und einen neuen politischen Notfall geben, der angeblich keinen Aufschub duldet. Aber dich gibt es nur einmal. Uns gibt es nur einmal. Und wir haben nur diese eine Gelegenheit, das zu beschützen, was wirklich zählt.“Die Gewissheit in seiner Stimme und die Art, wie er mich hielt, als wäre ich der Mittelpunkt seines Universums, ließen die Gefühle in meiner Brust so sehr anschwellen, dass ich kaum atmen konnte.„Ich liebe dich“, sagte ich. Diese Worte trugen fünfundzwanzig Jahre voller geteilter Freude, gemeinsamer Kämpfe und derselben Entschlossenheit, das zu schützen, was wir uns aufgebaut hatten.„Ich liebe dich auch“, erwiderte er und nahm meinen Mund mit einem verzweifelten Hunger in Besitz, der verriet, wie sehr er mich vermisst und wie furchtbar er sich davor gefürchtet hatte, mich zu verlieren.Der Kuss begann sanft, wur
SophieIn der Nacht von Elaras und Dominics FeierNach Tagen voller Krisen, Feiern und familiären Chaos lag endlich Stille über den privaten königlichen Gemächern.Ich stand am Fenster und blickte auf die Palastgärten hinaus. Während ich all das Geschehene verarbeitete – die Wahrheit über meine Schwester, die letzte Schlacht gegen das Umbral-Kollektiv und das Glück unserer Tochter in ihrer neuen Bindung –, ging mein Blick aus violetten Augen in die Ferne. Noch immer trug ich das Festkleid von der Siegesfeier dieses Abends, doch meine Schultern lasteten schwer wie bei einem Menschen, der alles allein mit bloßer Willenskraft zusammengehalten hatte.Ich war so sehr in Gedanken versunken, dass ich Alaric nicht in unsere Gemächer kommen hörte. Erst als sich seine Arme von hinten mit jener verzweifelten Erleichterung um mich schlossen, die verriet, welchen Preis die vergangenen Wochen auch ihn gekostet hatten, nahm ich seine Gegenwart wahr.„Tu mir das nie wieder an“, knurrte er an mein
Dominic„Es ist ein solches Geschenk, in einer Welt zu leben, in der sich niemand zwischen Liebe und Pflicht entscheiden muss“, stellte ich fest und griff damit ein Gespräch auf, das wir im Laufe der Jahre unzählige Male geführt hatten. „Ich wünschte nur, jemand hätte unserem jüngeren Ich das schon vor acht Jahren gesagt.“„Ich auch.“ Elara lehnte sich mit einem Vertrauen an meine Brust zurück, das noch immer Dankbarkeit in meiner Kehle anschwellen ließ. „Doch ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass du mutig genug warst, mir zu sagen, dass wir Gefährten sind – selbst als du glaubtest, ich würde dich zurückweisen.“„Nur weil du mutig genug warst, die mentalen Blockaden zu durchbrechen, die dich daran hinderten, zu erkennen, was wir gemeinsam sein konnten“, verbesserte ich sie und küsste ihren Scheitel. „Ich hatte einfach Glück, dass du endlich aufgehört hast, gegen dein eigenes Glück anzukämpfen.“„Wir hatten Glück“, widersprach sie sanft. „Glück, dass wir einander gefunden haben. Glü
DominicFünf Jahre späterIch stand in der Tür unserer Familienbibliothek, beobachtete, wie meine Frau unseren drei Kindern eine Gutenachtgeschichte vorlas, und fragte mich, womit ich so viel Glück verdient hatte.Seraphina, inzwischen sieben Jahre alt, saß sittsam neben ihrer Mutter und hielt ein ledergebundenes Buch mit Prophezeiungen auf dem Schoß. Hin und wieder berichtigte sie Einzelheiten des Märchens, das Elara vorlas, anhand ihrer eigenen geschärften Sicht. Unser vierjähriger Sohn Michael hatte sich mit jener vollkommenen Entspannung, zu der nur Kinder fähig waren, über beider Schoß ausgestreckt. Seine kleine Hand ruhte auf Elaras gewölbtem Bauch, in dem unser drittes Kind – wieder eine Tochter – heranwuchs und innerhalb eines Monats zur Welt kommen sollte.„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“, schloss Elara und klappte das Märchenbuch mit theatralischer Geste zu.„Das stimmt so nicht“, stellte Seraphina in jenem nüchternen Ton fest, mit dem sie E
SophieAls ich das Rudelhaus erreichte, hatte sich bereits eine Menschenmenge versammelt. Der Alpha stand draußen auf den steinernen Stufen, und die wuchtige Fassade seines Hauses verstärkte seine Aura der Macht nur noch. Zu seinen Füßen lagen die Leichen von drei Streunern – eine Gabe seiner loyal
Sophie„Sophie! Bitte komm raus, Kleine. Es ist wichtig!“ Ich hörte, wie mein Gast durch die Tür nach mir rief.„Lass mich in Ruhe!“, fauchte ich zurück.Ich war immer noch wütend auf ihn wegen der respektlosen Kommentare von vorhin. Auch wenn mir bei dem Wort „Kleine“ fast die Knie weich wurden.
SophieMit federndem Schritt ging ich auf das Rudelhaus zu. Heute war Anmeldeschluss für die Auswahl der Oberomega, und ich wollte meinen Namen auf die Liste setzen, bevor die Eintragung am Vormittag geschlossen wurde. Ich wusste, dass ich gewinnen konnte. Cassius würde meinen Wert erkennen – da wa
AlaricSie war übersät mit Schnitten und blauen Flecken. Wer zum Teufel hatte ihr das angetan – und warum hatte ich dieses überwältigende Bedürfnis, die Schuldigen zu finden und sie langsam, schmerzhaft dafür bezahlen zu lassen? Sie war ein winziges, zartes Ding, dünn und zerbrechlich. Nur ein beso






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