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Kapitel 3

Author: Frida
Nachdem ich das Chaos beseitigt hatte, ging ich in die neue Villa zurück, die ich mit Sven teilte. Kaum hatte ich die Tür aufgedrückt, stockte ich – drinnen war jemand!

“Helena, lange nicht gesehen!“

Johanna trug nur einen leichten Schlafanzug. Ihre Kurven waren unübersehbar.

Sie kam aus dem Zimmer, das Sven und mir gehörte, mit einem trotzigen Ausdruck im Gesicht.

„Leon und Sven machen sich Sorgen um mich. Sie wollen, dass ich hier wohne.“

Ich sah mich in dem Haus um, das ich mit so viel Mühe eingerichtet hatte. Johanna hatte sich hineingedrängt.

All meine Sachen hatte Johanna achtlos ins Arbeitszimmer geworfen.

Stattdessen lagen überall ihre Sachen.

„Sven hat gesagt, hier ist es schön und ruhig. Ich habe im Ausland gerade eine OP hinter mir. Ich muss mich erholen. “

Ein Anflug von Überraschung huschte über meine Augen. Sie wohnte ausgerechnet in dem Zimmer, das unser Ehezimmer sein sollte.

Die Tür ging erneut auf. Leon und Sven kamen herein – mit Kuchen und einem Strauß Blumen.

Als sie mich ansahen, lag darin bereits Unzufriedenheit.

„Was hast du jetzt schon wieder vor? Du hast Johanna schon einmal vertrieben.“

Sven fixierte mich und sagte es mit deutlichem Ärger.

„Johanna ist jetzt unsere Familie. Das hier ist ihr Zuhause.“

Leon sagte es kalt.

Ich sah auf die kleine Villa. Leon hatte sie mir einmal geschenkt.

Er hatte gesagt, er werde immer meine Familie sein.

Solange er da war, hatte ich immer ein Zuhause.

Doch später zog Johanna hier ein.

Aus Respekt vor Frau Schulz hatte ich zugestimmt, dass sie vorübergehend bleibt.

Sobald sie etwas Eigenes gefunden hatte, wurde sie sofort ausziehen.

Aber sie wurde nur dreister. Sie nahm meine Sachen, ohne zu fragen. Und einmal lag sie mit Sven, der betrunken war, in einem Bett – eng umschlungen.

Ich hielt es nicht mehr aus und gab ihr eine Ohrfeige.

Sven stieß mich zu Boden. „Johanna hat niemanden mehr. Sie sieht uns nur als Brüder.“

„Du hattest uns von klein auf an deiner Seite. Johanna ist nicht wie du. Sie hat so viel durchgemacht!“

„Du bist älter als sie. Kannst du sie nicht wie eine kleine Schwester beschützen?“

Ich sah auf meine Handfläche, in die sich Glassplitter gebohrt hatten. Zum ersten Mal fühlte sich Sven fremd an.

Und kaum war sie zurück, besetzte sie wieder unser Ehezimmer. Sie stand hier wie die Hausherrin.

„Helena Günther, all die Jahre hast du von mir gegessen und von mir gelebt. Ich habe dich großgezogen. Du solltest dankbar sein!“

„Johanna ist jetzt meine Schwester! Du hast kein Recht, sie wegzuschicken!“

„Wenn du sie nicht ins Ausland getrieben hättest, hätte sich ihr Zustand nicht verschlimmert.“

„Du wohnst im Arbeitszimmer. Und wenn Johanna wieder gesund ist, reden wir weiter.“ Leon sah mich an. Es war eine Warnung.

„Johanna braucht in dieser Zeit Pflege. Und wir sind sowieso noch nicht offiziell verheiratet. Wenn du weiter Stress machst, dann wird diese Hochzeit eben gar nicht stattfinden!“

Sven sah mich an, voller Misstrauen.

Ich sah sie an. Spott blitzte in meinen Augen auf.

Früher hatte es mich vielleicht zerbrochen. Jetzt blieb nur Enttäuschung.

Wenn ich hier unerwünscht war, sollte ich zurück dorthin gehen, wo ich wirklich hingehörte.

Ich hatte mich entschlossen zu gehen.

Ich antwortete nicht. Ich drehte mich um und ging ins Arbeitszimmer.

Dort lagen meine Sachen verstreut und durcheinander. Alles hatte ich selbst ausgewählt, selbst entworfen.

Darauf setzte ich meine Träume und meine Hoffnung.

Schweigend warf ich die Hochzeitsartikel, die Johanna beschädigt hatte, in den Müll.

Sven nickte zufrieden. „Das ist doch nicht teuer. Wir kaufen später für die Hochzeit einfach Neues.“

Spott blitzte in meinen Augen auf. Wertlos waren längst nicht nur diese Sachen.

Es gab kein Später mehr. Dies hier war nicht länger mein Zuhause.
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