LOGINAls Tobias aus dem Bad kam, lag Lena bereits im Bett. Sie hatte ihm eine großzügige Hälfte frei gelassen, die Augen geschlossen, dem Anschein nach friedlich schlafend.Aber Tobias wusste, dass sie wach war. Niemand schlief so verkrampft.Ein leichtes Lächeln auf den Lippen, ging er zum Bett.Als die Matratze neben ihr leicht nachgab, stockte Lena der Atem.Er stieg ins Bett!Er schlug die Decke zurück!Er legte sich hin!Er… er lag direkt neben ihr. Zwei Menschen in einem Bett.Lena konnte kaum noch ihre friedliche Miene aufrechterhalten. Ihr Kopf ratterte – sie versuchte, sich an die Techniken zu erinnern, die sie vor ein paar Tagen gelernt hatte.Äh – totale Leere. Nicht ein einziger Gedanke.Im Zimmer war es still. Nachdem er sich hingelegt hatte, regte sich neben ihr nichts mehr.Lena quälte sich eine Weile, dann öffnete sie vorsichtig die Augen.Sie drehte den Kopf ein wenig. Tobias’ Profil war zum Greifen nah – seine Züge wie gemeißelt, die Konturen makellos und marka
Halt!Lena fiel plötzlich etwas ein, und sie sah unwillkürlich zu Tobias hinüber.Moment – was war hier los? Wussten sie etwa nicht, dass sie schwanger war?Tobias fing Lenas fragenden Blick auf und räusperte sich.„Mama, da ist etwas, das ich euch noch nicht gesagt habe.“„Hm?“ Susanne sah ihn fragend an.Tobias blieb vollkommen ruhig: „Lena ist… bereits schwanger.“„Hm…“„Hm??!!“Susanne, die selbst bei Millionenverhandlungen die Ruhe bewahrte, starrte ihren Sohn fassungslos an.Und Lena, die oben am Treppenabsatz stand, wäre am liebsten vor Scham im Boden versunken.Das eben noch stille Haus der Familie Strauß wurde schlagartig wieder lebendig.Gertrud, die normalerweise früh zu Bett ging, wäre bei der Nachricht, dass Lena schwanger war, beinahe mit einem Salto aus dem Bett gesprungen.Die ganze Familie saß wieder versammelt auf dem Sofa. Lena saß brav neben Tobias.Tobias daneben: gelassen wie immer.Ja, dachte Lena, an ihren Nerven musste sie noch arbeiten.„Warum
Nach dem Abendessen saß Lena noch eine Weile bei Gertrud. Die alte Dame erzählte ihr von lustigen Erlebnissen auf der Reise und meinte, in den Semesterferien solle Tobias unbedingt mit ihr verreisen.Ältere Menschen gingen früher zu Bett. Gegen neun Uhr zog Gertrud sich zum Waschen und Schlafen zurück.Lena folgte Tobias die Treppe hinauf zu seinem Zimmer.Beim Anblick seines breiten Rückens schlug ihr Herz unwillkürlich schneller.Tobias’ Zimmer lag am Ende des Flurs im ersten Stock. Als er die Tür öffnete, sah Lena einen großen, sauberen und aufgeräumten Raum. Auf dem Bett lagen ordentlich zwei Schlafanzüge – offensichtlich ein Partnerset.„Du zuerst?“, fragte Tobias sanft.Lena brachte es nicht einmal fertig, ihn anzusehen. Mit ausweichendem Blick nickte sie.Tobias bemerkte ihre geröteten Ohren. Seine Augen lächelten: „Ruf, wenn du etwas brauchst.“„Gut.“Lena ging ins Bad und duschte. Mit klopfendem Herzen zog sie den kuscheligen Schlafanzug an.Als sie aus dem Bad kam,
Tobias fühlte sich ausnahmsweise ertappt und fuhr sich verlegen über die Nase.Lena hatte ihn noch nie so gesehen. Sie fand es faszinierend und warf ihm einen amüsierten Blick zu.Doch genau diesen Blick fing Tobias auf. Ihre Augen trafen sich, und er lächelte.Lena zuckte zusammen und wandte hastig den Blick ab.Gertrud, die alles beobachtet hatte, lächelte zufrieden.Die beiden schienen sich wirklich gut zu verstehen.Als Tobias damals zum Studium ins Ausland gegangen war, hatte sie befürchtet, er würde sich dort niederlassen und nie wieder zurückkommen. Als er dann allein zurückgekommen war, hatte sie ihm vorgeworfen, dass er es nicht einmal geschafft hatte, wenigstens eine Freundin mitzubringen. Auf Nachfragen hatte er gesagt, er habe derzeit keine Heiratspläne.Kaum hatte er das gesagt, da landete auch schon die Heiratsurkunde im Familienchat. Gertrud hatte noch nie erlebt, dass jemand seine eigenen Worte so schnell schlucken musste.Bald war es Zeit fürs Abendessen. Susan
Das geräumige Wohnzimmer verschlug Lena erneut den Atem. Der Boden war mit edlem Eichenparkett ausgelegt, dessen makellose Verarbeitung höchste Handwerkskunst verriet. Von der Decke hing ein opulenter Kronleuchter aus Italien, der wie ein Stern funkelte. Sein Licht fiel auf die stilvoll gestaltete Wand und ließ die ausgewählten Kunstwerke darauf lebendig wirken.Lena wurde zum Sofa geführt, wo sie sich setzen durfte. Auf dem Tisch standen Schachteln in allen Größen, und Gertrud öffnete sie eine nach der anderen.„Das hier ist eine Figur aus Lyon – der kleine Prinz. Das eine Gedenkmünze von Notre-Dame. Das eine Bärenfellmütze aus London, die fand ich so hübsch, die musste ich mitbringen. Dann ist da noch Schokolade, die ist köstlich. Das hier ist Parfüm aus Frankreich. Und das ein Schlüsselanhänger aus Disneyland in Los Angeles…“Im Handumdrehen türmten sich Geschenkschachteln vor Lena auf, bis sie beinahe dahinter verschwand.Lena traute ihren Augen nicht: „Das… das ist alles für m
Lena holte tief Luft.Es war alles in Ordnung. Alles in Ordnung.Was machte es schon, dass sie so ein großes Unternehmen hatten? Es waren auch nur Menschen. Keine Tiger.Sie ergriff Tobias’ Hand und ließ sich von ihm aus dem Wagen helfen.Selbst aus der Entfernung spürte sie, wie sich sämtliche Blicke auf sie richteten – schwer und prüfend.„Professor Strauß…“, setzte Lena an.Doch Tobias sah sie mit leicht zusammengezogenen Brauen an: „Vor meiner Familie solltest du mich vielleicht anders nennen, findest du nicht?“„Wie denn?“ Lena sah ihn ratlos an.Ein Lächeln spielte um Tobias’ Mundwinkel: „Tobias. Oder… Schatz?“Himmel!Lenas Herz drohte aus der Brust zu springen.Ihn einfach beim Vornamen nennen – das traute sie sich nicht.Aber… Schatz?Allein der Gedanke ließ sie vor Scham vergehen.Die Hitze stieg ihr unaufhaltsam in die Wangen. Ihr Herz raste.Schritte näherten sich. Lena wurde schlagartig wachsam, die wirren Gedanken beiseitegeschoben, und sah den Ankommenden
Ohne ein Wort bückte sich Tobias und hob sie mühelos auf seine Arme.Lena wollte ablehnen, doch sie war zu erschöpft. Tobias’ Geborgenheit war im Moment ihr einziger Halt.Sie vergrub das Gesicht an seiner Brust und spürte die Wärme, die von ihm ausging.Als Heike sah, dass sie gehen wollten, stü
Die Ärztin sagte freundlich: „Das wollte ich gerade vorschlagen. Bleiben Sie einen Tag zur Beobachtung, damit wir sehen, ob sich der Zustand bessert.“Lena konnte nicht anders und fragte: „Warum habe ich plötzlich geblutet?“„Das kann verschiedene Ursachen haben – der Embryo selbst, genetische Fak
Das hatte fast denselben Effekt wie „Zahl mit meiner Karte“.Professor Strauß war so cool!!!Lena jubelte innerlich.Da es Wochenende war, war der Supermarkt voll. Während sie an der Kasse anstanden, rammte ein fünf- oder sechsjähriges Kind seinen Einkaufswagen von hinten in sie. Lena konnte nich
Sie konnte nicht hören, was der andere sagte, aber Tobias’ Stimme war ruhig: „Eine Kleinigkeit. Ich habe nur für meine Frau einen Dreckskerl zurechtgewiesen.“Lena beobachtete sein Vorgehen mit offenem Mund.—Auf der Polizeiwache zeigte Florian, dessen Gesicht grün und blau geschlagen war, aufge







