INICIAR SESIÓNUm ihren schwerkranken kleinen Bruder zu retten, verbringt Aurora Dupont gegen eine hohe Geldsumme eine Nacht mit einem unbekannten Mann, ohne jemals seine Identität zu erfahren. Einige Wochen später entdeckt sie, dass sie schwanger ist, ohne zu wissen, dass der Vater ihres Kindes niemand anderes als Julien Beaumont ist. Auch Julien ahnt nicht, dass Aurora sein Kind unter dem Herzen trägt. Kurz darauf heiratet Aurora Julien im Rahmen einer seit ihrer Kindheit arrangierten Ehe, da sie glaubt, dass diese Verbindung für beide Familien von Vorteil sein wird. Doch mit der Zeit kommen sie sich in dieser zunächst kalten und erzwungenen Beziehung immer näher, bis unerwartete Gefühle zwischen ihnen entstehen. Trotzdem verlangt Julien am Tag der Geburt plötzlich die Scheidung und holt Aurora damit brutal in die Realität zurück. Mit gebrochenem Herzen verschwindet sie gemeinsam mit ihren Kindern. Jahre später kreuzen sich ihre Wege erneut. Dieses Mal weigert sich Julien, sie gehen zu lassen, und gesteht ihr endlich seine wahren Gefühle: „Liebling, komm zu mir zurück … Verlass mich nicht. Die Frau, die ich immer geliebt habe, bist du.“
Ver másEine Wärme breitet sich von hinten über ihren Körper aus, während eine Stimme ihr ins Ohr flüstert.
— Hast du Angst? Ein fremder Duft liegt ganz nah bei ihr und lässt sie erschauern, doch sie wagt nicht, einen Laut von sich zu geben. Aurora Dumont spürt, wie der Mann einen Moment innehält, bevor er weiterspricht. — Es ist noch nicht zu spät, es dir anders zu überlegen. Nervös presst sie die Hände zusammen und schüttelt den Kopf. — Nein, ich bereue es nicht … Sie ist noch so jung, aber … Diese Nacht ist lang und qualvoll … Erst im Morgengrauen steht der Mann auf und geht ins Badezimmer. Aurora erhebt sich erschöpft, zieht sich an und verlässt das Zimmer. Unten im Hotel wartet die Frau mittleren Alters, die ihr diesen Deal vorgeschlagen hat. Als sie Aurora herauskommen sieht, reicht sie ihr eine schwarze Tasche. — Das ist deine Bezahlung. Ohne lange zu zögern, nimmt Aurora die Tasche sofort an. Mit dem Geld in der Hand rennt sie hastig hinaus. Sie versucht, den Schmerz zwischen ihren Beinen zu ignorieren, denn sie will nur so schnell wie möglich ins Krankenhaus. Draußen ist es noch dunkel. Auf dem Flur herrscht bedrückende Stille. Vor dem Operationssaal stehen zwei Tragen. Die Verletzten darauf wurden noch nicht behandelt, weil sie ihre Krankenhauskosten nicht bezahlen können. Mit gebrochenem Herzen und zugeschnürter Kehle sagt Aurora: — Ich habe Geld. Bitte retten Sie meine Mutter und meinen Bruder … Unter Tränen streckt sie dem Arzt das Geld entgegen, das sie fest in der Hand hält. Er wirft einen Blick darauf, bittet die Krankenschwester, es nachzuzählen, und ruft anschließend das Personal, damit die Verletzte in den Operationssaal gebracht wird. Als sie sieht, dass ihr Bruder nicht mitgenommen wird, stürzt Aurora auf den Arzt zu, packt ihn und fleht: — Und mein Bruder? Bitte retten Sie ihn … Der Arzt seufzt schwer. — Es tut mir leid, aber das Leben Ihres Bruders kann nicht mehr gerettet werden … Unmöglich? Es ist ein gewaltiger Schock. Aurora ist völlig am Boden zerstört und vor ihren Augen wird alles schwarz … Es tut so weh, als würde jemand ihr ein Messer ins Herz stoßen. Zitternd sinkt sie zu Boden. Vor acht Jahren, als sie erst zehn Jahre alt war, hatte ihr Vater ihre Mutter betrogen und verlassen. Er schickte seine schwangere Frau und sie selbst in ein fremdes Land, in dem sie niemanden kannten. Später brachte ihre Mutter einen Jungen zur Welt. Schon damals konnten sie kaum überleben, doch als bei ihrem Bruder im Alter von drei Jahren Autismus diagnostiziert wurde, wurde alles noch schlimmer. Aurora und ihre Mutter hielten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Doch dieser Autounfall – in einem fremden Land, ohne Familie, ohne Geld und ohne Mitgefühl – trieb sie endgültig in die Verzweiflung. Sie hatte nur einen einzigen Ausweg, um das nötige Geld zusammenzubekommen: Sie verkaufte ihren Körper. Doch selbst das konnte ihren Bruder nicht retten. Sie leidet still, ohne hysterisch zu werden. Ihr wird übel und sie bekommt kaum noch Luft. Die Welt erscheint grau. Trotzdem muss sie es akzeptieren und weitermachen, denn sie hat noch ihre Mutter. Ihre Mutter braucht sie. Nach der Operation geht es ihrer Mutter besser. Doch als sie vom Tod ihres Sohnes erfährt, bricht sie völlig zusammen. Weinend nimmt Aurora sie in den Arm und sagt: — Mama, ich bleibe immer an deiner Seite. Bitte leb weiter für mich. Während ihres einmonatigen Krankenhausaufenthalts sitzt Jeannine meistens schweigend an ihrem Bett. Aurora weiß, wie sehr sie ihren Bruder vermisst. Wäre sie nicht dagewesen, hätte ihre Mutter ihm wahrscheinlich in den Tod folgen wollen. Kurz darauf wird Aurora von der Universität verwiesen, weil sie sich um ihre Mutter kümmern muss. Zum Glück verbessert sich der Zustand ihrer Mutter allmählich. Eines Tages betritt Aurora mit Essen in der Hand das Krankenhaus und bleibt vor der Tür des Krankenzimmers stehen. Sie hebt die Hand, um die Tür zu öffnen, als sie plötzlich eine Stimme von drinnen hört. Sie erkennt sie sofort wieder. Selbst nach acht Jahren erinnert sie sich noch genau daran, wie dieser Mann ihre Mutter zur Scheidung gezwungen hatte. Seit dem Tag, an dem er sie hierher geschickt hatte, war er nie gekommen, um sie zu besuchen. Warum taucht er plötzlich heute auf? — Jeannine, damals waren Frau Beaumont und du gute Freundinnen, und die Kinder waren bereits verlobt. Deshalb ist es nur selbstverständlich, dass deine Tochter den Mann heiratet, den du für sie ausgesucht hast … — Was willst du damit sagen, Gautier Dupont?! Jeannine, die durch ihre Verletzungen sehr schwach und abgemagert ist, kämpft sich hoch, um ihn zur Rede zu stellen. Dieser Mann hat wirklich kein Herz. Er hatte sie, ihre Tochter und das ungeborene Kind im Stich gelassen und irgendwo fern der Heimat zurückgelassen. Er hatte sich nie um sie gekümmert. Und jetzt kommt er plötzlich, um ihre Tochter zu verheiraten? — Julien Beaumont, der Sohn deiner Freundin, ist ein gut aussehender Mann. Du kennst die Familie Beaumont. Wenn sie ihn heiratet, wird sie bestimmt glücklich werden … Herr Beaumont ist zwar edel und attraktiv, doch vor einem Monat wurde er auf einer Geschäftsreise im Ausland von einer Giftschlange gebissen. Das Gift lähmte seine Nerven und machte ihn zum Krüppel … und damit auch impotent. Wenn Aurora ihn heiratet, wird er niemals in der Lage sein, seine ehelichen Pflichten zu erfüllen. — Ich werde ihn heiraten. Plötzlich stößt Aurora die Tür auf und bleibt mit einem Tupperware-Behälter in der Hand im Türrahmen stehen. — Ich bin bereit, ihn zu heiraten. Aber unter einer Bedingung. Ihr Vater blickt zur Tür und sieht seine Tochter wieder, die er seit acht Jahren nicht mehr gesehen hat. Für einen Moment verliert er sich in Gedanken. Damals war sie erst zehn Jahre alt gewesen, als er sie hierher geschickt hatte. Jetzt ist sie erwachsen. Ihre Haut ist hell, doch sie ist sehr dünn und hat ein kleines Gesicht, kaum größer als eine Handfläche. Sie wirkt zerbrechlich und schwach, als wäre sie nie richtig groß geworden. Sie ist längst nicht so hübsch wie seine jüngere Tochter. Deshalb empfindet er weniger Mitleid mit ihr. Schließlich ist sie nicht besonders schön. Einen impotenten Mann zu heiraten wäre also keine allzu große Ungerechtigkeit. Bei diesem Gedanken fühlt er sich gleich viel besser. — Welche Bedingung? Sag es mir. — Ich will mit meiner Mutter in unsere Heimat zurückkehren. Gib uns alles zurück, was meiner Mutter gehört, und ich verspreche dir, ihn zu heiraten. Aurora ballt immer wieder die Hände, bis sie sich langsam beruhigt. Zwar war sie seit vielen Jahren nicht mehr in ihrer Heimat gewesen, doch schon als Kind hatte sie von der Familie Beaumont aus Stadt B gehört. Diese Familie besitzt ein Vermögen in Milliardenhöhe. Der junge Herr der Familie Beaumont galt natürlich als perfekte Partie. Doch Aurora denkt nicht so. Vielleicht ist Herr Beaumont hässlich oder körperlich behindert. Trotzdem ist das ihre beste Chance, in ihre Heimat zurückzukehren. Wenn sie diese Gelegenheit richtig nutzt, kann sie die Mitgift zurückholen, die ihre Mutter damals in die Familie Dupont eingebracht hatte. — Aurora … Jeannine möchte sie davon abhalten, ihre Ehe so leichtfertig zu opfern. Aurora hat ihretwegen schon genug gelitten. Sie kann nicht zulassen, dass ihre Tochter auch noch ihr Glück zerstört. Als Gautier merkt, dass Jeannine protestieren will, unterbricht er sie sofort aus Angst, sie könnte Aurora umstimmen. — Einverstanden. Wenn du bereit bist, ihn zu heiraten, dürft ihr in eure Heimat zurückkehren. — Und was ist mit Mamas Mitgift? fragt Aurora kalt und sieht ihren sogenannten Vater direkt an. Als Jeannine Gautier geheiratet hatte, hatte sie tatsächlich eine beträchtliche Mitgift mitgebracht. Jetzt fällt es ihm schwer, sie zurückzugeben. — Papa, meine kleine Schwester ist bestimmt wunderschön. Sie verdient etwas Besseres. Wenn sie einen behinderten Mann heiratet, wird ihr Leben ruiniert sein. Außerdem seid ihr und Mama geschieden, also solltest du das Geld zurückgeben, das sie in die Familie Dupont gebracht hat. Gautier weicht ihrem Blick aus. Wie konnte sie wissen, dass Herr Beaumont behindert ist, obwohl sie all die Jahre im Ausland gelebt hat? Er ahnt nicht, dass Aurora nur geraten hat. Als er daran denkt, dass sie einen „unnormalen“ Mann heiraten wird, beißt er die Zähne zusammen und trifft eine Entscheidung. — Sobald du verheiratet bist, bekommst du es zurück. Wie könnte seine kleine Tochter, schön wie eine Blume, einen impotenten Mann heiraten? Ganz gleich, wie angesehen seine Familie ist — wenn er seine ehelichen Pflichten nicht erfüllen kann, ist er nichts weiter als ein nutzloser Mann. Bei diesem Gedanken fühlt sich Gautier deutlich besser. Doch tief in seinem Herzen verabscheut er Aurora noch mehr, weil sie nur Geld von ihm verlangt. Mit kaltem Blick sagt er: — Deine Mutter hat dich nicht gut erzogen. Du hast überhaupt keine Manieren! Aurora möchte ihn fragen, ob er sich überhaupt jemals wie ein Vater verhalten hat, nachdem er sie hier zurückgelassen und sich nie wieder um sie gekümmert hatte. Doch sie kann es nicht aussprechen. Sie ist noch nicht stark genug, und es würde ihr nichts bringen, Gautier jetzt zu verärgern. — Mach dich bereit. Wir reisen morgen ab. Ohne zu zögern verlässt Gautier das Krankenzimmer.Er nahm den Löffel und benutzte ihn als Mikrofon. Dann lächelte er und sah Sylvia an. — Fräulein Dumont, richtig? Darf ich Sie ansehen? Sylvia sah auf den Suppentopf auf seinem Kopf. Die gefaltete Spitze um den Rand der Schüssel sah aus wie die lockigen Haare eines Clowns. Im Vergleich zu Juliens Härte war Norbert sanft. Er hatte einen hellen Teint und wohlgeformte Gesichtszüge, aber sie waren nicht kantig. Seine Augen unter den geschwungenen Brauen strahlten immer ein sanftes Licht aus. Es schien, als läge ihm ständig ein Lächeln auf den Lippen. Seine Augen waren hell wie der Halbmond, der nachts am Himmel leuchtete. Jetzt sah er sie an wie ein Kind, das sich absichtlich zum Narren machte, nur um sie zum Lachen zu bringen. Sie drehte den Kopf weg und sagte kühl: — Warum sehen Sie mich an? — Fräulein Dumont ist die einzige Person hier, die mich dieses Lied singen hören kann. Ich kann doch kein Liebeslied für Kinder und Männer singen, oder? Ich glaube nicht, dass Fräulein Dumon
— Das ist es. Ariel schob den Suppentopf vor Norbert. Norberts Augen weiteten sich. — Was machst du da? — Du stellst dich auf diesen Suppentopf und singst das ganze Lied vom Schwein, und ich sage dir, wo Tante Sylvia ist, sagte Ariel seelenruhig. — … Norbert war sprachlos. — Selbst ich könnte diesen Suppentopf zerquetschen, mischte Ariana sich ein. — Siehst du? Sogar deine Schwester weiß, wie stark du bist. Der Suppentopf war aus Porzellan und wirkte ziemlich zerbrechlich. Norbert könnte ihn mit einem Fuß sicherlich zerbrechen! Norbert sah Ariana dankbar an. Zum Glück war wenigstens jemand auf seiner Seite. Er war nicht allein. — Bruder, ich finde, du solltest Onkel Norbert den Suppentopf auf den Kopf setzen lassen. Dann soll er sich in die Eingangshalle stellen und „Das göttliche Lied“ singen. Wenn er fertig ist und niemand über ihn lacht, kannst du ihm sagen, wo Tante Sylvia ist. Norberts Gesicht wurde immer dunkler, während Ariana sprach. Wenn er wirklich
Als bei der Ausstellung an diesem Tag der Taffet erwähnt wurde, konnte Norbert nur an Aurora denken, aber es gab keinen Beweis. Nun schien es, als stünde der Taffet tatsächlich in direktem Zusammenhang mit Aurora und als hätte sie wahrscheinlich die Ausstellung organisiert, wäre jedoch einfach nicht selbst erschienen. Damit stellte sich die Frage: Wer war diese Frau? Renée Dumont und Sylvia Dumont trugen beide denselben Nachnamen Dumont? War das ein Zufall oder …? Es schien jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Warum sollte Sylvia sonst einen anderen Namen tragen? Renée und Aurora kannten sich, und sie kannte auch die beiden Kinder. Es war also eindeutig Sylvia. Ariel war ein kluger Junge und konnte die aktuelle Situation verstehen: Jeder hier wusste, dass Renée Sylvia war, nur Norbert hatte es noch nicht begriffen. Da er sich daran erinnerte, dass er Sylvia verletzt und sie sogar dazu gebracht hatte, ihr Aussehen und ihre Stimme zu verändern, wollte er ihm die Wahrheit nicht sagen
Sylvia hatte recht, denn sie waren die Einzigen, die das Passwort kannten. Yvon wirkte zwar überhaupt nicht ernst, aber er war dennoch sehr aufmerksam und rücksichtsvoll. Er wäre nicht einfach hereingekommen, ohne sie zu begrüßen, da er wusste, dass hier Frauen und Kinder lebten. Außerdem hätte er niemals in ihrem Bett geschlafen. — Gut, was möchtest du essen? Ich bringe es dir mit. Ruh dich ein wenig aus. — Ich möchte Radieschen essen. Sie wusste selbst nicht warum, aber plots loch hatte sie Lust darauf. Zu Beginn ihrer Schwangerschaft hatte sie keinen Appetit gehabt und auch keine besonderen Gelüste. Doch plötzlich wollte sie unbedingt Radieschen essen. — Die grünen und knackigen, sagte Aurora. — … Sylvia war sprachlos. — Willst du zum Abendessen etwa nur Radieschen essen? Sylvia hielt sich die Stirn. Aurora konnte doch nicht so vergesslich sein, oder? — Es gibt nichts Bestimmtes, das ich essen möchte. Ich habe einfach plötzlich Lust darauf bekommen, aber ich weiß nicht, o
Aurora scheint verstanden zu haben, warum Chloé gerade geseufzt hat. Sie erklärt nichts weiter, sondern lächelt nur leicht.Ihre Ehe mit Julien ist nichts weiter als ein gegenseitiger Austausch. Sie hat kein Recht, Fragen über sein Privatleben zu stellen.In seiner Abwesenheit fühlt sie sich endlic
Obwohl es wie eine Frage klingt, lässt Julien Aurora keine Möglichkeit, abzulehnen.Sie nickt. Offenbar möchte er mit ihr sprechen.Und auch sie möchte mit ihm reden.Gautier wirft Aurora einen warnenden Blick zu.— Sei vorsichtig.Er hat Angst, dass Aurora Julien beleidigen könnte, bevor sie ihn h
Nachdem sie sich umgezogen hat, tritt Aurora aus der Umkleidekabine und blickt erneut zur linken Kabine hinüber, deren Tür fest verschlossen ist.— Das steht Ihnen sehr gut.Die Verkäuferin hat wirklich Geschmack. Tatsächlich kann sie allein durch einen Blick auf eine Kundin das passende Kleid ausw
— Aurora, eine Ehe ist eine wichtige Entscheidung. Ich werde nicht zulassen, dass du so etwas tust.Jeannine versteht ungefähr, was Aurora vorhat.Aurora stellt die Tupperdose auf den Nachttisch. Während sie das Essen herausholt, sagt sie:— Ich werde keinen Fremden heiraten. Er ist doch der Sohn d












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