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Wiedergeboren: Meine Klasse geht leer aus

Wiedergeboren: Meine Klasse geht leer aus

By:  Ganggang HaoCompleted
Language: Deutsch
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Kurz bevor wir unsere Hochschulbewerbungen einreichen mussten, behauptete Lisa Braun, die Klassenschönheit, die alle für die Tochter des reichsten Mannes des Landes hielten, sie könne unserer ganzen Klasse Studienplätze an der Kronberg-Universität verschaffen. „Meine Eltern haben der Universität mehrere Gebäude gestiftet. Euch dort einen Studienplatz zu verschaffen, ist für sie eine Kleinigkeit.“ Die Ergebnisse der meisten meiner Mitschüler lagen noch deutlich unter der Zulassungsgrenze der Kronberg-Universität. Trotzdem glaubten sie Lisa, verzichteten auf ihre eigenen Hochschulbewerbungen und verließen sich ganz darauf, dass sie ihnen über ihre Beziehungen Studienplätze verschaffen würde. In meinem früheren Leben erkannte ich sofort, dass Lisas Versprechen nicht zu trauen war. Ich redete meinen Mitschülern eindringlich zu, ihre Bewerbungen trotzdem einzureichen und zweigleisig zu fahren. Außerdem rief ich ihre Eltern der Reihe nach an und warnte sie. Damit brachte ich Lisa jedoch gegen mich auf. Sie verhöhnte mich als arme Schluckerin, die keine Ahnung von den Regeln der Oberschicht hatte, und warf mir vor, die Zukunft der ganzen Klasse zu ruinieren. Auch mein Freund Lukas Ziegler fuhr mich wütend an und warf mir maßlose Eifersucht vor: „Du bist doch bloß neidisch, weil Lisas Familie reich ist! Du kannst es nicht ertragen, dass wir alle an der Kronberg-Universität angenommen werden. Und was bringen dir deine guten Noten? Selbst wenn du dein ganzes Leben lang arbeitest, wirst du niemals aufholen, was ihre Familie über drei Generationen aufgebaut hat!“ Aus Rücksicht auf unsere drei gemeinsamen Schuljahre ließ ich mich auf keinen weiteren Streit mit ihnen ein. Als ich kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist feststellte, dass sie ihre Bewerbungen noch immer nicht eingereicht hatten, verständigte ich sofort die Polizei und deckte Lisas falsche Identität auf. Lisa wurde öffentlich angeprangert und beschimpft. In ihrer Verzweiflung sprang sie in einen Fluss und nahm sich das Leben. Für meine Mitschüler hatte sie es nicht anders verdient. Sie dankten mir sogar dafür, ihre Zukunft gerettet zu haben. Doch beim Abschiedsessen unserer Klasse mischte Lukas Gift in mein Getränk. Während ich mich vor Schmerzen krümmte, sahen meine Mitschüler nur teilnahmslos zu. „Wir haben höchstens unsere Chance auf einen Studienplatz verloren – Lisa aber hat ihr Leben verloren!“ Als ich die Augen wieder öffnete, fand ich mich an genau jenem Tag wieder, an dem Lisa behauptet hatte, sie könne uns über ihre Beziehungen Studienplätze an der Kronberg-Universität verschaffen.

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Chapter 1

KAPITEL 1

Kurz bevor wir unsere Hochschulbewerbungen einreichen mussten, behauptete Lisa Braun, die Klassenschönheit, die alle für die Tochter des reichsten Mannes des Landes hielten, sie könne unserer ganzen Klasse Studienplätze an der Kronberg-Universität verschaffen.

„Meine Eltern haben der Universität mehrere Gebäude gestiftet. Euch dort einen Studienplatz zu verschaffen, ist für sie eine Kleinigkeit.“

Die Ergebnisse der meisten meiner Mitschüler lagen noch deutlich unter der Zulassungsgrenze der Kronberg-Universität. Trotzdem glaubten sie Lisa, verzichteten auf ihre eigenen Hochschulbewerbungen und verließen sich ganz darauf, dass sie ihnen über ihre Beziehungen Studienplätze verschaffen würde.

In meinem früheren Leben erkannte ich sofort, dass Lisas Versprechen nicht zu trauen war. Ich redete meinen Mitschülern eindringlich zu, ihre Bewerbungen trotzdem einzureichen und zweigleisig zu fahren. Außerdem rief ich ihre Eltern der Reihe nach an und warnte sie.

Damit brachte ich Lisa jedoch gegen mich auf. Sie verhöhnte mich als arme Schluckerin, die keine Ahnung von den Regeln der Oberschicht hatte, und warf mir vor, die Zukunft der ganzen Klasse zu ruinieren.

Auch mein Freund Lukas Ziegler fuhr mich wütend an und warf mir maßlose Eifersucht vor: „Du bist doch bloß neidisch, weil Lisas Familie reich ist! Du kannst es nicht ertragen, dass wir alle an der Kronberg-Universität angenommen werden. Und was bringen dir deine guten Noten? Selbst wenn du dein ganzes Leben lang arbeitest, wirst du niemals aufholen, was ihre Familie über drei Generationen aufgebaut hat!“

Aus Rücksicht auf unsere drei gemeinsamen Schuljahre ließ ich mich auf keinen weiteren Streit mit ihnen ein. Als ich kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist feststellte, dass sie ihre Bewerbungen noch immer nicht eingereicht hatten, verständigte ich sofort die Polizei und deckte Lisas falsche Identität auf.

Lisa wurde öffentlich angeprangert und beschimpft. In ihrer Verzweiflung sprang sie in einen Fluss und nahm sich das Leben. Für meine Mitschüler hatte sie es nicht anders verdient. Sie dankten mir sogar dafür, ihre Zukunft gerettet zu haben.

Doch beim Abschiedsessen unserer Klasse mischte Lukas Gift in mein Getränk. Während ich mich vor Schmerzen krümmte, sahen meine Mitschüler nur teilnahmslos zu.

„Wir haben höchstens unsere Chance auf einen Studienplatz verloren – Lisa aber hat ihr Leben verloren!“

Als ich die Augen wieder öffnete, fand ich mich an genau jenem Tag wieder, an dem Lisa behauptet hatte, sie könne uns über ihre Beziehungen Studienplätze an der Kronberg-Universität verschaffen.

1

In einem separaten Speiseraum des Restaurants lag ich tot am Boden. Doch mein Freund Lukas Ziegler hatte noch immer nicht genug. Er durchsuchte meine Leiche, nahm mein Handy und rief meine Eltern an.

Als meine Eltern hörten, dass mir etwas zugestoßen war, eilten sie ohne zu zögern dorthin.

Als sie mich auf dem Boden liegen sahen und bemerkten, dass mir Blut aus Augen, Ohren, Nase und Mund rann, weinten sie so heftig, dass sie kaum noch Luft bekamen. Lukas und die anderen halfen ihnen auf und setzten sie hin. „Herr und Frau Stein, bitte regen Sie sich nicht zu sehr auf. Der Rettungswagen ist schon unterwegs. Trinken Sie erst einmal etwas Wasser.“

Meine Eltern schöpften keinen Verdacht und tranken das Wasser, das man ihnen reichte, in einem Zug aus.

Kurz darauf spürten beide einen stechenden Schmerz in der Brust. Im nächsten Moment spuckten sie einen Schwall Blut aus.

Da zeigten Lukas und die anderen endlich ihr wahres Gesicht. „Eure geliebte Tochter haben wir ebenfalls vergiftet! Sie hat Lisa in den Tod getrieben und muss dafür in der Hölle büßen!“

„Ihr beiden alten Säcke könnt eurer Tochter gleich Gesellschaft leisten. Wenn ihr jemandem die Schuld geben wollt, dann gebt Clara Stein die Schuld. Ihre Bosheit hat euch mit ins Verderben gerissen.“

Wir drei starben noch an Ort und Stelle. Meine Seele schwebte in der Luft. Am liebsten hätte ich Lukas und die anderen mit in den Tod gerissen, doch ich war vollkommen machtlos.

Im nächsten Augenblick drang mir wieder eine vertraute Stimme ans Ohr: „Wow, Lisa! Hat dich heute schon wieder euer Chauffeur zur Schule gebracht? Das war doch ein Rolls-Royce!“

Ich stand in einer Ecke des Klassenzimmers und starrte ungläubig auf alles, was sich vor mir abspielte. Schließlich begriff ich: Ich war in mein früheres Leben zurückgekehrt.

„Nein, das war mein Vater, nicht unser Chauffeur.“

Daraufhin gerieten die anderen erst recht aus dem Häuschen. „Unglaublich! Dein Vater muss dich wirklich lieben. Obwohl er so beschäftigt ist, bringt er dich persönlich zur Schule.“

Lisa Braun lächelte nur und widersprach nicht. Damit bestätigte sie die Vermutung der anderen praktisch. Ich aber wusste, dass jedes ihrer Worte gelogen war.

Bei der Erinnerung an die Qualen vor meinem Tod blickte ich Lisa voller Hass an.

Vielleicht spürte Lisa meinen feindseligen Blick, denn sie sah zu mir herüber. „Clara, du hast doch so gute Noten. Du schaffst es bestimmt auch ohne meine Hilfe an die Kronberg-Universität, oder?“

Ich wandte den Blick ab und wollte gerade antworten, als Lukas mir zuvorkam. „Lisa, kümmer dich nicht um sie. Sieh dir doch an, wie armselig sie aussieht. Selbst wenn sie angenommen wird, kann sie sich das Studium niemals leisten. Dann soll sie eben an irgendeine miese private Berufsakademie gehen.“

„Genau. Wahrscheinlich kann sie nicht einmal die Studiengebühren bezahlen. Selbst wenn Lisa so großzügig ist und ihr einen Platz an der Kronberg-Universität verschafft, hat sie kein Geld, um in der Hauptstadt zu leben. Lisa kann sie schließlich nicht ihr ganzes Leben lang durchfüttern.“

Meine Mitschüler glaubten Lisa jedes Wort und waren fest davon überzeugt, dass sie ihnen über ihre Beziehungen Studienplätze an der Kronberg-Universität verschaffen konnte. Als ich am Vorabend mein Prüfungsergebnis überprüft hatte, lag meine Punktzahl über der Zulassungsgrenze der Kronberg-Universität. Solange bei meiner Hochschulbewerbung nichts schiefging, war mir der Studienplatz sicher.

Bei diesen Worten leuchteten Lisas Augen auf. „Unsere Familie spendet regelmäßig für wohltätige Zwecke und unterstützt bedürftige Schülerinnen und Schüler. Wenn du jetzt vor mir auf die Knie fällst und den Kopf bis zum Boden senkst, bezahle ich dir das Studium.“

Ich ballte die Hände zu Fäusten und unterdrückte den Drang, ihr ins Gesicht zu schlagen. „Nein, danke. Was einem nicht zusteht, sollte man nicht mit Gewalt an sich reißen. Früher oder später fällt es auf einen zurück.“

Lisas Miene erstarrte. Dann presste sie sich sofort ein paar Tränen aus den Augen. „Ich will dir doch nur helfen. Wenn du an der Kronberg-Universität studierst, könnte sich dein ganzes Leben verändern. Wenn du meine Hilfe nicht annehmen willst, dann eben nicht.“

Als Lukas sie so sah, trat er sofort vor und versetzte mir einen heftigen Tritt gegen das Knie. „Clara, sei nicht so undankbar! Dass Lisa dich überhaupt unterstützen will, ist mehr Glück, als du verdienst. Los, knie dich hin und bedank dich bei ihr!“

„Genau! Was bringt dir dein Stolz, wenn du so arm bist? Kannst du davon satt werden?“

Ein stechender Schmerz durchzuckte mein Bein. Trotzdem hielt ich mich mit aller Kraft auf den Beinen und blickte Lukas voller Hass an. So viele Augenpaare waren auf mich gerichtet und warteten nur darauf, mich gedemütigt auf die Knie sinken zu sehen.

„Nein, danke. Meine Familie ist zwar arm, aber für mein Studium reicht unser Geld. Außerdem gibt es Studienkredite. Irgendwie komme ich schon über die Runden.“

„Ihr dagegen habt nicht die nötigen Ergebnisse und wollt trotzdem über Beziehungen an Studienplätze kommen. Passt auf, dass eure vermeintliche Schlauheit euch nicht noch zum Verhängnis wird.“

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