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KAPITEL 4

Penulis: Ganggang Hao
4

Schon bald war der letzte Tag der Bewerbungsfrist da. Ich schlief gerade tief und fest in meinem Hotelzimmer, als meine Mutter anrief.

„Schatz, heute Abend endet die Frist. Logg dich noch einmal in dein Bewerberkonto ein und überprüf alles. Es darf auf keinen Fall etwas schiefgehen. Gestern kam in den Nachrichten ein Bericht über einen Schüler, dessen Hochschulbewerbung im vergangenen Jahr von einem Verwandten auf eine private Berufsakademie geändert worden war. Sieh lieber sofort nach.“

Ich hatte niemandem meine Zugangsdaten verraten, deshalb hielt ich es eigentlich für ausgeschlossen, dass meine Bewerbung geändert worden war. Trotzdem holte ich meinen Laptop hervor, um auf Nummer sicher zu gehen.

Doch als ich mich einloggte, traf mich beinahe der Schlag. Die Kronberg-Universität, die ich ursprünglich angegeben hatte, war aus unerfindlichen Gründen durch eine unbekannte private Berufsakademie ersetzt worden.

Vor Schreck sprang mir das Herz beinahe aus der Brust. Gleichzeitig war ich meiner Mutter unendlich dankbar.

Ich korrigierte meine Hochschulbewerbung sofort und rief meine Eltern an. Auch sie erschraken, beruhigten sich jedoch schnell wieder und schärften mir ein, meine Zugangsdaten zu ändern und sie niemandem mitzuteilen.

Kurz darauf schickte mir mein Vater eine IP-Adresse. Als ich sie sah, verstand ich sofort: Tatsächlich steckte Lukas, dieser Bastard, dahinter. Er wollte mich mit ins Verderben reißen.

Viele meiner Passwörter hatten mit meinem Geburtstag zu tun. Lukas musste mein Passwort erraten und damit meine Hochschulbewerbung geändert haben.

Zum Glück war meine Mutter ihm einen Schritt voraus gewesen, sodass ich die Änderung noch rechtzeitig rückgängig machen konnte.

Obwohl ich mich im Ausland befand, wollte ich am liebsten sofort zurückfliegen und diesen Bastard umbringen.

An diesem Tag wollte ich nirgendwo mehr hingehen. Ich blieb im Hotel und behielt das Bewerbungsportal bis zum Ablauf der Frist ununterbrochen im Auge, weil ich befürchtete, dass erneut etwas schiefgehen könnte.

Als die Frist endlich ablief, atmete ich erleichtert auf.

Doch noch bevor ich mich richtig entspannen konnte, meldete sich mein Handy.

Lisa schickte mir zwei Fotos. Das erste zeigte einen Screenshot meiner manipulierten Hochschulbewerbung.

„Die Kronberg-Universität kannst du dir sowieso nicht leisten. Deshalb habe ich deine Bewerbung für dich auf eine private Berufsakademie geändert. Dort sind die Studiengebühren niedrig – genau das Richtige für eine arme Schluckerin wie dich.“

Auf dem zweiten Foto lagen Lisa und Lukas sich in den Armen und küssten sich.

„Ich muss Lukas wirklich danken. Ohne ihn hätte ich dein Passwort schließlich nie herausgefunden.“

Ich warf nur einen kurzen Blick auf die Fotos und blockierte Lisa sofort. Meine Hochschulbewerbung hatte ich schließlich wieder korrigiert, und diese Leute würden sich ohnehin nicht mehr lange freuen können.

Eine Zulassung an der Kronberg-Universität war eine große Sache. Am Tag vor der Ausgabe der Zulassungsbescheide teilte Herr Berger mir mit, dass ich am nächsten Tag zur Schule kommen und meinen Bescheid dort abholen sollte, damit sich auch die Schule ein wenig mit meinem Erfolg schmücken konnte.

Ich tat, was er gesagt hatte. Als ich am nächsten Tag in der Schule ankam, stellte ich jedoch fest, dass bereits zahlreiche Mitschüler dort waren.

„Was willst du denn hier? Heute werden die Zulassungsbescheide der Kronberg-Universität ausgegeben. Die Bescheide der privaten Berufsakademien kommen erst nächsten Monat.“

Aus der Menge brach sofort gehässiges Gelächter aus.

„Ach, lasst sie doch hierbleiben. Dann kann sie wenigstens einmal sehen, wie ein Zulassungsbescheid der Kronberg-Universität aussieht. Wahrscheinlich ist das ihre einzige Gelegenheit im ganzen Leben.“

Ihre Sticheleien ließen mich völlig kalt. Schließlich würde sich gleich zeigen, wer recht hatte.

Plötzlich rief irgendjemand aus der Menge: „Die Bescheide sind da!“

Alle blickten nach draußen. Herr Berger kam mit einem einzigen Zulassungsbescheid auf uns zu.

„Warum ist das nur einer? Sollte nicht unsere ganze Klasse an der Kronberg-Universität angenommen worden sein?“

Lukas stürmte als Erster nach vorn. „Warum haben Sie nur einen Zulassungsbescheid dabei, Herr Berger? Wo sind die anderen? Sind es so viele, dass Sie sie nicht alle tragen konnten? Ich helfe Ihnen.“

Herr Berger hielt zwar einen Zulassungsbescheid der Kronberg-Universität in der Hand, doch seine Miene war düster. „Was habt ihr euch nur dabei gedacht? Ich habe beim Leiter der zentralen Zulassungsstelle nachgefragt. Keiner von euch wurde angenommen!“

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