Nina Koch stand da, die Arme vor der Brust verschränkt, und musterte Laura mit einem überkritischen Blick.Julian zog die Stirn kraus. Als er Laura ansah, wirkte ihr Blick ruhig wie Wasser, als habe sie die Schikanen der Kochs längst gewohnt.Er konnte nicht anders, als ein Wort für sie einzulegen: „Tante, ich finde, Laura sieht so gut aus.“Es war das erste Mal, dass Julian für Laura sprach.Nina blieb die Luft weg und lächelte verlegen.Sie traute sich nur, bei Leuten, die man leicht schikanieren kann, aufzuregen – bei Julian, dem eigentlichen Entscheidungsträger der Familie Koch, hatte sie nicht den Mumm, auch nur einen Mucks zu machen.Plötzlich ertönte eine strenge, leicht kühle Frauenstimme aus dem Zimmer.„Was steht ihr alle noch in der Tür? Kommt herein und setzt euch.“Katharina Koch, Julians Mutter, thronte in einem altmodischen, schweren Ledersessel und strahlte eine unnachgiebige Autorität aus.Sie warf Laura einen missbilligenden Blick zu,und ihre Verachtung und Un
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