JADE Das Büro ist in neutrales Licht getaucht, das der kalten Deckenleuchten, ganz anders als die sanfte Sonne, die heute Morgen hereinfiel. Hier herrschen Strenge, Ordnung, Anspruch. Die Akten stapeln sich vor mir, perfekt ausgerichtet, und die Gesichter meiner Mitarbeiter wenden sich mir zu, aufmerksam, wartend auf Anweisungen. Seit zwei Stunden spreche ich, höre zu, entscheide. Jedes Wort, jede Geste, jeder Blick ist abgewogen, durchdacht, denn ich weiß, sie beobachten mich. Ich bin die neue Verantwortliche, und das geringste Zögern wäre ein Eingeständnis von Schwäche. Also halte ich den Rücken gerade, die Stimme fest, die Hände ruhig auf dem Tisch. Innerlich, jedoch, ist alles viel zerbrechlicher. Es genügt, für eine Sekunde die Augen zu schließen, und ich spüre noch Caleb, seinen Atem, seine Wärme, die Versuchung zu bleiben. Aber ich halte mich
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