Vivienne stand im Schatten am anderen Ende des Korridors, hinter einer Säule verborgen.Sie beobachtete sie. Sie sah alles!Ihre Nägel gruben sich scharf und fest in ihre Handflächen. Ihr Atem ging flach, ihre Brust fühlte sich eng an.Das war der größte Fehler, den Étienne je begangen hatte. Nach so vielen Jahren, die sie zusammen verbracht hatten, nach allem, was sie getan hatte, um Étienne zu gewinnen, hatte er Isabella einfach so hingenommen?Viviennes Sicht verschwamm. Sie drehte sich um und ging weg, ihre Absätze nun lautlos auf den Fliesen, ihre Bewegungen mechanisch.Sie weinte nicht, sie schrie nicht, sie ging einfach.***Isabella ging in dieser Nacht nicht nach Hause. Sie blieb im Krankenhaus, zusammengerollt auf dem Stuhl neben dem Bett ihrer Mutter, und beobachtete, wie sich Helenes Brust hob und senkte.Sie schlief nicht. Sie konnte nicht. Denn jedes Mal, wenn sie die Augen schloss, spürte sie Étiennes Lippen auf ihren.Spürte, wie ihr Körper reagiert hatte. Wie sie ihn
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