Eine Stunde verging. Dann noch eine.Der Armagnac war einem leichteren, reichlicheren Getränk gewichen. Die Gläser stapelten sich am Tischrand, Zeugnisse eines langen Abends. Die Sitzecke wirkte nun wärmer, die Samttrennwand näher, die Kerze tiefer im Glas.Vivienne hatte nichts gegessen.Sie spürte den Alkohol genau so, wie man ihn spürt, wenn der Magen leer ist, eine Wärme, die in der Brust begann und sich in die Glieder ausbreitete, die Konturen der Dinge weicher machte, die Ecken abrundete, die den ganzen Nachmittag über scharf und unerträglich gewesen waren.Sie dachte an Isabellas Namen, der im Firmenkanal in den Trends war.Sie dachte an Étiennes Gesicht, als er ihr sagte, sie solle ihn nicht berühren.Sie dachte an die Theatertüren.Sie wusste nicht, was sie fühlte. Das war das Ehrlichste, was sie in sich selbst finden konnte. Die Gefühle waren da, vielfältig und widersprüchlich, aber sie hatten aufgehört, klare Namen zu haben. Da war etwas, das Schuldgefühle hätte sein können
อ่านเพิ่มเติม