Die Pressekonferenz war nicht angesetzt.Das war das Erste, was Isabella bemerkte, als ihr Handy unaufhörlich und mit einer Dringlichkeit vibrierte, die verriet, dass etwas in der Welt aus den Fugen geraten war – nicht nur ein Rinnsal, sondern eine Flut. Sie saß in der Ecke von Marcs beengtem provisorischen Büro, die Knie an die Brust gezogen, in dem Ledersessel, den er für sie hereingeschleppt hatte, da die Ermittlungen seinen Konferenzraum völlig in Beschlag genommen hatten. Das Nachmittagslicht, das durch das Milchglas fiel, hatte die Farbe alter Knochen.„Isabella.“ Marcs Stimme kam aus der Tür, vorsichtig, was ihr ein flaues Gefühl im Magen bereitete. Er hielt sein Tablet wie ein Opfer dar. „Das musst du sehen.“Die Übertragung lief bereits.Étienne stand an einem Podium, das sie nicht kannte – nicht im Atelier Maison Valcourt, nicht im prunkvollen Marmorfoyer seines Pariser Hauptsitzes, sondern draußen. Auf den Stufen der Chambre Syndicale de la Haute Couture, jener Institution,
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