Hunderte Kilometer weiter nördlich, in den überfluteten und von Silbergras überwucherten Ruinen der Berliner Museumsinsel, hielt Kael plötzlich inne. Sie stand auf dem provisorischen Wall aus Sandsäcken und altem Schrott, der den Eingang des Bode-Museums sicherte. Unter ihr plätscherte die Spree, deren Wasser dank der filternden Eigenschaften der neuen Biomasse wieder beinahe klar war. Die kleine Gemeinschaft von Überlebenden, die sie hier um sich geschart hatte, arbeitete im Rhythmus des Vormittags: Netze wurden geflickt, Wasser abgekocht, und ein paar Kinder lauschten dem summenden Gesang der silbernen Sporen, die friedlich durch die Luft tanzten. Dann geschah es. Es war kein Geräusch, sondern eine physische Welle, die durch das Fundament der Welt rollte. Das silberne Leuchten, das die Säulen des Museums umrankte, flackerte für den Bruchteil einer Sekunde aschfahl, bevor es in einem nie dagewesenen, gleißenden Licht aufleuchtete. Kael stützte sich an einer zertrümmerten Statue
Read more