Der Herbst zog endgültig ins Tal ein, doch die Kälte, die er mit sich brachte, wirkte nicht mehr bedrohlich. Die Gemeinschaft wuchs. Die Menschen aus den Städten bauten gemeinsam mit den Wandlern kleine, robuste Holzhütten entlang des Bachlaufs. Sie lernten von Braden, wie man das Holz im Einklang mit dem Mondkalender schlug, und von Kira, welche Wurzeln man für den Winter einlagern musste. Das Tal war lebendig wie nie zuvor – ein Mosaik aus menschlichem Fleiß und dem alten, tiefen Puls der Erde.An einem späten Abend, als der erste Frost die Blätter der Eichen mit einer feinen Zuckerschicht überzog, saß Kira allein im Langhaus. Das Buch der Chroniken lag geschlossen vor ihr. Sie spürte eine tiefe Müdigkeit, aber es war die gute, erfüllte Müdigkeit einer Schöpferin, die sieht, dass ihr Werk gedeiht.Plötzlich spürte sie eine sanfte Erschütterung im Raum. Die feinen Linien an ihren Handgelenken leuchteten nicht grell auf, sondern begannen in einem warmen, pulsierenden Rhythmus zu atmen
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