**KAPITEL FÜNFUNDSIEBZIG: ASTRID UND EVELINE**Die Freundschaft zwischen Eveline und Astrid hatte sich über drei Jahre hinweg entwickelt – mit jener besonderen Qualität von Freundschaften, die man nicht sucht, sondern findet. Keine der beiden Frauen hatte nach der anderen gesucht, und als sie sich wiederholt und mit zunehmender Häufigkeit in derselben Umlaufbahn wiederfanden, hatten sie einfach anerkannt, was da war, und es das sein lassen, was es war.Astrid war Kardiologin, was bedeutete, dass sie und Eveline die medizinische Welt teilten, ohne dieselbe Disziplin zu teilen – genau der richtige Abstand für eine Freundschaft zwischen zwei Menschen, die sorgfältig dachten: nah genug, um den Kontext des anderen zu verstehen, weit genug, um wirklich andere Perspektiven einzubringen. Astrid war außerdem, wie Eveline inzwischen verstanden hatte, einer der wahrnehmungsfähigsten Menschen, die sie je getroffen hatte – in dem spezifischen Sinn, dass sie wahrnahm, ohne ihre Wahrnehmungsfähigkei
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