Das kalte Plastik des Prepaid-Handys fühlte sich schwer an meinem Ohr an. Draußen prasselte der stetige Regen gegen das Glas wie Kieselsteine. Das blaue Licht des Bildschirms erhellte Claras blasses, tränenüberströmtes Gesicht; ihre Hände zitterten noch immer, während sie mich ansah. Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, wie ein wildes, gefangenes Tier. „Adrian“, flüsterte ich, der Name schmeckte wie Asche auf meiner Zunge. Ein leises, trockenes Kichern drang aus dem kleinen Lautsprecher. Der Klang war flach, ohne die Wärme, an die ich mich aus unserer Kindheit erinnerte. Der Junge, der mir Reiten beigebracht hatte, der Bruder, der mir versprochen hatte, mich vor der Dunkelheit zu beschützen, war fort. „Du hattest schon immer ein scharfes Auge, Aria“, sagte Adrian mit sanfter, leerer Stimme. „Ich nehme an, du erkennst jetzt das Gesicht deines Geistes.“ „Du warst tot“, sagte ich, meine Knöchel wurden weiß, als ich das Handy umklammerte. „Ich sah die Kapelle brennen. Ich sah, wie die
Last Updated : 2026-07-12 Read more