Drei Tage nach der Rettung herrschte in der Villa Valentino eine zerbrechliche, fast surreale Ruhe. Die Gänge, die früher nur von Schritten bewaffneter Männer widerhallten, waren nun erfüllt vom Lachen eines kleinen Mädchens und dem ernsten Murmeln eines Jungen, der viel zu früh lernen musste, was Macht bedeutete. Lila saß im großen Garten unter einer alten Eiche, Aurora auf ihrem Schoß. Das Mädchen war noch schmal, ihre Augen wachsam, als würde sie jederzeit damit rechnen, wieder in einen Käfig gesteckt zu werden. Doch wenn Lila sie hielt, entspannte sich ihr kleiner Körper langsam. „Mama… darf ich hier wirklich für immer bleiben?“, fragte Aurora leise, während sie mit Lilas langer Haarsträhne spielte. Lila küsste ihren Scheitel. Ihre Stimme war sanft, aber fest. „Ja, mein Schatz. Du bist zu Hause. Niemand wird dich je wieder wegnehmen.“ Luciano kam angelaufen, ein Holzschwert in der Hand. Er blieb vor seiner Schwester stehen und hielt ihr das Schwert hin. „Hier. Damit kannst du
Last Updated : 2026-07-03 Read more