Die Morgensonne tauchte die Festungsmauern in ein blasses Goldgelb, ihre Wärme verschleierte die angespannte Atmosphäre. Das gewohnte, sanfte Summen der Morgendämmerung wurde jäh vom unruhigen, unregelmäßigen Rhythmus der Hufe unterbrochen, die auf dem Feldweg klapperten.Vom Wachturm aus schielte ein Wächter in die Ferne, den Blick fest auf den einsamen Reiter gerichtet, der über die Ebene raste. Der Reiter, der ihnen entgegenkam, war tief gebeugt, fast flach auf dem Hals des Pferdes liegend. Schon aus der Entfernung war klar, dass etwas nicht stimmte. Die Flanken des Hengstes hoben und senkten sich vor Erschöpfung, Schaum klebte an seinem Maul.Die Tore öffneten sich nur so weit, dass das Pferd hindurchpasste. Sobald es taumelnd stehen blieb, rutschte der Reiter wie ein Sack Getreide herunter und schlug mit einem dumpfen Schlag auf dem Boden auf. Blut rann ihm über die Wange, seine Lippen waren bleich.Mit letzter Kraft, die sich mühsam seine Kehle hinaufkämpfte, presste er die Wort
Last Updated : 2026-08-21 Read more