Kapitel Einundzwanzig: Das Haus am MeerAvaWir verließen Chicago vor Sonnenaufgang. Damien fuhr schweigend, beide Hände am Lenkrad, seine Augen auf die dunkle Autobahn gerichtet. Ich saß auf dem Beifahrersitz mit einem Kaffee, den ich nicht trinken konnte, und sah zu, wie sich der Himmel von Schwarz zu Grau verfärbte, dann von Grau zu blassem Gold. Keiner von uns hatte geschlafen. Irgendwo hinter Pennsylvania sprach er schließlich. „Du solltest etwas essen." „Ich habe keinen Hunger." „Du musst deine Kräfte beisammenhalten." „Ich weiß." Ich stellte den Kaffee ab. „Ich bin kein Kind, Damien. Ich esse, wenn ich bereit bin." Er widersprach nicht. Er nickte nur und fuhr weiter. Das war neu. Der alte Damien hätte gedrängt. Hätte darauf bestanden. Hätte es zu seiner Sache gemacht – seiner Sorge, seiner Schuld, seinem Bedürfnis, etwas zu reparieren. Dieser Damien ließ die Stille einfach so stehen. Ließ mir meinen Raum. Ich wusste nicht, was ich damit anfangen sollte. Das ist dersel
Last Updated : 2026-10-04 Read more