Der Regen prasselte unerbittlich gegen die Metalltüren des Hofes, doch in diesem winzigen, von Lampenlicht erhellten Kreis schien die Zeit stillzustehen. Lenas Handgelenk steckte in Liams Griff wie in einer Schraubstockzwinge aus Muskeln und Sehnen. Die Hitze, die von seiner Haut ausging, strahlte auf sie über, brannte sich durch den Stoff ihres Ärmels direkt in ihr Fleisch und ließ ihr Blut in den Adern kochen. „Lass mich los“, flüsterte sie, mehr zu sich selbst als zu ihm, denn ihre Stimme schien vor lauter Schock den Dienst zu verweigern. Doch es war keine Angst, die sie lähmte. Es war etwas viel Gefährlicheres. Es war ein tiefes, unerklärliches Verlangen nach Nähe, das in ihrer Brust aufwachte und gegen jede rationale Vernunft ankämpfte. Ihr Verstand schrie sie an, dass dieser Mann ein Fremder war, ein gewalttätiger, schwer verletzter Kerl, der nachts aus dem Nichts in ihren Hinterhof gestürzt war. Aber ihr Körper ignorierte jede Warnung. Jede einzelne Faser ihres Seins summte i
Last Updated : 2026-10-29 Read more