Das sanfte, gleichmäßige Atmen von Julian ging neben ihr auf dem Sofa, ein leiser, fast monotoner Rhythmus, der in krassem Gegensatz zu dem tobenden Sturm stand, der in Lenas Brust ausbrach. Sie saß wie erstarrt, die Muskeln bis zum Zerreißen gespannt, während ihr Blick an der dunklen Glasscheibe des Wohnzimmers hängen blieb. Draußen, im fahlen, kühlen Licht der Straßenlaterne, stand Liam. Seine Gestalt verschmolz fast mit der Nacht, doch die golden leuchtenden Funken in seinen Augen schnitten durch die Dunkelheit wie zwei brennende Dolche. Er klopfte nicht mehr. Er tat keinen weiteren Schritt. Er stand einfach nur da, eine Verkörperung von roher, unerbittlicher Urgewalt, und wartete mit der absoluten, felsenfesten Geduld eines Jägers, der genau wusste, dass seine Beute unweigerlich zu ihm gezogen wurde. Lenas Herz hämmerte so heftig gegen ihre Rippen, dass sie fürchtete, Julian könne das Pochen im Raum hören. Jeder Instinkt in ihrem Verstand schrie sie an, wegzusehen, die Augen zu
Zuletzt aktualisiert : 2026-11-03 Mehr lesen