In diesem Moment begriff Emily mit schmerzhafter Klarheit, dass Julian sie nicht liebte.Für ihn war sie eine Ehefrau, die seine Bedürfnisse zu erfüllen hatte. Und eine Schwiegertochter, die den Erwartungen der Hartmanns entsprechen musste.Er hatte immer über ihr gestanden, unerreichbar für sie. Das hatte Emily längst gewusst.Trotzdem hatte ein Fingerzeig von ihm genügt, und sie hatte all ihre Vorsätze vergessen.Gestern Abend hatte sie einen Moment lang an der Scheidung gezweifelt. Nach dem Gespräch, das sie gerade unten gehört hatte, schmerzte ihr Herz so sehr, dass sie keine Worte dafür fand.Ihr Gesicht war blass, ihre Fingerspitzen zitterten. Etwas schnürte ihr die Brust zu.Sie bekam kaum Luft.Julian hob den Blick und sah sie am Treppenabsatz stehen.„Emily, wo sind die Ohrstecker von gestern? Bring sie Katharina.“Ihre dunklen Augen ließen ihr Gesicht noch blasser wirken. Ohne ein Wort drehte Emily sich um, ging ins Schlafzimmer und holte das Schmuckkästchen.Sie stieg die Tr
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