Elisa wartete im kleinen Salon neben dem Ostflügel, als Teresa Clara und Luca kurz nach neun schließlich weckte. Ihr Gesichtsausdruck war im gedämpften Lampenlicht nicht zu deuten, auf ihren Knien lag eine schmale Mappe. Sie hatte das strenge Schwarz abgelegt, das sie bei der Ratssitzung getragen hatte, und sich für etwas Schlichteres, Weicheres entschieden. Zum ersten Mal, seit Clara ihr begegnet war, wirkte sie weniger wie eine Frau, die für den Kampf gewappnet war, und mehr wie jemand, der einfach nur still und erschöpft war.„Ich war mir nicht sicher, ob ihr mich empfangen würdet“, sagte Elisa und erhob sich, als sie eintraten. Von dem Gift, das ihre Stimme noch in der Ratskammer erfüllt hatte, war nichts mehr übrig. Nur etwas Leiseres, Erschöpfteres – die Stimme einer Frau, die in den vergangenen Stunden darüber nachgedacht hatte, ob sie überhaupt preisgeben sollte, was sie herausgefunden hatte.„Nonna hat darauf bestanden“, erwiderte Luca wachsam. Seine Hand suchte die von Clara
Última actualización : 2026-10-30 Leer más