
Aus dem Namen Moretti gebranntGanz Süditalien wusste, dass Lorenzo Moretti mich bis zur Besessenheit liebte.
Dennoch hielt er sich in Neapel eine wesentlich jüngere Frau. Man sagte, sie sah genauso aus wie ich vor Jahren. Er sagte den Leuten, dass sie ihn an die Frau erinnerte, die er einst mehr als alles andere geliebt hatte.
Er hatte außerdem streng angeordnet, dass niemand mir von ihr erzählen durfte.
Bis zu dem Tag, an dem ich herausfand, dass ich schwanger war.
Ich wollte ihm die Nachricht selbst überbringen und machte mich auf den Weg zu seinem Büro. Vor der Tür blieb ich stehen, als ich von drinnen eine junge Frauenstimme hörte.
„Lorenzo … bin ich nur hier, weil ich aussehe wie sie?“
Die Tür stand einen Spalt offen. Durch den Spalt sah ich eine junge Frau, die mir viel zu ähnlich sah – in seinen Mantel gehüllt, sein Glas in der Hand.
Ich stand da und wagte kaum zu atmen.
Dann hörte ich seine Antwort.
„Vergleich dich nicht mit ihr.“
„Sie kann niemals die Frau sein, die du bist.“
Ich drehte mich wortlos um und ging.
In dieser Nacht rief ich meine Mutter an.
„Mutter, ich habe mich entschieden.“
Einen Moment lang schwieg sie.
„Ich will ein Feuer“, sagte ich. „Etwas, das niemand überlebt. Wenn es vorbei ist, muss Sofia Moretti für die Welt tot sein.“