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Mein zweites Leben

Mein zweites Leben

Por:  Grüne BergeCompleto
Idioma: Deutsch
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Als einzige Tochter des Casinokönigs lebte ich seit meiner Geburt inmitten von Gefahr und Machtkämpfen. Um mich zu schützen, ließ mein Vater schon seit meiner Kindheit neun Männer ausbilden. Sie sollten im Ernstfall als meine lebenden Schutzschilde dienen. Als ich erwachsen wurde, verlangte mein Vater von mir, unter diesen neun Männern einen Verlobten zu wählen. Doch ich strich Thomas Statham ohne jedes Zögern aus meinen Gedanken, obwohl ich ihn seit langer Zeit liebte. Denn in meinem früheren Leben wurde ich genau an diesem Tag, während meiner Verlobungsfeier, von Feinden entführt. Als sie vergiftete Stahlnägel durch meine Handflächen trieben, zitterte mein ganzer Körper vor Schmerz. Mit bebenden Fingern rief ich Thomas an und flehte ihn um Hilfe an. Doch alles, was ich bekam, war seine eiskalte Antwort. „Delilah Judson, hör endlich auf mit diesen lächerlichen Spielchen. Dein Standort zeigt doch ganz klar, dass du noch in der Hotelsuite bist!“ „Nur damit du mich ganz für dich allein hast, ziehst du so eine widerliche Mitleidsnummer ab? Du ekelst mich an!“ Aus dem Telefon hörte ich das zarte Lachen einer Frau. Voller Verzweiflung schloss ich die Augen. Später sank der eiserne Käfig auf den Meeresgrund. Eiskaltes Meerwasser drang in Mund und Nase. Dann verlor ich endgültig mein Leben. Als ich wieder aufwachte, war ich zu dem Tag zurückgekehrt, an dem mein Vater mich meinen Verlobten wählen ließ. Dieses Mal strich ich Thomas’ Namen als Erstes von der Liste. Aber warum stand er dann auf meiner Verlobungsfeier mit Elliot Latham vor mir, weinte und flehte mich an, ihn zu heiraten?

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Capítulo 1

Kapitel 1

01

Die vertraute Namensliste lag vor meinen Augen. Ich schreckte hoch und wurde auf einmal hellwach.

Der Schmerz des Ertrinkens schien noch immer in meinem Körper zu stecken. Da hörte ich schon die Stimme meines Vaters.

„Delilah, heute wählst du unter diesen neun Männern einen als deinen Verlobten aus.“

Erst in diesem Moment begriff ich es.

Ich war wiedergeboren worden.

Ich sah auf die Liste vor mir und strich Thomas’ Namen ohne jedes Zögern durch.

Mein Vater erstarrte kurz.

„Delilah, hast du dich vielleicht vertan?“

„Du bist Thomas doch schon als Kind immer hinterhergelaufen. Warum streichst du ausgerechnet seinen Namen durch?“

„Warte kurz. Ich lasse eine neue Liste vorbereiten.“

Ich schüttelte hastig den Kopf und unterbrach ihn.

„Papa, ich habe mich nicht vertan.“

„Der Mann, den ich wählen will, ist wirklich nicht Thomas. Es ist Elliot.“

In diesem Moment tauchte vor meinem inneren Auge Elliots Gesicht auf. Nach meinem Tod war er vor Schmerz fast zerbrochen.

Auch sein herzzerreißender Schrei hallte wieder in meinem Kopf.

Mein Vater sah, wie entschlossen ich war. Also sagte er nichts mehr und nickte nur zustimmend.

Er bat mich, die Sache vorerst nicht nach außen zu tragen.

Auf der Verlobungsfeier in drei Tagen würde er es persönlich bekannt geben.

Kaum hatte ich das Arbeitszimmer meines Vaters verlassen, lief ich in der Halle der Villa direkt Thomas über den Weg.

Neben ihm stand Brittany Zephyr.

Sobald Brittany mich sah, versteckte sie sich erschrocken hinter Thomas.

Sie sah aus, als stünde ein menschenfressender Dämon vor ihr.

Thomas zog sie vor sich und tröstete sie sanft.

„Brittany, hab keine Angst. Solange ich da bin, wagt es niemand, dich zu schikanieren.“

Dann warf er mir einen hasserfüllten Blick zu.

„Delilah, Brittany ist vielleicht nur eine arme Stipendiatin, die von der Familie Zephyr unterstützt wird. Aber das gibt dir noch lange nicht das Recht, sie so zu behandeln.“

Ich war völlig verwirrt.

Diese Szene war ganz anders als in meinem früheren Leben.

In diesem Moment legte Brittany ihre gerötete, geschwollene Hand auf Thomas’ Arm und sagte vorsichtig: „Thomas, sei Fräulein Judson bitte nicht böse. Ich komme aus einfachen Verhältnissen. Für sie Kleidung mit der Hand zu waschen, ist wirklich nichts Besonderes.“

Bei diesen Worten erstarrte ich.

Ich hatte Brittany nie gebeten, meine Kleidung mit der Hand zu waschen.

Erst da begriff ich, was hier gerade passierte.

Brittany spielte wieder ihre kleinen Spielchen. Sie wollte Thomas’ Mitleid gewinnen.

Doch bevor ich überhaupt den Mund öffnen konnte, schrie Thomas mich schon an.

„Delilah, ich sage dir eins. Selbst wenn du mich zu deinem Verlobten gewählt hast, werde ich eine bösartige Frau wie dich niemals lieben.“

Danach nahm er Brittanys Hand voller Mitleid und strich sanft darüber.

„Brittany, du bist überhaupt nicht niedrig. Du bist viel edler als manche Menschen mit einem verdorbenen Herzen.“

Während er das sagte, warf er mir noch einen verächtlichen Blick zu.

Ein stechender Schmerz breitete sich in meiner Brust aus.

Ob in meinem früheren Leben oder in diesem Leben, er hatte mir nie geglaubt.
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