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Kapitel 4

Penulis: Cyathia
Drei Tage vor meiner Abreise erhielt ich eine Nachricht vom Leiter der Heilerklinik.

Er sagte, dass der Heilkräutermeister, den ich ihn gebeten hatte zu kontaktieren, heute unser Gebiet durchquerte und sich die chronische Krankheit der alten Luna ansehen konnte.

Vor Jahren war die alte Luna im Kampf von einer Silberwaffe verwundet worden, was bei ihr ein Lungenleiden hinterlassen hatte. Es war zwar unter Kontrolle, doch an regnerischen Tagen litt sie unter schweren Atembeschwerden.

Während meines Studiums im Ausland hatte ich meine Kollegen immer wieder gebeten, mir bei der Suche nach entsprechenden Fallstudien zu helfen.

Egal, was geschehen war, unsere gemeinsame Vergangenheit bedeutete noch etwas. Wenn ich diese eine letzte Sache tat, war meine Schuld ihnen gegenüber vollständig beglichen.

Doch als ich der alten Luna sagte, dass ich sie zum Meister bringen wollte, verfinsterte sich ihr Gesicht sofort.

„Warum um alles in der Welt sollte ich zu einem Meister gehen? Nur weil ich dich kritisiert habe, verfluchst du mich jetzt, damit ich früher sterbe?“

„Elara, wie kannst du nur so bösartig sein? Meine letzte Untersuchung bei den Rudelheilern hat ergeben, dass ich vollkommen gesund bin. Es gibt nichts zu behandeln.“

„Ein Heilkräutermeister, der sich auf Silberverletzungen spezialisiert hat, ist heute hier. Du könntest hingehen, einfach zur Nachuntersuchung…“

Bevor ich zu Ende sprechen konnte, griff die alte Luna nach einer Tasse auf dem Tisch und schleuderte sie nach mir.

„Leicht gesagt! Glaubst du, ein Meister ist jemand, den eine arbeitslose Herumtreiberin wie du einfach herbeirufen kann? Du prahlst nur! Sieh dir Liana an. Sie hat einmal die ganze Nacht angestanden, um mir einen Trank von einem Heiler zu besorgen. Wo warst du da?“

Immer wieder verglich sie mich mit Liana, und ihre Abscheu machte alles deutlich.

Egal, was ich tat, es war falsch. So sehr ich mich auch bemühte, ich würde in ihren Augen niemals an Liana heranreichen.

Als sich dieser Gedanke in meinem Herzen festsetzte, konnte ich nur bitter lachen.

„Wenn du nicht gehen willst, dann vergiss es.“

Ich war eine Närrin gewesen, es überhaupt versucht zu haben.

Die große Namenszeremonie fand wie geplant statt.

Das gesamte Rudel war geschmückt, und der Tempel wirkte wie aus einem Märchen.

Ein riesiges Porträt von Kaelen und Liana, wie sie das Junge hielten, hing über dem Eingang.

Alle flüsterten und fragten sich, ob die verstoßene Luna erscheinen und eine Szene machen würde.

Im Tempel stand Kaelen in seiner festlichen Kleidung am Altar.

Während die Zeremonie voranschritt, glitt sein Blick immer wieder zur Tür.

Er wartete auf mich.

Er wartete darauf, dass ich vor Eifersucht die Kontrolle verlor oder ihn aus Liebe verzweifelt anflehte.

„Der günstige Moment ist gekommen! Mögen der Alpha und die Mutter dem Erben seinen Namen und das Siegel des Rudels verleihen!“, verkündete der Priester.

Liana hielt das Baby im Arm, errötete vor Stolz und wartete darauf, dass Kaelen dem Kind das heilige Amulett der Nachfolge um den Hals legte.

In dem Moment, als Kaelen zögerte, wurden die Türen des Tempels mit großer Wucht aufgestoßen.

„Warte mal!“

Ein kollektives Aufkeuchen ging durch die Menge. Alle drehten sich erwartungsvoll um und rechneten mit dem Drama einer verschmähten Gefährtin.

Doch die Gestalt, die im Gegenlicht stand, war ein Kurier in Uniform, schweißgebadet und außer Atem.

„Puh… gut, dass ich es geschafft habe.“ Der Kurier wischte sich die Stirn und ging unter den Blicken aller auf den Altar zu.

„Wer von Ihnen ist Herr Kaelen? Ich habe eine dringende Sonderlieferung von einer Frau Elara. Sie hat ausdrücklich verlangt, dass sie vor dem Abschluss der Namensbindung zugestellt wird.“

Kaelens Gesicht verfinsterte sich sofort. Er starrte auf die rote Samtschachtel und verzog verächtlich die Lippen.

„Ich wusste, dass sie sich nicht zurückhalten kann. Was ist es? Ein Entschuldigungsschreiben? Noch mehr von ihren nutzlosen Tränken?“

Liana hielt sich kichernd die Hand vor den Mund. „Oh, Elara. Sie konnte nicht persönlich kommen, aber sie hat trotzdem so ein großzügiges Geschenk geschickt. Wie aufmerksam.“

Der Kurier warf ihnen einen seltsamen Blick zu und drückte Kaelen die Schachtel in die Hände.

„Ob es ein Geschenk ist, weiß ich nicht, aber die Absenderin sagte, es sei das beste Hochzeitsgeschenk, das sie Ihnen machen könne.“

Kaelen hob triumphierend eine Augenbraue und löste vor all seinen Gästen das Band.

„Wenigstens kennt sie ihren Platz…“

Seine Worte blieben ihm im Hals stecken. Als sich der Deckel öffnete, durchzog eine mächtige Welle von Magie den Saal.

Eine Schriftrolle, die schwach blau leuchtete, schwebte in die Luft. Es war eine Seelenband-Auflösungsurkunde.

Dann flatterte ein einzelnes Blatt Papier aus der Schachtel und landete sanft auf Lianas Hochzeitskleid.

Kaelen erstarrte. Mechanisch hob er das Papier auf.

Im nächsten Moment zogen sich seine Pupillen schlagartig zusammen. Er taumelte zwei Schritte zurück, als hätte ihn ein Blitz getroffen.

Es war ein Schwangerschaftsbericht.

Deutlich darauf gedruckt standen die Worte:

Mutter: Elara

Schwangerschaftswoche: 4

Zustand der Föten: Zwillinge, extrem starke Alpha-Blutlinie

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