Die Strafe des Dons
Kurz vor meiner Entbindung fiel auf, dass in den Waffenbeständen der Familie Galante etwas ganz und gar nicht stimmte.
Die Führung reagierte sofort.
Also fiel die Wahl auf mich, Sophia Vitale, die Frau des Don, die in den Augen aller ohnehin nur untätig herumsaß.
Ich hielt es für eine Routinekontrolle.
Ich hätte nie gedacht, dass Monica Leone, die Patenschwester meines Mannes, das als Vorwand nutzen würde, um das gesamte Waffenlager in die Luft zu jagen.
Die Explosion war ohrenbetäubend. Flammen schossen in den Himmel.
Überall um mich herum brach Beton zusammen und begrub meinen Körper unter sich, während ein brennender Schmerz durch meinen Unterleib riss.
Ich rief meinen Mann nicht über seine private Leitung mit höchster Priorität an. Stattdessen schickte ich meinem Vater ein Notsignal.
In meinem vorherigen Leben hatte ich im Moment der Explosion genau diese Leitung benutzt, um meinen Mann anzurufen.
Mein Kind hatte überlebt.
Monica war in der Explosion zerfetzt worden.
Mein Mann hatte behauptet, er würde mir keine Schuld geben. Er hatte zwar gesagt, Monica sei eine Außenstehende gewesen und ein Erbe sei wichtiger. Er hatte keine Kosten gescheut und die besten Geburtshelfer engagiert, um mich Tag und Nacht überwachen zu lassen. Er hatte mir gesagt, ich solle ruhig bleiben und auf die Entbindung warten.
Doch an dem Tag, als die Wehen einsetzten, sperrte er mich und mein Baby eigenhändig in ein verlassenes Lagerhaus, das mit Benzin getränkt war, und verbrannte uns bei lebendigem Leib.
„Wenn du nicht absichtlich Zeit geschunden hättest, wäre sie nicht gestorben! Glaubst du wirklich, du könntest mich täuschen, indem du das unschuldige Opfer spielst? Träum weiter!“
„Du spielst doch so gern mit dem Feuer. Gut. Dann lasse ich dich ihre Verzweiflung selbst erleben.“
Als ich die Augen wieder öffnete, war ich zurück im Waffenlager. Zurück in genau dem Moment der Explosion.