Den Liebsten loslassen
Valentin Kesslers Bruder Konrad Kessler war tot. Seine Mutter Elisabeth Behrens schlug vor, dass Valentin die Verantwortung für beide Familienzweige übernehmen und die schwangere Witwe seines Bruders, Marlene Vogt, heiraten solle – doch Valentin lehnte entschieden ab.
„Leonie ist mein Ein und Alles. Lieber verzichte ich auf die Position als Mafiaboss meines Bruders, als meine Frau zu verraten!“
Ich war zutiefst gerührt von Valentins Treue – bis ich zufällig ein Gespräch zwischen ihm und seiner Mutter belauschte.
„Das Kind in Marlenes Bauch ist doch von dir. Warum willst du sie nicht heiraten?“
Valentin blies Rauchkringel in die Luft, und sein Blick ging in die Ferne.
„Ich habe Marlene versprochen, Konrad einen Erben zu hinterlassen, aber das bleibt unter uns. Wenn Leonie davon erfährt, ist es aus mit mir!“
Seine Mutter sagte verärgert:
„Und wenn sie es erfährt? Sie kann selbst keine Kinder bekommen – soll unsere Familie etwa aussterben?“
Valentin unterbrach sie mit scharfer Stimme.
„Wenn sie es erfährt, wird sie mich verlassen. Das könnte ich nicht ertragen! Wenn du noch Enkelkinder willst, dann halt den Mund!“
Ich verließ zitternd den Raum, und mit jedem Schritt wurde mir kälter ums Herz.
Valentin kannte mich gut. In meiner Liebe duldete ich nicht den kleinsten Verrat – und so hatte ich mich bereits entschieden zu gehen, sobald ich von seinem Betrug erfahren hatte.