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Novels by Nur

MOONMARKED Gebunden durch silbernes Blut

MOONMARKED Gebunden durch silbernes Blut

Die achtzehnjährige Lena Hartwell hat ihr ganzes Leben in Blackthorn verbracht, einer Stadt so klein und so still, dass nie etwas darin geschieht. Dann blutet der Mond rot, und sie erwacht um Mitternacht mit einem silbernen Mal, das auf ihrem Handgelenk brennt. Bis zum Morgen ist ein Fremder in die Stadt gekommen. Kael Draven, der junge Alpha des Ashfang-Rudels, ist in jedem Territorium gefürchtet – und das aus gutem Grund –, und er ist nicht in Frieden nach Blackthorn gekommen. Doch in dem Moment, in dem sich ihre Blicke treffen, kippt die ganze Welt. Lena ist seine Gefährtin. Lena ist ein Mensch. Und nach dem alten Gesetz der Clans ist das ein Verbrechen, das mit dem Tod bestraft wird. Schlimmer noch: Das Mal an ihrem Handgelenk gehört zu einem Blutgeschlecht, das die Wölfe für ausgestorben erklärt haben. Die Mondgezeichneten sollen einst die Clans vereint oder sie alle zerstört haben. Jetzt jagen rivalisierende Rudel Lena, ihre Großmutter verbirgt ein Geheimnis, das älter ist als die Stadt, und Kaels eigener Vater will sie tot sehen, bevor der nächste Mond aufgeht. Kael muss sich zwischen seinem Rudel und der Frau entscheiden, die das Schicksal an seine Seele gebunden hat. Doch Lena hat ihre Wahl bereits getroffen. Sie will die Wahrheit, selbst wenn die Wahrheit bedeutet, sich gegen ihren eigenen Gefährten zu stellen. Wenn Liebe ein Bund ist, um den du nie gebeten hast – wie beweist du dann, dass sie eine Entscheidung ist?
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Chapter: Mondgezeichnet
Kapitel 100MondgezeichnetLena war in ihrem Leben vieles genannt worden – Näherin, Hartwell, Wächterin, Närrin –, aber als sie in der Morgendämmerung unter einem Weidenbogen stand, die Hände ihres Mannes in ihren, und seine tote Mutter über das Wasser auf sie zukam, dachte sie, das wahrste Wort für das, was sie war, sei vielleicht einfach: geliebt.Niemand atmete. Viertausend Wölfe standen im rosigen Licht auf dem Kies, mitten in einer Hochzeit erstarrt. Die Geige war verstummt. Irgendwo stieß ein Kind ein dünnes staunendes Schluchzen aus. Der goldene Pfad rollte über den See wie ein Band, und die Frau, die darauf ging, beeilte sich nicht. Sie kam in einem schlichten weizenfarbenen Kleid, das dunkle Haar löste sich aus seinem Zopf, und ihre nackten Füße machten überhaupt keine Kräuselungen auf dem Wasser.Kael bewegte sich nicht. Seine Finger waren starr um Lenas geschlossen. Sie spürte ihn zittern, von den Handgelenken bis zu den Schultern, und sie dachte mit durchdringender Zärtlic
Last Updated: 2026-10-29
Chapter: Eine Hochzeit am Rand der Welt
Kapitel 99Eine Hochzeit am Rand der WeltRhys Greyfell fand den verlorenen Jungen schließlich, und es war, wie solche Dinge so oft sind, ein gutes Stück einfacher, als alle befürchtet hatten.Sie brauchten den größten Teil des Morgens. Sie fuhren in drei Booten hinaus, sechs Wölfe pro Boot, mit Laternen, obwohl der Tag hell war, und ruderten in einer langen zerzausten Linie über den silbernen See und riefen den Namen des Kindes. Das Wasser war warm. Das war das erste Seltsame. Es war eine Woche lang kalt wie Eisen gewesen, und jetzt lag es weich und klar wie ein Bad, und als Rhys seine Finger hineintauchte, liefen kleine goldene Kräuselungen von ihnen weg wie die Erinnerung an ein Lied.„Das Schilf blüht", sagte Wren vom Bug.Er sah hin. Sie hatte recht. Am ganzen Ostufer, wo der Winter alles grau und braun getötet hatte, war ein dünner grüner Flaum durch den Schlamm gekommen. An den Weiden waren Knospen. Es gab Primeln, Hunderte von ihnen, blass und gelb, unter den zerbrochenen Stei
Last Updated: 2026-10-29
Chapter: Stimmen
Kapitel 98StimmenLena hatte immer angenommen, dass es laut sein würde, wenn sie je starb.Es war nicht laut. Es war das Stillste, was sie je gekannt hatte. Sie schwebte in einem warmen, dämmrigen, honigfarbenen Dunkel, ohne Gewicht oder Schmerz oder Verlangen, und irgendwo weit über ihr leuchtete ein kleiner heller Kreis Licht wie die Mündung eines Brunnens. Sie war vollkommen zufrieden, ihn zu betrachten. Sie dachte, sie könnte ihn sehr lange betrachten.„Du wirst bald gehen wollen", sagte eine Stimme.Sie drehte sich um, oder fühlte sich, als drehte sie sich. Das Dunkel reifte zu einem Raum. Da war eine niedrige Decke mit Balken, ein Feuer im Herd und ein abgescheuerter Tisch aus Tannenholz, und am Tisch, eine angeschlagene Tasse in der Hand und eine Katze im Schoß, saß Isaude, so braun und runzlig und behaglich wie zuvor.„Hallo wieder", sagte Isaude. „Pass auf die Brühe auf. Ich habe sie für dich hingestellt."„Bin ich tot?"„Oh nein. Nicht ganz. Du bist in der Vorhalle. Es ist
Last Updated: 2026-10-29
Chapter: Die Wiese hinter dem Dunkel
Kapitel 97Die Wiese hinter dem DunkelKael öffnete die Augen auf einer Wiese, die er seit seiner Kindheit nicht gesehen hatte.Es war ein langer grüner Hang über der Halle von Ashfang, wo der Hügel zum Fluss abfiel und das Gras ihm bis zu den Knien stand. Der Himmel über ihm war ein hohes blasses Gold, die Farbe des Inneren einer Muschel. Ein warmer Wind bewegte sich durch die Gerste. Irgendwo sang eine Lerche, dünn und süß und endlos, und die Luft roch nach zerdrücktem Klee und Sommerstaub und Sonne auf Stein.Er lag auf dem Rücken und sah nach oben. Er fühlte sich seltsam leicht. Er hatte überhaupt keine Schmerzen. Die Wunde an seiner Schulter war fort und die Blasen in seinen Handflächen und der lange Schmerz in seiner Brust, wo die Schnur gebrannt hatte, und einen Moment lang lag er einfach da, atmend, dumm glücklich, wie ein Mann, der aus einem Albtraum in ein ruhiges Bett erwacht ist.Dann erinnerte er sich.Er setzte sich so schnell auf, dass die Wiese schwamm.„Lena."Nichts.
Last Updated: 2026-10-29
Chapter: Alles, was sie hatte
Kapitel 96Alles, was sie hatteEs gibt eine Art von Mut, die sich überhaupt nicht wie Mut anfühlt, und Lena fand sie in jener Nacht, kniend im Schlamm eines zertrümmerten Ufers, ein schlafendes Kind im Schoß und die Hand eines sterbenden Mannes auf ihrer.Es fühlte sich an wie sehr still sein.Sie hatte Angst erwartet. Sie hatte sich darauf gefasst gemacht. Den ganzen Weg von der Zisterne hinunter, durch all jene lange goldene Dämmerung, hatte sie sie wie einen Stein in der Brust getragen, und sie war sicher gewesen, dass sie über ihr zusammenbrechen würde in dem Moment, in dem sie begann. Aber als Kael seinen Mund von ihrem Handgelenk hob und ihre Augen traf, und sie in seinem Gesicht alles sah, was er nicht gesagt hatte, wurde die Angst einfach still. Sie fühlte sich, als stünde sie in einem sehr großen Raum, um Mitternacht, mit heruntergedrehten Lampen. Es gab eine Aufgabe zu erledigen. Sie wusste, wie. Sie hatte achtzehn Jahre lang gelernt.„Bereit?", sagte Marek.„Nein."„Gut. N
Last Updated: 2026-10-29
Chapter: Der Mann im Türrahmen
Kapitel 95Der Mann im TürrahmenDas Erste, was Marek Vane an der Welt bemerkte, war, dass sie nach Schlamm roch.Er hatte es vergessen. In der langen Dunkelheit hinter der Tür hatte es eine Menge Dinge gegeben – Licht und Wärme und das kleine heiße Gewicht einer Kinderhand in seiner –, aber es hatte überhaupt keinen Geruch gegeben, kein Wetter, keinen Wind. Jetzt, da er im zerbrochenen Türrahmen des Turms stand, die Kälte im Gesicht und der Abend grau und golden über dem See hereinbrechend, atmete er nassen Stein und verrottendes Schilf und Holzrauch und den schwachen scharfen Beigeschmack von Blut ein und dachte mit dummer hilfloser Freude: Oh, irgendwo regnet es.Er hatte vorgehabt, im Dunkeln zu sterben. Er hatte seinen Frieden damit gemacht. Er hatte, was sich wie hundert Jahre anfühlte, mit einem Jungen gesessen, der an seinem Knie schlief, den Rücken am Eisen, und sich gesagt, dass es ein fairer Handel sei, dass ein Mann, der vierzig Jahre lang ein Rudel versklavt hatte, es sch
Last Updated: 2026-10-29
Die Frau, die er weggeworfen hat

Die Frau, die er weggeworfen hat

Elena Hart gab drei Jahre ihres Lebens für eine Ehe, die niemals wirklich ihre war. Nathaniel Cross heiratete sie, um seinen sterbenden Großvater zufriedenzustellen, und von der allerersten Nacht an gehörte sein Herz einer anderen Frau. Elena kochte, sorgte sich und wartete, und redete sich ein, dass Geduld eine Art von Liebe sei. Dann, in der Nacht ihres dritten Hochzeitstags, findet sie den Beweis, dass Nathaniel nie aufgehört hatte, Vivian Lowe zu lieben, die Frau, die seine Familie ihm einst verboten hatte zu heiraten. Gedemütigt und mit gebrochenem Herzen geht Elena in die Bar eines Hotels, um ihren Kummer zu ertränken, und begegnet einem Fremden, der sie so behandelt, als ob sie etwas wert wäre – eine einzige Nacht, die alles verändert. Sie kennt seinen Namen nicht. Sie weiß nicht, dass er schon bald als der mächtigste Mann der Stadt in ihr Leben zurückkehren wird und dass der Ehemann, der sie weggeworfen hat, den Rest der Geschichte damit verbringen wird, sie zurückzugewinnen. Zwischen einem Ex-Ehemann voller Reue und einem neuen Mann, dem nie gesagt werden musste, dass er sie lieben soll, muss Elena entscheiden, wer sie sein will, und ob Liebe jemals wieder sie selbst kosten darf.
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Chapter: Die dritte Stufe
Kapitel 100: Die dritte StufeFünf Jahre später, am zweiten Samstag im Mai, blühte der Flieder.Er blühte die ganze östliche Wand von Harbor House entlang, von einem Ende des langen niedrigen Flügels bis zum anderen, große, schwere Wolken aus blassem Violett und tiefem Purpur und Weiß, so dicht und so hoch inzwischen, dass sie fast die Fensterbänke der oberen Stockwerke erreichten. Die jungen Büsche aus Dianes Garten waren stark und breit geworden. Die alten am Ende der Reihe, die verbrannten, waren aus ihren vernarbten schwarzen Stümpfen zu verwilderten Dickichten zurückgewachsen, höher als ein Mann, und jedes Frühjahr blühten sie zuerst und am längsten von allen, als hätten sie etwas zu beweisen.Das ganze Haus roch nach ihnen. Jedes Zimmer. Jeder Korridor. Die Gäste öffneten morgens ihre Fenster, lehnten sich hinaus und atmeten es ein und fragten an der Rezeption, was es sei, und Margaret Ellis, die ihre Schule vor drei Jahren verlassen hatte, um die Rezeption zu führen, und es kei
Last Updated: 2026-10-09
Chapter: Harbor House
Kapitel 99: Harbor HouseAnna kam am ersten Juli-Tag nach Hause, neun Wochen nach ihrer Geburt, fünf Pfund und zwei Unzen schwer, und trug eine winzige gelb gestrickte Mütze, die klumpig und schief war und eine Seite länger als die andere hatte.Elena war sich wegen der Mütze nicht sicher gewesen. Sie hatte sie am Abend zuvor lange in den Händen gehalten, in dem gelben Kinderzimmer mit dem schiefen Flieder an der Wand, und sie immer wieder umgedreht. Dann hatte Diane, die zum Helfen gekommen war, sie ihr sanft aus den Händen genommen und sie angesehen, und die gefallene Masche nahe dem Rand, die mit einem Knoten aus violettem Faden befestigt war, und ganz leise gesagt: „Anna hätte sie getragen. Sie hätte darüber gelacht und sie jeden Tag getragen.“ Und das hatte die Entscheidung getroffen.Sie begruben Margaret Cross an einem grauen Morgen Ende Mai, auf dem alten Kirchhof auf dem Hügel über dem Anwesen, neben dem Ehemann, der sie kein einziges Mal bemerkt hatte. Nathaniel hatte darum
Last Updated: 2026-10-09
Chapter: Eine Fotografie
Kapitel 98: Eine FotografieElena antwortete Nathaniel in jener Nacht nicht. Sie konnte nicht. Sie saß neben dem Inkubator, die Finger ihrer Tochter um ihre geschlossen, und sah ihn im Türrahmen stehen in seinem Hochzeitsanzug, einen Flieder am Revers, und sie fühlte etwas in sich aufsteigen, das sie nicht benennen konnte. Keine Wut, genau genommen. Kein Mitleid. Etwas Schwereres und Seltsameres als beides.„Geh zu ihr“, sagte sie schließlich. „Nathaniel. Geh zu deiner Mutter. Warte nicht auf mich. Geh jetzt.“Er sah sie einen langen Moment an. Dann nickte er, drehte sich um und ging.Anna kam vier Tage später vom Beatmungsgerät.Es geschah an einem hellen, milden Morgen, das Fenster der Neugeborenenstation voller Sonnenlicht und die Geräusche der Stadt kamen schwach durch das Glas. Dr. Weissman war da und der Neonatologe und drei Krankenschwestern, und Elena in ihrem Rollstuhl mit Damian hinter ihr. Sie zogen den Schlauch sehr langsam und vorsichtig heraus, und dann hielten alle den
Last Updated: 2026-10-09
Chapter: Die Tür
Kapitel 97: Die TürSie ließen Elena eine Stunde und zwanzig Minuten später hinunter, in einem Bett, eine Krankenschwester schob, die Taubheit lag noch schwer in ihren Beinen und ein Verband klebte über ihrem Unterbauch. Sie hatte gestritten. Sie hatte gefleht. Am Ende war es Josephine, die vom Dach heruntergekommen war, noch in ihren Festtagskleidern, die zum Leiter der Abteilung ging, in seiner Bürotür stand und etwas zu ihm sagte, das niemand je wiederholte, und fünf Minuten später rollte das Bett.Der Korridor vor dem Katheterlabor war lang und schmal und in einem blassen Institutionsgrün gestrichen. An einer Wand stand eine Reihe Plastikstühle, ein Wasserspender, und am Ende ein Fenster, das auf die dunkle Stadt hinausblickte. Neben dem Fenster ein Paar schwere Doppeltüren mit einem kleinen quadratischen Stück Milchglas in jeder, und darüber ein rotes Licht, das leuchtete.Und vor den Türen, den schmalen Korridor von einem Ende zum anderen füllend, war die Hochzeit.Sie waren all
Last Updated: 2026-10-09
Chapter: Anna
Kapitel 96: AnnaDanach würde Elena sich in Bruchstücken daran erinnern, wie an eine Geschichte, die in falscher Reihenfolge erzählt wurde.Sie würde sich an die sich schließenden Aufzugstüren auf dem Dach erinnern und an das Letzte, was sie durch sie sah: dreißig Menschen, die erstarrt zwischen dem Flieder standen, ihre Pappbecher in den Händen, und ihr Vater vor ihnen, das Gesicht grau, den Mund offen, und Abílio, der sich bereits bekreuzigte. Sie würde sich an den Korridor erinnern, der über ihr vorbeiraste, Deckenplatten und Leuchtstoffröhren, und Dr. Lindqvist, die neben dem Rollstuhl herlief, die Hand auf Elenas Bauch, etwas Dringendes in ein Telefon sagend. Sie würde sich an Josephines Stimme erinnern, sehr ruhig, sehr leise: atme, Liebes, atme für mich, genau so, du machst das wunderbar. Sie würde sich an Damians Hand erinnern. Immer Damians Hand. Er ließ sie kein einziges Mal los, nicht im Aufzug, nicht im Korridor, nicht als sie sie vom Rollstuhl auf ein Bett hoben, nicht al
Last Updated: 2026-10-09
Chapter: Gelübde
Kapitel 95: GelübdeDer Geistliche war ein Krankenhausseelsorger namens Father Okafor, nicht verwandt mit der Detective, was an diesem Nachmittag bei der Vorstellung der beiden zu großer Verwirrung geführt und Detective Okafor in einen so uncharakteristischen Lachanfall versetzt hatte, dass Marcus sie angestarrt hatte, als wäre ihr ein zweiter Kopf gewachsen. Er war ein runder, sanfter, weißbärtiger Mann, der mehr Paare in Krankenhauszimmern und Intensivstationen und Kapellen mit Infusionsständern getraut hatte als irgendjemand sonst in der Stadt, und er stand unter dem Bogen aus Fliederzweigen, sein kleines schwarzes Buch aufgeschlagen in den Händen, und lächelte Elena an, als Thomas sie neben Damian zum Stehen brachte.„Wer gibt diese Frau“, begann er, und dann sah er Thomas an und Elena in dem Kleid ihrer Mutter und schloss das kleine Buch.„Nein“, sagte er. „Ich glaube nicht, dass das richtig ist, oder. Niemand gibt diese Frau. Sie gibt sich selbst.“ Er lächelte. „Aber ich stelle
Last Updated: 2026-10-09
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