LOGIN„Nimm dieses Geld. Es ist mehr, als du jemals in einem ganzen Leben verdienen wirst. Alles, was du tun musst, ist, für immer aus Damians Leben zu verschwinden.“ Vor sieben Jahren glaubte Elena Voss, diese Worte kämen von dem Mann, den sie liebte. Sie lehnte das Geld ab, verschwand trotzdem und zog ihre geheimen Drillinge allein in den Trümmern eines Herzens groß, das sie nie ganz wieder aufgebaut hat. Jetzt ist sie zurück – und sie wurde als externe Anwältin engagiert, um genau das Unternehmen zu untersuchen, das Damian Kane leitet. Sie hat nur noch fünfzig Tage, bevor sie das Land endgültig verlässt. Sie sitzt in einem Rollstuhl, von dem die Welt annimmt, er erkläre alles über sie, und sie trägt Geheimnisse, die selbst sie noch nicht vollständig versteht. Damian hat nie aufgehört, nach ihr zu suchen. Er hat nie aufgehört, einen Trust für ein Kind zu finanzieren, von dem er nicht einmal sicher war, ob es existierte. Was er nicht weiß: Das Geldangebot, das sie forttrieb, stammte niemals von seiner Familie – und die Menschen, die es orchestriert haben, stehen ihnen beiden näher, als sie sich vorstellen können. Gezwungen zu einer fünfzig-Tage-Vertragsheirat, um sein Unternehmen und sein Image zu retten, bekommt Damian Elena wieder in sein Leben. Was er nicht bekommt, ist die Wahrheit – nicht über seine Söhne, nicht über das Imperium, das auf gestohlenem Erbe gebaut wurde, und nicht über den besten Freund, der ihn belogen hat, seit bevor Elena überhaupt in seiner Welt existierte. Eine Slow-Burn-Vertragsheirat-Romance mit hohem Einsatz, voller Herzschmerz, Verrat und jener Art von Liebe, die überlebt, selbst wenn man sie lebendig begraben hat.
View MoreKAPITEL EINS: Nimm dieses Geld und verschwinde.
ELENAS PERSPEKTIVE„Nimm dieses Geld. Es ist mehr, als du jemals in einem ganzen Leben als Kellnerin verdienen wirst. Alles, was du tun musst, ist, für immer aus Damians Leben zu verschwinden.“
Die Stimme von Damians Anwalt aus jener Nacht hallte zum unzähligen Mal in den letzten sieben Jahren in meinem Kopf wider.
„Mama … geh nicht.“ Jimmys Stimme riss mich aus dem Nebel, der sich in letzter Zeit jeden Morgen über mich legte.
Ich blinzelte und sah die beiden kleinen Gesichter, die zu mir aufschauten. Für einen Moment fand ich keine Worte.
Sieben Jahre, und immer noch zog sich meine Kehle zu, wenn ich sie zu lange ansah.
„Mama …“ Die zweite Stimme klang fast identisch mit der ersten – genau wie ihre Gesichter.
Justin stand etwas vor seinem Bruder, den Kopf leicht schräg geneigt, genau so, wie Damian es immer tat, wenn er neugierig war.
Ich starrte die beiden an und spürte den vertrauten Schmerz hinter meinen Rippen aufblühen.
Selbst nach all der Zeit konnte ich mich nie daran gewöhnen. Ihre Gesichter waren lebendige Spiegel von ihm.
Sie hatten dasselbe dunkle Haar, dieselben scharfen Wangenknochen, die nur weich wirkten, weil sie noch Kinder waren, und denselben sturen Ausdruck.
Sie anzusehen war, als würde ich Fragmente eines Mannes betrachten, den ich einst geliebt und dann jahrelang zu vergessen versucht hatte.
„Was hast du für uns mitgebracht, Mama?“ Julian stürmte aus dem Flur, die Augen strahlend, und prallte beinahe gegen die Kante des Küchentisches.
Ich reagierte instinktiv, griff nach den Rädern meines Rollstuhls und rollte schnell genug vor, um ihn aufzufangen, bevor er fiel.
Er landete mit einem leisen „Uff“ an meinen Knien und grinste mich an, als wäre der Beinahe-Sturz das Beste an seinem Morgen gewesen.
„Mami!“ Die anderen beiden stürmten sofort heran.
Ihre kleinen Arme schlangen sich um meinen Hals, meine Schultern, die Armlehnen des Stuhls.
Ich schloss für einen kurzen Moment die Augen und ließ ihre Wärme auf mich wirken.
Kate erschien in der Tür, wischte sich die Hände an einem Geschirrtuch ab, und ein kleines Lächeln zuckte über ihre Lippen. „Kommt schon, Jungs. Es ist Zeit, dass Mama geht.“
„Nein.“ Julians Arme zogen sich fester. Die anderen beiden folgten seinem Beispiel, wie immer. „Sie kommt nicht oft. Warum muss sie so früh gehen?“
Jimmys Unterlippe zitterte, seine Augen wurden schon glasig. „Du hast gesagt, du bleibst diesmal länger.“
Ich sah die drei an und spürte einen Stich von Schuld.
Gott und sein verdrehter Sinn für Humor. Er schenkte mir Drillinge von einem Mann, der nichts mit mir zu tun haben wollte.
Es wurde nie leichter.
„Es ist okay, Jungs“, sagte ich und hielt meine Stimme leicht, obwohl sich meine Brust zusammenzog. „Ich komme nächste Woche wieder vorbei. Versprochen. Aber in der Zwischenzeit …“ Ich rollte den Stuhl vorsichtig zurück, die Räder flüsterten über den Boden, und griff nach den Papiertüten, die ich an der Tür abgestellt hatte. „Ich habe etwas für jeden von euch.“
Ihre Aufmerksamkeit sprang sofort zu den Tüten.
Ich zog den ersten Stanley-Becher heraus. Er war marineblau mit einem individuellen Aufkleber eines Cartoon-Roboters, für den ich extra bezahlt hatte, und hielt ihn hin. „Jimmy, der ist für dich.“
Er nahm ihn mit beiden Händen, die Augen vor Aufregung leuchtend. Der zweite Becher war grün, der dritte ein grelles Rot, das zu den Turnschuhen passte, die Julian nicht einmal zum Schlafen auszog. „Julian. Justin.“
Sie stürzten sich erneut auf mich, umarmten mich so fest, dass mir schwindelig wurde. „Danke, Mami“, chorierten sie und drehten sich schon halb zum Wohnzimmer, um ihre Geschenke genauer zu untersuchen.
Kate führte sie behutsam, dämpfte den schlimmsten Lärm.
Ich blieb noch einen Moment sitzen, die Hände auf den Rädern, und beobachtete, wie das Morgenlicht denselben Wirbel im Haar erfasste, den Damian früher gehabt hatte.
Dann flackerte der Fernseher im Wohnzimmer auf.
Kate hatte ihn aus Gewohnheit eingeschaltet – sie mochte immer Hintergrundgeräusche, während sie das Frühstück zubereitete.
„Kane Industries unter Druck nach der kürzlichen Scheidung von CEO Damian Kane.“ Die Stimme des Moderators füllte den Raum.
Mein Herz setzte aus, als ich die Worte hörte.
Ich rollte ins Wohnzimmer, die Augen sofort auf dem Bildschirm.
Ein Bild von Damian im Anzug füllte den Schirm, sein Kiefer war angespannt und seine Augen kälter, als ich sie in Erinnerung hatte.
„Seine Ex-Frau wirft ihm emotionale Misshandlung, finanzielle Verfehlungen, Verletzung der Privatsphäre und vieles mehr vor“, fuhr der Moderator fort.
Die Jungen waren still geworden.
Ihre Blicke wanderten vom Bildschirm zueinander und dann langsam zu mir.
Die Ähnlichkeit war unmöglich zu übersehen, selbst für ihre kleinen Augen. Justins Hand glitt hoch und berührte seine eigene Wange, als wolle er prüfen, ob das Gesicht im Fernsehen irgendwie seines sei.
Kate wechselte mit einem scharfen Klick der Fernbedienung den Sender und landete bei einem Mickey-Maus-Cartoon, der schon lief. „Kommt schon, Jungs, zurück in euer Zimmer. Dort könnt ihr den Rest der Verpackung richtig auspacken.“
Sie gingen in ihre Zimmer, aber nicht ohne nachdenkliche Blicke. Jimmy sah noch einmal zu mir zurück, bevor er hereinging.
Kate wartete, bis die Schlafzimmertür klickte, dann richtete sich ihr Blick auf mich. „Sie stellen in letzter Zeit mehr Fragen.“ Sie zögerte und wischte an derselben Stelle der Arbeitsplatte, die nicht gewischt werden musste. „Über ihren Vater.“
Ich spürte, wie die Wände des Wohnzimmers näher rückten. „Es ist nicht deine Aufgabe, dir darüber Gedanken zu machen.“ Die Worte kamen schärfer heraus, als ich beabsichtigt hatte.
Kates Mund verengte sich, aber sie nickte nur. Sie war seit den Kleinkindjahren der Jungen bei uns. Sie wusste über alles Bescheid, was passiert war.
Ich drehte den Stuhl zur Tür, nahm meine Tasche und den schmalen Lederordner, der alles enthielt, was ich für den Tag brauchte, und rollte hinaus in das schwache Morgenlicht.
Draußen wartete mein ramponierter Jeep auf dem Gehweg, die Farbe verblasst, ein Seitenspiegel mit mehreren Lagen Klebeband festgehalten.
Er war nicht hübsch, aber zuverlässig, und das Autopilot-System hatte jeden Extra-Dollar wert. Speziell für Menschen, deren Zustand das Fahren erschwerte oder unsicher machte.
Ich wechselte vorsichtig vom Stuhl auf den Fahrersitz, klappte den Stuhl in den Laderaum hinter mir und stellte das Ziel ein.
J & J Electrical Industries.
Ich bestätigte, aktivierte das System und ließ das Fahrzeug auf die Straße fahren.
Mein Geist driftete ab, wie immer bei diesen Fahrten, zu den Jungen.
Zu den Fragen, die sie zu stellen begannen, und den vagen Antworten, die ich ihnen gab.
Ich brachte es nicht über mich, ihnen zu sagen, dass ihr Vater sie verlassen hatte, bevor er überhaupt wusste, dass sie unterwegs waren.
Der Jeep bog schließlich in den Besucherparkplatz von J & J Electrical ein.
Das Gebäude war älter als die glänzenden Türme von Kane Industries. Ich wechselte zurück in den Rollstuhl, legte die Tasche auf den Schoß und rollte zum Haupteingang.
Die Empfangsdame sah auf, als ich näherkam. Ich streckte mich leicht, um meine Ausweise auf den Schreibtisch zu legen.
Sie scannte die Karte und den begleitenden Brief der Vorstandsfraktion, die mich eingestellt hatte.
„Untersuchungsanwältin … Elena.“ Sie hielt kurz inne, während sie den Termin überprüfte. „Gehen Sie bitte in den Konferenzraum dort entlang.“ Sie deutete auf einen breiten Korridor. „Der CEO wird gleich bei Ihnen sein.“
„Danke“, sagte ich und folgte der angezeigten Richtung.
Ich fand den Konferenzraum, drückte die Tür mit einer Hand auf und rollte hinein. Der lange Tisch war leer.
Ich legte den Ordner am nahen Ende des Tisches ab, richtete ihn sorgfältig aus und wartete.
Ich strich mit der Hand über den Ordner, um mich zu erden.
Mein Telefon vibrierte gegen das Leder meiner Tasche. Ich holte es heraus, warf einen Blick auf den Bildschirm und nahm sofort ab.
„Du bist heute Morgen nicht im Büro vorbeigekommen.“ Die Stimme meines Chefs kam durch.
„Ich bin bereits bei J and J Electrical, Sir“, sagte ich und hielt meinen Ton weich.
Eine Pause am anderen Ende, dann ein lautes Lachen. „Effizient wie immer. Du solltest eigentlich eine Woche frei nehmen, bevor du dort anfängst.“
Ich blickte aus dem Fenster auf die Bewegung von Lastwagen und Arbeitern, die keine Ahnung hatten, welche Art von Fäulnis in den Zahlen stecken könnte, die ich gleich durchgraben würde. „Ich behalte die Woche frei für den Fall, dass ich Interesse habe.“
Er lachte wieder laut. „Achte darauf, alle Finanzverbrechen gründlich zu untersuchen. Mit dieser Firma stimmt etwas nicht. Presse sie aus, bis du findest, was es ist. Das ist dein letzter Auftrag, bevor du endgültig abreist, also musst du es richtig machen.“
„Ja, Sir“, sagte ich leise.
Die Leitung klickte tot.
Ich senkte das Telefon, sperrte den Bildschirm und steckte es zurück in die Tasche.
Ich strich noch einmal über den Ordner. Ich hatte nur noch fünfzig Tage, bevor ich reiste. Ich musste das unbedingt richtig machen.
Die Tür des Konferenzraums öffnete sich, und mein Blick wandte sich dorthin.
Mein Magen fiel hart ab.
Die Empfangsdame kam herein – mit der letzten Person, die ich sehen wollte.
„Miss Elena“, sagte die Empfangsdame professionell, „darf ich vorstellen: Damian Kane, CEO von J and J Electrical Industries.“
KAPITEL VIER: Wiederheirat und Verlangen DAMIAN’S PERSPEKTIVEIch trat in die Dusche und ließ das Wasser mit voller Kraft auf mich prallen, heiß genug, um zu stechen. Ich stand einen Moment da und ließ die Nacht noch einmal ablaufen.Ich stellte das Wasser ab, trocknete mich grob ab und zog den dunklen Anzug an, den ich am Vortag herausgelegt hatte.Zurück im Schlafzimmer schlief die Blondine noch, ein Arm über den Augen. Ich zog einen dicken Stapel Scheine aus der Schublade, zählte sie einmal und legte sie auf den Nachttisch, wo sie ihn sehen würde, sobald sie die Augen öffnete.Dann tippte ich ihr auf die Schulter.Sie rührte sich, blinzelte und schenkte mir ein zufriedenes Lächeln. „Guten Morgen.“„Guten Morgen.“ Meine Stimme kam flacher heraus, als ich beabsichtigt hatte. „Dein Geld liegt auf dem Nachttisch. Ich muss zur Arbeit.“Sie wollte sich aufrichten, aber ich schüttelte den Kopf.„Nein. Bleib und ruh dich aus. Du kannst gehen, wann du willst. Die Tür schließt sich automati
KAPITEL DREI: One-Night-Stand DAMIAN’S PERSPEKTIVE„Du glaubst nicht, wen ich heute verdammt noch mal gesehen habe.“ Ich nahm einen langen Schluck aus der kalten Bierflasche.Rote Lichter zerschnitten die dunkle Kabine, um uns herum machte die übliche Freitagabend-Menge ihr Ding, aber nichts davon berührte das schwere Gefühl in meiner Brust, das dort saß, seit sich die Tür des Konferenzraums geöffnet hatte.„Wen.“ Taylor, mein bester Freund und seit drei Jahren der einzige Mensch, dem ich genug vertraute, um ihn zu meinem Executive Secretary zu machen, hob eine Augenbraue über den Rand seiner eigenen Flasche.„Elena“, sagte ich leise, stieß einen Seufzer aus und starrte auf die kleinen Tropfen, die an dem Glas herunterglitten.Taylors Gesicht verzog sich so, wie es immer tat, wenn er in der Erinnerung grub. „Elena … oh. Elena. Deine Ex-Verlobte, die abgehauen ist.“„Ja. Genau die.“ Ich deutete hin.Er stellte die Flasche hart genug ab, dass ein wenig Schaum über den Hals schwappte. „
KAPITEL ZWEI: Nicht schön, dich wiederzusehen. ELENAS PERSPEKTIVE„Du … du willst mich doch verarschen gerade.“ Ich schnaubte, mein Gesicht verzog sich zu einer Grimasse, während ich ihn anstarrte.Galle stieg mir in die Kehle und mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, als wolle es aus meiner Brust springen.Das Lächeln der Empfangsdame wankte. Sie trat einen Schritt näher, die Stimme weich vor echter Besorgnis. „Miss Elena … ist alles in Ordnung?“Ich senkte den Blick, meine Finger umklammerten die Räder, bis das Metall in meine Handflächen schnitt. Plötzlich war mir die Luft weg und der Boden schien auf mich zuzukommen. „Geben Sie mir eine Sekunde“, sagte ich leise.Damians Mund öffnete sich. „W—“Meine Hände bewegten sich, drehten den Stuhl hart zur Tür, bevor er die Worte herausbringen konnte.Die Räder quietschten über den Boden, als ich in den Flur hinausschob, die Tür hinter mir mit einem leisen Klick zuschwang.Der Korridor war leer, kühle Luft aus einer Lüftung über mir stri
KAPITEL EINS: Nimm dieses Geld und verschwinde. ELENAS PERSPEKTIVE„Nimm dieses Geld. Es ist mehr, als du jemals in einem ganzen Leben als Kellnerin verdienen wirst. Alles, was du tun musst, ist, für immer aus Damians Leben zu verschwinden.“Die Stimme von Damians Anwalt aus jener Nacht hallte zum unzähligen Mal in den letzten sieben Jahren in meinem Kopf wider.„Mama … geh nicht.“ Jimmys Stimme riss mich aus dem Nebel, der sich in letzter Zeit jeden Morgen über mich legte.Ich blinzelte und sah die beiden kleinen Gesichter, die zu mir aufschauten. Für einen Moment fand ich keine Worte.Sieben Jahre, und immer noch zog sich meine Kehle zu, wenn ich sie zu lange ansah.„Mama …“ Die zweite Stimme klang fast identisch mit der ersten – genau wie ihre Gesichter.Justin stand etwas vor seinem Bruder, den Kopf leicht schräg geneigt, genau so, wie Damian es immer tat, wenn er neugierig war.Ich starrte die beiden an und spürte den vertrauten Schmerz hinter meinen Rippen aufblühen.Selbst nac

















