FAZER LOGINDrei Jahre lang lebte Rosalie im Schatten einer trostlosen Ehe. Gefangen in einem eisernen Vertrag, der Kinder und Intimität verbot, sah sie zu, wie ihr Mann, Sheriff Vance, seine ganze Zuneigung Marie schenkte, der Retterin seiner Kindheit, die sein Herz und das Familienerbstück, ein Armband, besaß. Rosalie ertrug die Kälte stillschweigend und hütete ein Geheimnis: Sie war diejenige, die ihn vor Jahren aus der Krise gerettet hatte. Dann kam der positive Schwangerschaftstest. Bevor Rosalie etwas sagen konnte, schlug Marie zu. Bewaffnet mit vertauschten Krankenakten, die Rosalie der Untreue beschuldigten, und einer inszenierten Auseinandersetzung, erzwang Marie eine Konfrontation, die Rosalie ihr ungeborenes Kind kostete. Als der Sheriff am blutigen Tatort eintraf, stellte er keine Fragen. Er hob die weinende Marie auf, die nur eine Schramme am Handgelenk hatte, und ließ Rosalie auf dem kalten Marmorboden verbluten. In dieser Nacht starb Rosalies Liebe. Während Rosalie sich zurückzieht, um ihr Imperium wieder aufzubauen und ihren Namen zurückzuerlangen, beginnt Sheriff, die erschreckende Wahrheit aufzudecken: Die Frau, die er einst verließ, trug sein Kind, den Beweis ihrer Treue und die echte Narbe aus jener Nacht, in der ihm das Leben gerettet wurde. Doch die Rückgewinnung einer Frau, die ihr Herz bereits begraben hat, wird ihn alles kosten, was er besitzt.
Ver maisDRITTE PERSPEKTIVEDer Sheriff wusste sofort, dass etwas nicht stimmte, als er die Ostsuite betrat. Rosalie sollte dort sein. Sie war immer da. Selbst wenn sie wütend war. Selbst wenn sie weinte. Selbst wenn er ihr Gründe gab, ihn zu hassen. Sie blieb.Heute Abend war das Zimmer leer. Der Sheriff schob die Tür weiter auf. Das Bett war abgezogen. Der Kleiderschrank war leer. Langsam trat er ein. Keine Koffer. Keine Kleidung. Keine Fotos. Keine Spur von der Frau, die drei Jahre lang dort gelebt hatte.Sein Blick schweifte durch den Raum. Alles, was er Rosalie geschenkt hatte, war noch da. Die Schmuckschatulle. Die Designerhandtaschen. Die teure Uhr, die er ihr nach ihrem zweiten Jahrestag gekauft hatte. Sogar das Gemälde, von dem sie ihm einmal gesagt hatte, dass sie es liebte. Sie hatte nichts davon mitgenommen. Nur ihre eigenen Sachen fehlten.Der Sheriff spannte die Kiefermuskeln an. „Sie ist weg?“Sein Sicherheitschef, der hinter ihm stand, nickte. „Anscheinend.“„Anscheinend?“„Sie
Sie schoben mich in den OP. Helle Scheinwerfer huschten über mir hinweg, während das Bett den Flur entlanggeschoben wurde. Jemand stellte mir Fragen. Jemand überprüfte meinen Zugang. Ich beantwortete keine der Fragen. Ich fragte nicht nach dem Sheriff. Ich fragte nach niemandem.Der Anästhesist forderte mich auf, rückwärts zu zählen. „Zehn.“ Ich schloss die Augen. „Neun.“ Alles verschwand.Als ich aufwachte, schmerzte mein Magen. Aber der Schmerz war nicht das Schlimmste. Es war die Leere.Eine Krankenschwester überprüfte meinen Zugang und rückte meine Decke zurecht. „Wo sind meine Babys?“, flüsterte ich.Sie erstarrte. Dann senkte sie den Blick. Ich wusste es bereits.Einige Minuten später kam ein Arzt mit einer dünnen Mappe herein. „Ms. Monroe, es tut mir leid.“ Ich starrte ihn an. „Sie haben die Schwangerschaft verloren.“Meine Finger umklammerten die Decke fester. „Beide?“Er nickte. „Beide Zwillinge.“Ich wandte den Blick ab. Er legte ein Blatt Papier auf den Tisch neben mich. „
Die Treppenhaustüren über mir wurden aufgerissen. Ich kannte diese Schritte, noch bevor ich ihn sah. Schwer. Beherrscht. Derselbe bedächtige Schritt, der mir früher immer Sicherheit gegeben hatte, wenn ich Angst hatte. Jetzt ließ er mein Herz nur noch heftiger rasen.Der Sheriff erschien auf dem Treppenabsatz. Für einen kurzen Moment keimte Hoffnung in mir auf. Er war da. Vielleicht würde er endlich zuhören. Vielleicht würde er das Blut sehen. Vielleicht würde er mich sehen. Dann sah ich Marie an. Sie schluchzte bereits in den Armen einer Krankenschwester, ihr verletztes Handgelenk an die Brust gepresst, als wäre es das Wichtigste im Raum. Es war kaum noch ein roter Fleck zu sehen. Nichts im Vergleich zu dem, was mit mir geschah.Ich lag da, wo ich gestürzt war, mein Kleid durchnässt, beide Hände auf meinen Bauch gepresst. Jeder Atemzug schmerzte. Der Schmerz war in mir lebendig geworden, wand sich und zog sich zusammen, bis ich kaum noch denken konnte. „Sheriff –“Maries Stimme brach
Um 1:26 Uhr öffneten sich endlich die Eingangstüren. Sheriff trat ein. Er warf keinen Blick auf das Abendessen. Seine Schritte waren fest, als er über den Marmorboden schritt. Dann roch ich es. Jasmin. Marie. Der Duft hing an seinem Hemd. Mir wurde übel.Er blieb einige Schritte von mir entfernt stehen. Einen Augenblick lang dachte ich, er würde sich entschuldigen. Stattdessen zog er einen dicken Umschlag aus seinem Mantel und warf ihn auf den Tisch. „Marie geht es nicht gut.“ Seine Stimme klang emotionslos.Ich starrte ihn an. „Sie bleibt heute Nacht hier?“„Ein paar Tage.“Meine Finger krallten sich unter den Tisch. „Natürlich.“Sheriff blickte zur Treppe. „Packen Sie Ihre Sachen.“Ich blinzelte. „Wie bitte?“„Ihre Sachen.“ Endlich trafen sich unsere Blicke. „Ziehen Sie bis morgen früh in die Ostsuite.“Ich hätte beinahe gelacht. Der Raum wirkte plötzlich unwirklich. „Sie wollen mich umziehen lassen?“ „Mach es mir nicht so schwer.“Meine Augen brannten. „Ich habe hier auf dich gewa











