LOGINIhre Ehe basierte nie auf Liebe. Sie war das Adoptivkind ihrer Familie – das Mädchen, das dazu erzogen worden war, niemals Nein zu sagen. Er war der Erbe einer der renommiertesten Investmentgesellschaften des Landes. Das Geschäft ihrer Familie stand vor dem Ruin, während er einen Erben brauchte. Ihre Väter hatten die Ehe arrangiert – für sie die einzige Möglichkeit, das Unternehmen ihres Vaters zu retten. Sie sollten sich eigentlich nie ineinander verlieben, doch das Herz lässt sich nicht befehlen. Er brachte sie dazu, sich in ihn zu verlieben, nur um sich dann abzuwenden und sein Leben ganz auf seine Adoptivschwester auszurichten. Jahrelang blieb sie an seiner Seite – wie das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen –, ertrug den Schmerz und hoffte, er würde sie eines Tages wirklich sehen und ihre Liebe zu ihm erkennen. Doch irgendwann konnte sie nicht mehr. Schließlich verließ sie ihn, ihr ungeborenes Kind unter dem Herzen – doch warum brach er daraufhin zusammen?
View MoreKapitel 1
NORA WINSTON WARTE HEUTE ABEND NICHT AUF MICH. SANDRA HAT DIE GRIPPE GEKRIEGEN. ICH BLEIBE BEI IHR. Ich starrte auf Bryces SMS. Schon wieder Sandra? Ich schnaubte, und meine Kehle schnürte sich zu, als Wut in mir aufstieg. Mein Blick fiel auf den Esstisch. Die Mahlzeiten, für deren Zubereitung ich Stunden gebraucht hatte, standen noch immer auf dem Tisch, und die Geschenkbox lag noch immer in der kleinen Papiertüte direkt neben dem Tisch. Ich hatte mich sehr ins Zeug gelegt, nicht nur, um unseren zweijährigen Jahrestag zu feiern, sondern auch in der Hoffnung, unsere ohnehin schon am Ende befindliche Ehe zu retten. Ich holte tief Luft und sagte mir, ich müsse ruhig bleiben. Vielleicht hatte er vergessen, dass heute unser Jahrestag war. Ja. Das hatte er. Er hätte mich nicht verlassen, um mit Sandra zusammen zu sein, wenn er gewusst hätte, dass es unser Jahrestag war. Mein Verstand hatte dieser Ausrede noch nicht einmal zugestimmt, als mein Handy in meiner Handfläche vibrierte. Sandra. Ich starrte einen Moment lang auf den Bildschirm, dann tippte ich auf die Nachricht. Ein Foto von Bryce und Sandra – seiner Adoptivschwester. Er hielt sie zärtlich in seinen Armen, so wie er mich seit Jahren nicht mehr gehalten hatte. Mein Blick fiel auf ihre nackten Beine, dann auf ihren Po-Schnipsel und ihr bauchfreies Top, und ich schnaubte verächtlich. Sie hat sich die Grippe eingefangen? Blödsinn. Sie lehnte an seiner Brust, während er friedlich schlief, und hielt ihn besitzergreifend fest, als gehöre er ihr. Als wären sie gar keine Adoptivgeschwister. Meine Augen verweilten auf dem Bild, meine Brust brannte bereits vor einem Gefühl, das ich nicht erklären konnte. Eifersucht? Wut? Vielleicht beides. Dann wanderte mein Blick zur Bildunterschrift. „Ich habe es dir gesagt, Nora. Du hast keinen Platz in Bryces Herz. Er ist sogar bereit, an eurem Hochzeitstag bei mir zu bleiben. Hör auf, so erbärmlich zu sein. Bryce liebt dich nicht.“ Mir stockte der Atem, meine Finger umklammerten das Handy so fest, dass die Kante fast meine Haut durchbohrte. Er wusste nicht, dass es unser Hochzeitstag war? Blödsinn! Meine Augen wanderten langsam noch einmal über den Tisch, und ich schnaubte, warf den Kopf zurück, während mir Tränen in den Augen brannten. Unsere Ehe retten? Erbärmlich. Bryce interessiert sich schon lange nicht mehr für dich und diese Ehe. Schon seit langem, seit Sandra aufgetaucht ist. Gib es doch einfach endlich auf. Ich ballte meine andere Hand um das Nichts, als ich meinen Tränen endlich freien Lauf ließ. Wäre unsere Ehe anders verlaufen, wenn Sandra nicht zurückgekommen wäre? Mit einem letzten Blick auf den Tisch stand ich auf, wischte mir die Tränen ab und ging in unser Schlafzimmer. ***** Ich saß in meinem Zimmer und starrte auf das Ergebnis des Schwangerschaftstests auf meinem Handybildschirm, während meine andere Hand auf meinem flachen Bauch ruhte und sich ein Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitete. Ich war schwanger! Mein Arzt hatte mir das Ergebnis per E-Mail geschickt. Meine Hand umklammerte langsam das Handy, während ich mir auf die Innenseite der Wange biss. Meine Gedanken schweiften zu Bryce, und ich schluckte schwer. Vielleicht könnte das unsere Ehe retten. Vielleicht würde er es sich noch anders überlegen, wenn er das sieht. Das redete ich mir ein, während ich mein Handy fest umklammerte, als wäre es meine Rettungsleine, doch ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf schoss. Was, wenn er das Baby nicht will? Ich schloss die Augen, atmete tief durch und schüttelte den Gedanken ab. Er muss es wollen. Kurz nach zehn Uhr abends kam Bryce endlich zur Tür herein und traf mich im Wohnzimmer. Er blieb stehen und starrte mich an, während ein Ausdruck über sein Gesicht huschte. Schock. „Es ist spät. Warum bist du noch wach?“ „Ich habe auf dich gewartet.“ „Nora …“ „Es ist unser Jahrestag, Bryce …“ Ich warf einen Blick ins Esszimmer und dann wieder zu ihm, meine Stimme zitterte fast. „Ich wollte, dass wir ihn feiern … zusammen.“ Für einen kurzen Moment zeigte sich Verwirrung in seinem Gesicht, als hätte er vergessen, dass es unser Jahrestag war. Er starrte einen Moment lang ins Esszimmer, dann seufzte er, als er mich wieder ansah. „Das muss stressig gewesen sein, das zuzubereiten …“, murmelte er. „Das hättest du nicht tun müssen.“ Ich starrte ihn an, meine Finger krallten sich fest in meine Handflächen. Warum macht er das immer? In einem Moment gibt er mir das Gefühl, unerwünscht zu sein, und im nächsten, als würde ich ihm so viel bedeuten? Warum verwirrt er mich ständig? Ich schüttelte den Gedanken ab und sagte: „Warum gehst du nicht erst duschen und kommst dann zum Abendessen zurück?“ „Nein. Ist schon gut. Lass uns jetzt essen. Du musst schon lange gewartet haben.“ Er ließ seine Aktentasche auf das Sofa fallen, krempelte dann die Ärmel hoch und nickte in Richtung Esszimmer. „Lass uns gehen.“ „Das Essen wird kalt. Warte hier. Ich wärme es in der Mikrowelle auf“, sagte er mit diesem sanften Lächeln, das es immer wieder schaffte, mein Herz zum Schmelzen zu bringen. Er nahm das Essen und ging in die Küche, bevor ich etwas einwenden konnte. Bryce kam zurück ins Esszimmer, richtete unser Essen her und setzte sich mir gegenüber, als wir zu essen begannen. Für einen Moment dachte ich, er würde darüber sprechen, was passiert war, oder sich sogar dafür entschuldigen, dass er Sandra zum Mittelpunkt unserer Ehe gemacht hatte, aber wie immer tat er so, als wäre nichts geschehen. „Bryce …“ Er hob den Blick zu mir. „Ja, Schatz?“ Ich biss mir auf die Innenseite der Lippe, und meine Kehle schnürte sich fest zusammen. Ich starrte ihn an. Ich wollte ihn unbedingt fragen, warum er mir das immer wieder antat, aber ich tat es nicht. Ich würde sowieso dieselbe Antwort bekommen. „Hast du den Verdacht, dass ich etwas mit Sandra habe? Sie ist meine Schwester, verdammt noch mal, Nora. Bist du verrückt?“ Das war jedenfalls die Antwort, die ich immer bekam, wenn ich versuchte, darüber zu sprechen. Ich seufzte leise und schluckte die Worte hinunter. Vielleicht würde er endlich wieder ganz zu mir zurückkommen, wenn er von unserem Baby erfuhr. „Hast du etwas zu sagen?“, fragte er, und ich schüttelte nach langem Schweigen den Kopf. „Ich muss dir etwas zeigen …“ Ich griff nach meinem Handy und entsperrte es. Gerade als ich auf das Bild des Testergebnisses tippte, klingelte Bryces Handy, und mein Blick fiel auf den Namen auf dem Display, noch bevor er abnahm. Sandra. Mir stockte der Atem. „Entschuldige bitte, Schatz“, sagte er, nahm dann den Anruf entgegen und hielt das Handy ans Ohr. „Sandra?“, sagte er, hielt dann inne und runzelte leicht die Stirn. „Wer ist da?“ Ich hatte keine Ahnung, was er am Telefon hörte, aber er wurde blass und sprang wie der Blitz auf. „Was? Was ist mit ihr los?“, fragte er panisch und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare. „Scheiße! Ich bin sofort da.“ Sobald das Gespräch beendet war, schnappte sich Bryce seine Autoschlüssel und warf mir kaum einen Blick zu. „Schatz, kannst du bitte ohne mich essen? Sandra hat sich verletzt. Ich muss zu ihr.“ Mir sank das Herz. Schon wieder! Erst gab er mir Hoffnung, um sie mir im nächsten Moment wieder zu nehmen. „Es ist unser Jahrestag, Bryce.“ Ich stand auf, meine Hände zitterten an meinen Seiten. „Und ich habe gerade gesagt, dass ich dir etwas zeigen wollte.“ Sandra war nicht krank. Das könnte ich schwören. Das macht sie immer, wenn Bryce und ich zusammen sind. Er drehte sich um, sein Blick traf meinen quer durch das Esszimmer. „Schatz, wir können jederzeit noch einmal zusammen essen gehen. Und du kannst mir zeigen, was auch immer du mir zeigen wolltest, wenn ich zurück bin …“ „Was, wenn es nicht warten kann, bis du zurück bist?“ In meinen Augenwinkeln brannten bereits Tränen, und meine Kehle schnürte sich schmerzhaft zusammen. „Lass uns das jetzt nicht machen, Schatz“, sagte er und wandte sich zum Gehen. „Du darfst nicht gehen, Bryce –“ „Sei nicht so rücksichtslos, Nora!“, fuhr er mich an, seufzte dann, rieb sich die Schläfen und stöhnte. „Bis morgen.“ Er machte Anstalten, wegzugehen. „Bist du in sie verliebt?“, fragte ich, während sich meine Finger um meine Seiten verkrampften. Er blieb stehen und neigte dann den Kopf leicht nach hinten. „Bist du in Sandra verliebt?“, meine Stimme zitterte jetzt, mein Herz hämmerte heftig gegen meine Brust. Was, wenn er Ja sagen würde? Was würde dann aus mir werden? „Sandra ist meine Schwester, Nora …“, sagte er, drehte sich zu mir um, sein Gesichtsausdruck verhärtete sich. „Wie kannst du mich nur mit ihr verdächtigen? Bist du verrückt?“ „Deine Adoptivschwester! Du und Sandra seid nicht blutsverwandt!“ „Nora …“ „Es ist immer sie! Du hast sie jedes einzelne Mal vor mich gestellt …“ Ich versuchte, meine Stimme zu beruhigen, aber sie zitterte dennoch. „Hast du mich jemals geliebt?“ Sein Gesichtsausdruck veränderte sich. Verletztheit und Zögern. Für eine blöde Sekunde flackerte Hoffnung in meiner Brust. Dann … sagte er das eine Wort, das sie zerschmetterte. „Nein.“ Mir stockte der Atem. „Was?“ „Die ganze Sache war ein Vertrag …“, er hielt inne, stöhnte dann und überbrückte die Distanz zwischen uns. „Ich habe dir gesagt, du sollst dich nicht an mich binden, Nora … Keine Bindungen. Das war unsere Abmachung vor zwei Jahren.“ Er blieb vor mir stehen, den Blick fest auf mich gerichtet. Ich starrte ihn an. Seine Augen sagten etwas anderes … Oder vielleicht bildete ich mir das nur ein. „Verwechsle meine Freundlichkeit nicht mit Liebe, Nora …“ Seine Hand glitt zu meinem Gesicht, sein Daumen streifte meine Lippen, während sein Gesicht sich über meines beugte. „Halte dich einfach bedeckt, so wie du es seit zwei Jahren tust, und mach kein Drama daraus …“ Er seufzte und trat einen Schritt zurück. „Und was Sandra angeht: Sei nicht so unsensibel. Ich kümmere mich nur um sie, weil sie meine Schwester ist.“ Ich öffnete den Mund, doch meine Lippen zitterten nur und schlossen sich wieder, während Tränen mir die Sicht vernebelten. Ich schüttelte den Kopf, mein Atem zitterte. „Ich … ich glaube dir nicht, Bryce …“, sagte ich, als ich endlich meine Stimme wiederfand, aber da war er bereits weggegangen. Meine Knie gaben nach, und ich sank zu Boden, während mir schließlich die Tränen über die Wangen liefen. Vor zwei Jahren hatten wir einen Ehevertrag unterzeichnet. Bryce brauchte die Ehe, um das Erbe seines Großvaters anzutreten, und mein Vater brauchte sie, um seine vor dem Aus stehende Firma zu retten. Es sollte eigentlich nur eine einfache Transaktion sein, aber irgendwie war ich dumm genug gewesen zu glauben, dass daraus eine echte Ehe werden könnte. Auf Partys stellte er mich als Freundin der Familie vor. Zu Hause war er kalt und distanziert. In der Öffentlichkeit wich er immer bewusst aus, wenn jemand nach seinem Familienstand fragte. Doch irgendwie brach Bryce die Regel als Erster, schon sechs Monate nach unserer Hochzeit, als er anfing, nett zu mir zu sein. Ich dachte, vielleicht wären wir füreinander bestimmt … Bis Sandra ins Spiel kam und sich alles komplett änderte. Mein Handy vibrierte, was mich zurück in die Realität holte, und ich griff danach. Es war wieder Sandra. Diesmal keine SMS. Ich starrte einen Moment lang auf mein Handy, dann nahm ich den Anruf entgegen. „Hast du deine Lektion immer noch nicht gelernt, Nora?“, kicherte sie. „Ich habe dir doch gesagt, dass ich Bryce um den Finger gewickelt habe.“ Ich umklammerte das Handy fester, während Wut in meiner Brust loderte. „Willst du deinen Mann zurück?“, fragte sie. „Wer weiß, vielleicht gebe ich ihn dir zurück, wenn du mich darum bittest.“ „Schick mir ein Video, in dem du auf den Knien bettelst, Nora. Wenn du das tust, lasse ich Bryce frei, damit er die Nacht eures Hochzeitstags mit dir verbringen kann.“Kapitel 41NORA CARTER„Ich weiß noch nicht, wie ich es anstellen soll, aber ich werde mir deine Vergebung verdienen. Das muss ich einfach.“Ich stieß ein spöttisches Lachen aus und verdrehte die Augen.Meine Vergebung verdienen? Nach allem, was er mir vor Jahren angetan hat? Er hält mich wohl für eine Närrin.Ich werde ihm niemals verzeihen. Ganz egal, was er tut oder wie sehr er sich bemüht. Er kann meinetwegen zur Hölle fahren.Mein Handy gab ein Signal von sich und unterbrach meine Gedanken.Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, als ich sah, dass die Nachricht von Nolan stammte.„Hey. Tut mir leid, dass ich mich den ganzen Tag nicht gemeldet habe. Ich hatte viel zu tun.“Nora: Schon gut. Ich verstehe das. Wie läuft’s bei der Arbeit?Nolan: Nicht schlecht. Wollen wir morgen zusammen zu Abend essen? Ich habe ein schönes Lokal entdeckt.Ich blinzelte auf den Bildschirm.„Zusammen essen? Ist er wieder im Land?“Nora: Bist du zurück?Nolan: Morgen mit dem ersten Flug. Ich h
Kapitel 40NORA CARTERIch hätte nicht zustimmen sollen, Bryce nach Hause zu fahren – aber ich tat es trotzdem.Ich konnte ihn unmöglich dort zurücklassen oder zulassen, dass er selbst fährt, nachdem er mich geradezu angefleht hatte, ihn zu fahren.Ich warf einen Blick auf ihn und stieß ein leises Seufzen aus.Er sah krank aus. Weit schlimmer, als es durch bloßen Stress hätte verursacht werden können – und doch beharrte der Arzt darauf, dass es Stress sei?Warum habe ich das Gefühl, dass er sich geirrt hat? Vielleicht steckte etwas anderes dahinter? Außerdem war es nicht das erste Mal, dass er zusammengebrochen war.Für einen Moment wollte ich ihn nach seinem Gesundheitszustand fragen, verwarf den Gedanken dann aber wieder – es gab schließlich keinen Grund dazu.Ich hatte keinen Anlass, danach zu fragen.„Danke für heute“, durchbrach er das unangenehme Schweigen. „Ich habe dir doch gesagt, dass du mich nicht ins Krankenhaus bringen musst. Es war nichts Ernstes.“Ich sah ihn an und sch
Kapitel 39BRYCE WINSTONAls ich die Augen öffnete, hatten die Kopfschmerzen nachgelassen, doch mein Körper fühlte sich immer noch schwach an.Ein leises Stöhnen entwich meiner Kehle, während ich mir behutsam über die Augen rieb.Verdammt! Warum muss ich ausgerechnet vor ihr immer krank werden?Ich hörte, wie die Tür aufknarrte, und setzte mich auf, als Nora hereinkam.Sie hielt inne, ließ ihren Blick einmal über mich schweifen und eilte dann zu mir herüber.„Hey.“ Sie setzte sich aufs Bett und musterte mich. „Geht es dir gut? Wie fühlst du dich? Der Arzt meinte, nach einem langen Schlaf würde es dir wieder besser gehen. Fühlst du dich jetzt besser?“Da erst bemerkte ich, dass es bereits Abend war.„Wie lange habe ich geschlafen?“Sie warf einen Blick auf ihre Armbanduhr und sah mich dann wieder an.„Etwa sechs Stunden.“Mist! So lange habe ich seit Jahren nicht mehr geschlafen.Ich fuhr mir mit den Händen durch die Haare und kniff die Augen fest zusammen.„Soll ich den Arzt holen?“„
Kapitel 38 NORA CARTER „Wir haben zwei Angebote von erstklassigen Unternehmen erhalten, Ms. Carter. Beide sind jeweils mindestens zwei Milliarden Dollar wert. Was sollen wir tun?“ Als ich Xaviers Stimme am Telefon hörte, hätte ich vor Aufregung fast laut aufgeschrien. Bevor ich Kanada verließ, hatte ich mein Unternehmen in die Hände eines vertrauten Freundes gelegt – jemanden, den ich schon zu Beginn meiner geschäftlichen Laufbahn kennengelernt hatte. Xavier war seit Jahren ein enger Freund von Nolan. Er hatte uns einander vorgestellt, kurz bevor ich das Land verließ. Wir teilten denselben Traum und verstanden uns auf Anhieb blendend. Gemeinsam gründeten wir „Dynasty Holdings“ – anfangs als kleines Immobilienunternehmen. Ich übernahm die Rolle der Präsidentin, da ich über mehr Fachwissen verfügte, während Xavier als Vizepräsident fungierte. „Sie wissen doch, dass wir uns das nicht entgehen lassen dürfen, Ms. Carter. Das ist eine einmalige Chance, die alles verändern könnte – f











