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Der Alpha von Stormfang

Author: Author Anselm
last update Petsa ng paglalathala: 2026-09-19 14:08:04

Lyra

Meine ganze Welt brach in einer einzigen Nacht zusammen.

Ich saß schweigend auf dem Rücksitz von Samuels Auto, während die dunkle Straße endlos vor uns lag. Mein Kopf spielte immer und immer wieder dieselben entsetzlichen Bilder ab, bis ich das Gefühl hatte, darunter zu ersticken.

Meine Finger schlossen sich fester um das silberne Amulett an meinem Hals. Es trug noch den schwachen Duft meiner Mutter auf dem kühlen Metall, und irgendwie ließ mich das nur noch schmerzhafter in der Brust brennen.

In meiner anderen Hand hielt ich den versiegelten Brief, den sie mir gegeben hatte. Ich klammerte mich an beides… es waren die einzigen Stücke meines alten Lebens, die mir geblieben waren.

Samuel sprach nicht.

Ich auch nicht.

Die Stille im Auto fühlte sich schwer und endlos an, unterbrochen nur vom leisen Summen des Motors und dem gelegentlichen Knirschen von Kies unter den Reifen.

Ich wusste nicht, wie lange wir fuhren.

Stunden vielleicht. Oder vielleicht nur Minuten.

Die Zeit fühlte sich für mich nicht mehr real an.

Irgendwann hörten die Tränen auf zu fließen; mein Körper war zu erschöpft, um noch weiter zu weinen. Meine Kehle brannte schmerzhaft von all dem Schreien und Schluchzen zuvor. Alles in mir fühlte sich hohl, kalt und leer an.

Schließlich verlangsamte das Auto und hielt an.

Ich blickte nach vorn. Massive eiserne Tore standen vor uns. Dahinter erstreckte sich ein riesiges Territorium, erleuchtet von silbernen Lichtern.

„Das ist das Stormfang-Rudel“, sagte Samuel leise.

Er drehte sich leicht zu mir, und zum ersten Mal seit unserer Abfahrt vom Resort bemerkte ich, wie zerstört auch er aussah. Seine Augen waren gerötet, sein Ausdruck schwer von Trauer.

„Es tut mir leid, Lyra“, sagte er heiser. „Für alles.“

Die Entschuldigung brachte mich beinahe erneut zum Zusammenbrechen.

„Ab hier musst du allein weiter. Es ist sicherer so. Falls uns jemand gefolgt ist, kann ich nicht riskieren, sie direkt zu dir zu führen. Hier wirst du sicherer sein.“

Ich nickte schwach.

Ich spürte meinen eigenen Körper kaum noch, als ich die Autotür öffnete und hinausstieg. Unter dem dunklen Umhang, den ich früher in Samuels Auto gefunden hatte, trug ich immer noch meine Nachtkleidung. Irgendwann während der Fahrt war die Kälte und die Leere unerträglich geworden, sodass ich mich fest darin eingewickelt hatte.

„Lyra.“

Ich hielt inne und drehte mich um.

„Sei sehr vorsichtig“, sagte Samuel in ernstem Ton. „Nicht alles ist immer so, wie es scheint.“

Seine Worte verwirrten mich. Nichts an dieser Nacht ergab mehr Sinn, und ehrlich gesagt hatte ich nicht mehr die Kraft, irgendetwas zu hinterfragen.

Also nickte ich nur schwach.

Samuel warf mir einen letzten Blick zu, bevor er in die Dunkelheit davonfuhr, und plötzlich war ich allein.

Ein seltsamer Schmerz legte sich in meine Brust, als ich mich wieder den Toren zuwandte.

Zwei Wachen standen an der Grenze, beide große Männer in dunklen Uniformen. Ihre scharfen Augen fixierten mich sofort, als ich näher kam.

„Wer bist du?“ fragte einer von ihnen scharf.

„I-ich bin Lyra Vale. Tochter von Margaret und Gregory Vale. Ich komme mit einer Nachricht für den Alpha des Stormfang-Rudels.“

Mit zitternden Fingern zog ich den versiegelten Brief hervor, den Mutter mir gegeben hatte, und reichte ihn hinüber.

Eine der Wachen nahm ihn vorsichtig entgegen, während die andere mich weiterhin misstrauisch beobachtete.

Einen Moment lang sprach keiner von ihnen.

Dann verschwand die Wache mit dem Brief hinter den Toren.

Ich stand ungeschickt da, klammerte den Umhang fest um mich, während kalter Wind mir ins Gesicht strich.

Einige Minuten später kehrte die Wache zurück.

„Du darfst eintreten.“

Die Tore öffneten sich langsam, und ich trat hinein. Fast sofort bemerkte ich, wie anders das Stormfang-Rudel im Vergleich zu allem aussah, was ich aus meiner Kindheit kannte.

Es war… modern.

Elegant.

Große Gebäude standen über das Territorium verteilt, glühende Lichter erhellten die Straßen. Ab und zu bewegten sich Fahrzeuge durch die breiten Wege, während Rudelmitglieder selbstbewusst in gepflegter Kleidung über das Gelände gingen.

Ein schwarzes Fahrzeug wartete in der Nähe, und die Wache bedeutete mir, einzusteigen. Ich gehorchte schweigend. Die Fahrt durch das Territorium dauerte etwa zwanzig Minuten.

Schließlich verlangsamte das Fahrzeug vor einer enormen Villa. Das musste das Rudelhaus sein… der Ort, an dem der Alpha des Rudels lebte.

Die Wache stieg zuerst aus und öffnete dann die Tür für mich.

„Die Haushälterin wird dich zum Alpha bringen.“

In dem Moment, als wir den Haupteingang erreichten, öffneten sich die Türen.

Eine Frau mittleren Alters trat anmutig heraus. Ihr silbergraues Haar war sauber zu einem strengen Dutt gesteckt, und sie trug ein eng anliegendes dunkles Kleid, das sie gleichzeitig streng und elegant wirken ließ. Scharfe Augen musterten mich sorgfältig, sobald sie mich sah.

„Lyra Vale?“ fragte sie.

Ich nickte langsam.

Ihr Blick wanderte von meinem Kopf bis zu den Füßen. Plötzlich wurde ich mir meiner Erscheinung schmerzhaft bewusst. Glücklicherweise bedeckte der Umhang den Großteil meiner Nachtkleidung, doch ich fühlte mich dennoch peinlich berührt, so zerzaust und erschöpft dazustehen.

„Ich bin Agnes“, stellte sich die Frau ruhig vor. „Komm mit. Du kannst den Alpha nicht so… gekleidet treffen.“

Sie führte mich in ein Zimmer im Erdgeschoss des Rudelhauses und reichte mir ein weiches cremefarbenes Kleid zum Umziehen, bevor sie ging.

Als ich fertig war, kehrte Agnes zurück und führte mich schweigend erneut durch die enormen Flure. Je tiefer wir in die Villa gingen, desto stiller wurde alles.

Bald erreichten wir den hintersten Teil des oberen Stocks, wo ein Paar massiver schwarzer Türen stand.

Agnes klopfte einmal und drehte sich dann zu mir.

„Der Alpha wartet.“

Bevor ich etwas sagen konnte, öffnete sie die Türen ein Stück und bedeutete mir, allein einzutreten. Dann ging sie.

Mein Magen zog sich nervös zusammen.

Einen Moment lang stand ich einfach da und starrte auf den Eingang. Mit einem zittrigen Atemzug trat ich ein, und augenblicklich fühlte es sich an, als hätte ich eine völlig andere Welt betreten.

Das Arbeitszimmer war atemberaubend.

Dunkle Wände. Schwarze Regale, gefüllt mit Büchern. Gedämpfte goldene Lichter warfen Schatten über den eleganten Raum. Alles darin schrie nach Macht, Reichtum und Kontrolle.

Einen Moment lang vergaß ich mich selbst völlig, während meine Augen durch das riesige Arbeitszimmer wanderten.

„Wirst du einfach nur dastehen und glotzen?“

Die tiefe Stimme erschreckte mich. Ich zuckte zusammen und drehte mich rasch dem Laut zu. In diesem Moment sah ich ihn.

Ein Mann saß hinter einem großen schwarzen Schreibtisch in einem Stuhl, der eher einem Thron als gewöhnlichem Möbel ähnelte. Schatten umgaben ihn so perfekt, dass es für eine schreckliche Sekunde beinahe so wirkte, als könnte er mit der Dunkelheit selbst verschmelzen.

Fast instinktiv wusste ich, dass dies Alpha Kael Draven sein musste.

Die Aura, die von ihm ausging, war überwältigend.

Dominant. Mächtig. Gefährlich.

Kein gewöhnlicher Wolf konnte eine solche Präsenz besitzen.

Langsam stand er auf. Und plötzlich begriff ich, wie groß er wirklich war.

Breite Schultern spannten sich unter einem eng anliegenden schwarzen Hemd, dessen oberste Knöpfe lässig geöffnet waren. Dunkle Hosen schmiegten sich perfekt an seinen langen Körper, während Strähnen pechschwarzen Haars achtlos über seine Stirn fielen.

Alles an ihm strahlte Kontrolle aus.

Seine scharfen Augen fixierten mich sofort.

„Du bist die Tochter von Margaret und Gregory?“ fragte er und hielt den Brief hoch.

Ich blinzelte überrascht. Wie war der Brief so schnell bei ihm angekommen?

„Ja.“

Einen Moment lang legte sich Stille zwischen uns. Dann begann Alpha Kael, langsam auf mich zuzugehen.

„Es tut mir leid um deinen Verlust.“

Bevor ich es überhaupt realisierte, stand Alpha Kael plötzlich direkt vor mir.

Ich steifte mich leicht an. Wie hatte er sich so schnell bewegt?

Aus dieser Nähe konnte ich ihn jetzt klar sehen… Er war unglaublich gutaussehend.

Dann streckte er plötzlich die Hand aus, und seine Finger streiften sanft meine Wange.

Ich erstarrte.

Die Berührung überraschte mich. Sie fühlte sich überraschend warm, tröstend und sicher an. Ein seltsames Gefühl breitete sich sofort in meiner Brust aus und milderte etwas Schmerzhaftes in mir. Ohne es zu wollen, lehnte ich mich leicht in seine Berührung.

Sein Blick verdunkelte sich, während er mir direkt in die Augen sah. Dann beugte er sich langsam näher.

Mein Atem stockte. Hitze schoss mir sofort in die Ohren, als sich sein Gesicht dem meinen näherte.

Seltsamerweise wollte ich mich nicht zurückziehen.

Sein Duft umhüllte mich jetzt vollständig – dunkle Wälder, Regen und etwas gefährlich Männliches.

Dann streiften seine Lippen mein Ohr, als er leise flüsterte:

„Du riechst nach süßen Kirschen und Rosen… Gefährtin.“

Meine Augen weiteten sich sofort.

Gefährtin?

Ich zuckte leicht zurück und starrte ihn in völligem Unglauben an.

Er war mein Gefährte?

Alpha Kael beugte sich erneut noch näher und atmete leise ein, als würde er meinen Duft einprägen.

Dann veränderte sich plötzlich alles in einem Bruchteil einer Sekunde. Die Luft im Raum verschob sich scharf.

Sein Ausdruck verhärtete sich augenblicklich, seine Nase blähte sich. Und dann trat er vollständig von mir zurück.

Alle Wärme wich aus seinem Gesicht.

Seine scharfen Augen fixierten mich, bevor er plötzlich herausplatzte:

„Du bist wolflos.“

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